SARNEN: «Wer sind Sie, Herr Hess?»

Die Junge CVP Obwalden diskutierte die Abstimmungsvorlagen. Und stellte dem neuen Regierungsrat Josef Hess Fragen.

Nadja Häcki
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Josef Hess (Mitte) bei der Jungen CVP (von links): Cyrill Ettlin, Elias Ettlin, Samira Berchtold und Jonas Wolfisberg. (Bild: Nadja Häcki (Sarnen, 20. Januar 2017))

Josef Hess (Mitte) bei der Jungen CVP (von links): Cyrill Ettlin, Elias Ettlin, Samira Berchtold und Jonas Wolfisberg. (Bild: Nadja Häcki (Sarnen, 20. Januar 2017))

Unter dem Slogan «Weisst du, um was es geht?» hatte sich der neue Vorstand der Jungen CVP vorgenommen, junge Interessierte über die drei Abstimmungsvorlagen im Februar zu informieren. Der Anlass war nur spärlich besucht. «Es hat einige Absagen im Vorfeld gegeben. Wir sind aber froh um jeden Gast, der gekommen ist», sagt Elias Ettlin, Präsident der Jungen CVP Obwalden. «Die Jungen über politische Themen zu informieren, ist uns sehr wichtig. Ich persönlich bin zur Politik gekommen, weil mich die tiefe Wahlbeteiligung in der Schweiz schockiert hat.»

Mit der Frage «Wer sind Sie, Herr Hess?» begann die offene Fragerunde an Josef Hess, der Mitte Jahr sein Amt als Regierungsrat antreten wird. Zu dieser ersten Frage hatte Hess viel zu erzählen. Er berichtete über ­seinen Werdegang, angefangen mit der Schule und Matura in ­Engelberg, weiter in Zürich an der ETH für die Ausbildung zum Forstingenieur, dann wieder in Obwalden beschäftigt mit Lawinenüberbauungen, Hangsicherungen oder Hochwasserschutz. Nach seiner mehrjährigen Tätigkeit in Bern beim Bundesamt für Umwelt freue er sich jetzt auch wieder, zurück nach Obwalden zu kommen, frühere Bekannte wieder zu sehen und näher bei der Familie zu sein.

Handlungsbedarf bei der Bürokratie

Als seine grösste Schwäche bezeichnete er seine Ungeduld, die er manchmal an den Tag lege. «Ich werde schnell ungeduldig, wenn es nicht vorwärtsgeht. Damit stosse ich aber andere Menschen zum Teil vor den Kopf, oder es entstehen Flüchtigkeitsfehler», gab Hess zu. Zu seinen Stärken zähle, dass er gut zuhören könne, Lösungen suche und diese dann auch hartnäckig bearbeite und umsetze.

Dass er keiner Partei angehört, war an diesem Abend ebenfalls ein Thema. Auf die Frage, warum er sich nie einer Partei angeschlossen habe, antwortete er, dass er bisher eben nie Mitglied einer Partei gewesen und damit bis jetzt gut gefahren sei. Er möchte sich auch nicht von einer Partei steuern lassen, sondern seine Unabhängigkeit wahren. «In einem kleinen Kanton wie Obwalden sind meiner Meinung nach noch die Menschen wichtig und weniger die Partei, in der diese agieren», so Hess.

Was er während seiner Amtszeit verändern will, ist, dass wieder mehr Pragmatismus und Effizienz herrschten als jetzt. Vor allem bei der Bürokratie sehe er Handlungsbedarf. Man solle wieder lösungsorientierter arbeiten.

Umfrage ergab dreimal Ja

Die kommenden Abstimmungsvorlagen wurden zu Beginn des Anlasses von Mitgliedern des Vorstands genau erklärt, wie auch zwei Tage zuvor von der CVP Obwalden an der Parteiversammlung. Dabei wirkte der neue Vorstand, bestehend aus Elias Ettlin als Präsident, Cyrill Ettlin als IT- und Kommunikationsverantwortlicher, der Sekretärin Samira Berchtold und dem Kassier Jonas Wolfisberg, vorbereitet und kompetent und konnte mit Sachkenntnis und Beispielen die Vorlagen dem jungen Publikum näherbringen. Seit Anfang des Jahres ist dieser vierköpfige Vorstand im Alter von 17 und 18 Jahren tätig. Zu den drei eidgenössischen Vorlagen vom 12. Februar – der Schaffung eines Fonds für die Nationalstrassen und zum Agglomerationsverkehr, der Unternehmenssteuerreform III und der erleichterten Einbürgerung für die dritte Generation – gab es kurze Diskussionen, bei der das Publikum Fragen stellen oder Meinungen äussern konnte. Am Ende dieses Informationsteils wurde mit einem Formular zur Meinungsbildung die Stimmung im Raum analysiert, wobei es zu einem dreimaligen deutlichen Ja gekommen wäre.

Nadja Häcki

redaktion@obwaldnerzeitung.ch