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SARNEN: Winterkonzert der Feldmusik: Amerikanische Klänge sorgen für Begeisterung

Das Winterkonzert der Feldmusik stand unter Leitung von Sandro Blank. Als zweiter von drei Kandidaten für den Dirigentenposten sorgte er mit amerikanischer Musik für Begeisterung bei Musikern und Publikum.
Romano Cuonz
Der junge Dirigent Sandro Blank leitet die Feldmusik temperamentvoll. (Bild: Romano Cuonz (Sarnen, 20. Januar 2018))

Der junge Dirigent Sandro Blank leitet die Feldmusik temperamentvoll. (Bild: Romano Cuonz (Sarnen, 20. Januar 2018))

Romano Cuonz

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

«Unser Verein möchte mit einem neuen Dirigenten wachsen, deshalb ist es wichtig, dass wir alle drei Kandidaten, die noch in Frage kommen, gut kennen lernen», erklärte Cajus Läubli, Präsident der Feldmusik, letztes Jahr. Nach einem Auswahlverfahren mit 34 Kandidaten und sechs Probedirigaten waren schliesslich noch drei Dirigenten übrig geblieben.

Diese sollten mit dem Korps ein ganzes Konzert erarbeiten und dirigieren. Als Zweiter bekam der in Luzern lebende, erst 32-jährige Schwyzer Sandro Blank im heurigen Winterkonzert seine Chance. Er packte sie. Der vor Temperament sprühende Musiker hat seinen bisher grössten Erfolg nach einem Sieg am Schweizer Dirigentenwettbewerb gefeiert. Keinen Augenblick hat er ein Hehl daraus gemacht, dass er bereit wäre, den Höchstklasseverein in Sarnen zu übernehmen. «Ich bin der Meinung, dass ich trotz meines jungen Dirigentenalters genau jetzt voller Energie, Ideen und Tatendrang diesen Schritt in die höchste Stufe machen will und kann.» Den Beweis trat er mit seinem Winterprojekt an: Mit dem hoch motivierten Blasmusikorchester bot er amerikanische Blasmusik vom Besten. Den Musikern merkte man die grosse Lust förmlich an, neue Dinge anzupacken. In diesem Winterkonzert wurde der momentan nicht mehr überall so beliebte Slogan «America First» wieder mal ins beste Licht gerückt: nach Noten, mit rassigen Rhythmen und auch mit traumhaft schönen Melodien.

Signaltrompeten und Kanonendonner

Zum Aufwärmen und als Auftakt eines abendlichen «Festivals» bot die Blasmusik gleich zuerst «A Festival Prelude» des bei Blasmusikkonzerten fast unverzichtbaren Alfred Reed. Nach der geradezu fulminanten Eröffnungsfanfare brachten Holzbläser und Kornetts das Hauptthema ins Spiel. Ergänzt durch schmetternde Einwürfe und gewaltige Akkorde der Blechbläser. Starke Blasmusik, präzis wie spielfreudig. Wie gross das Vergnügen der Musiker – trotz harter Arbeit mit dem jungen Dirigenten – war, zeigte sich bei den folgenden beiden Werken vor der Pause. Mit Don Gillis typischer Programmmusik malten Dirigent und Ensemble ein vierteiliges Tongemälde zum Aufstieg der Erdölmetropole Tulsa in Oklahoma. Lieblich, pastoral, wenn im ersten Abschnitt die unberührte Natur vor der Invasion der Weissen beschrieben wird. Später bestimmt die Eroberung und Inbesitznahme das Klangbild. Signaltrompeten und ein Kanonenschuss markieren den Wandel. Das sprudelnde schwarze Gold wird in pulsierende Klänge umgesetzt. Und am Ende swingt das rauschende Fest der nun reichen Leute. Bei diesem populär jazzigen, typisch amerikanischen Stück mit vielen lebhaft erzählenden kurzen Solopassagen zeigte Dirigent Sandro Blank sein ganzes Können. Mit präzisen und vor allem mitreissenden Einsätzen spornte er jeden Bläser, aber gerade in diesem Stück auch die Perkussionisten zu Höchstleistungen an. Entsprechend begeistert war das Publikum. Geradezu lyrisch – vor allem zu Beginn und am Schluss gar melancholisch und andächtig – kam das feine Werk «Whatsoever Things» von Mark Camphouse daher.

Symphonische Spielfreude pur

«Die dritte Symphonie von James Barnes ist für mich eine Herzensangelegenheit», bekannte Projekt-Dirigent Sandro Blank im Programmheft. Und es ist ihm zweifellos gelungen, den inneren Funken auf das hochklassige symphonische Blasorchester (nun auch mit Harfe und Klavier) überspringen zu lassen. Bei der ergreifenden Aufführung von Barnes’«The Tragic» gingen Orchester und Publikum aufeinander zu, spürbar fast. Blank tat mit dieser Stückwahl, was ein Dirigent in Sarnen einfach tun muss: Er bot fast jeder Instrumentengruppe – von den hier vehement geforderten Tuba-Stimmen über wunderschöne Hornpassagen, Soli für Flöte, Oboe, Saxofon, Fagott, Trompete, Posaune, Eufonium und Perkussion – einzigartige Möglichkeiten, eigene Stärken zu beweisen. Da blitzten Emotionen auf: Trauer, Frustration, Bitterkeit, aber am Ende pure Freude. Und vor allem Letztere hinterliess die Feldmusik nach diesem Konzert bei ihrem Publikum. Dieses dankte mit stehenden Ovationen. Und man darf vermuten, dass es – läge die Wahl bei ihm – Sandro Blank zum Dirigenten ernennen würde.

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