SARNEN: «Wir kämpfen für die nächste Generation»

Der Kampfgeist der Juko-Leitung gegen die Sparpläne des Kantons ist erwacht. Mit einem Infoabend wollen sie bei Kantonsrat und Bevölkerung punkten.

Christoph Riebli
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Wollen Kantonsräte und Bevölkerung für den Juko-Pavillon gewinnen (von links): Lukas Spichtig, Donat Rüttimann, Sina Kathriner, Jonas Muff und Lea Inderbitzin. (Bild Corinne Glanzmann)

Wollen Kantonsräte und Bevölkerung für den Juko-Pavillon gewinnen (von links): Lukas Spichtig, Donat Rüttimann, Sina Kathriner, Jonas Muff und Lea Inderbitzin. (Bild Corinne Glanzmann)

«‹Wehrt ihr euch nicht gegen die Sparpläne des Kantons?› Das wurden wir in den letzten Tagen und Wochen oft gefragt», erzählt Donat Rüttimann vom achtköpfigen Betriebsleitungsteam des Juko-Pavillons. Mit einer Online-Petition und fast 1000 Unterschriften setzte die Juko-Leitung bisher ein Zeichen gegen die kantonalen Sparbemühungen. Ohne Tamtam wurden die Unterschriftenbögen im Dezember 2015 dem Kantonsrat überreicht. Danach wurde es totenstill. Eine bewusste Entscheidung, wie Rüttimann sagt. «Wir wollen nicht provozieren und auch nicht jammern.» Ebenfalls habe man sich erst in die politischen Abläufe einarbeiten und Kontakte knüpfen müssen – mit so manchem Aha-Erlebnis. Überhaupt von den Sparplänen erfahren habe man aus der Zeitung.

Riesenschwein mit scharfen Zähnen

Zumindest von aussen scheinen an der Militärstrasse 3 in Sarnen seit kurzem die Kampfgeister geweckt worden zu sein: An der Fassade des Obwaldner Jugendlokals hängt ein Banner mit einem riesigen Obwaldner Sparschwein drauf. In dessen gefrässigem Maul steckt der Pavillon. Erklärend steht darunter: «Sparmassnahmen verschlingen den Juko-Pavillon.» Und als Versprechen schreiben sie im Internet: «Wir kämpfen für den Juko-Pavillon.» Pünktlich zur politischen Debatte.

Am 10. März wird der Kantonsrat erstmals auch materiell zum KAP-Sparpaket beraten, im April dann abschliessend in zweiter Lesung. Unter dem Posten Fachstelle für Gesellschaftsfragen wird dabei der Verzicht auf die kantonale Kinder- und Jugendförderung aufgeführt. Eine Aufgabe, die der Kanton seit 2013 wahrnimmt und künftig den Gemeinden überlassen will. Sparpotenzial für den Kanton: 43 000 Franken. Die Haupttranche entfällt auf die 2008 geschaffene Stelle eines kantonalen Jugendbeauftragten. Doch auch nicht ausgewiesene Kosten für «regionale Infrastruktur» (Juko) wären betroffen.

Weiterbetrieb in Frage gestellt

Deshalb wolle man für die Beibehaltung des aktuellen Kinder- und Jugendförderungsgesetzes als Ganzes kämpfen, sagt Donat Rüttimann. Die unentgeltliche Nutzung des Pavillons hänge davon ab. Der Kanton verrechnet diese Mietkosten intern mit rund 30 000 Franken jährlich. «Es sind eigentlich bloss Abschreibungen», bemerkt der 19-Jährige, der im Juko die Sparte Finanzen unter sich hat. Zusätzlich würde auch ein kantonaler Unterstützungsbeitrag über 8000 Franken pro Jahr entfallen. Müsste man sich künftig einmieten, «könnten wir den Pavillon aus finanziellen Gründen wohl nicht mehr betreiben».

Für Jonas Muff, ebenfalls Mitglied der Juko-Betriebsleitung, steht zudem fest: «Wir kämpfen eigentlich für die nächste Generation.» Denn von allfälligen Sparmassnahmen wäre das aktuelle Leitungsteam nicht mehr betroffen. Anfang 2017 möchten sie die Organisation des Jugendlokals in neue Hände geben, «mit den gleichen Möglichkeiten, wie wir sie hatten».

Stimmversprechen und Absagen

Primäres Ziel sei es nun, bis im März möglichst viele Kantonsräte von ihrer Sache zu überzeugen, damit diese sich für den Erhalt der bestehenden Gesetzgebung einsetzten. Und: «Wir möchten auch der Obwaldner Bevölkerung zeigen, wie wichtig uns der Pavillon ist», sagt Donat Rüttimann. Dazu findet am Donnerstag, 25. Februar, eine öffentliche Infoveranstaltung mit anschliessender Diskussion mit Kantonsräten im Juko-Pavillon statt. Sämtliche 55 Kantonsräte hätten dazu ein Einladungsschreiben erhalten. Bisher seien erst vereinzelte Rückmeldungen eingegangen, sagt Rüttimann – von Stimmversprechen bis Absagen.

Christoph Riebli


HINWEIS

Öffentliche Infoveranstaltung zur Zukunft des Juko-Pavillons mit Diskussion: Donnerstag, 25. Februar, 19.30 Uhr, Militärstrasse 3 in Sarnen. Mehr Infos unter www.jukopavillon.com