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SARNEN: Zauberlaterne Obwalden: Film ab für «Hasenherz»

Die Zauberlaterne Obwalden hat in ihrer 21. Saison weniger Besucher als sonst. Der Vereinsvorstand glaubt an einen Ausreisser im sonst beliebten Programm.
Marion Wannemacher
Die Vorfreude ist gross: Eine Kinderschar wartet vor dem Kino darauf, dass sich endlich die Türen für die Zauberlaterne öffnen. (Bild: Marion Wannemacher (Sarnen, 18. Oktober 2018))

Die Vorfreude ist gross: Eine Kinderschar wartet vor dem Kino darauf, dass sich endlich die Türen für die Zauberlaterne öffnen. (Bild: Marion Wannemacher (Sarnen, 18. Oktober 2018))

Marion Wannemacher

marion.wannemacher@obwaldnerzeitung.ch

Schon eine halbe Stunde vor Kinobeginn sammeln sich die ersten Kinder vor dem Hintereingang des Kinos in Sarnen. Elena Arnold aus Sachseln ist eine von ihnen. «Ich bin schon das zweite Jahr bei der Zauberlaterne», erzählt die Zehnjährige. «Es hat mir gefallen. Die Filmauswahl war gut, und es gab coole Filme.» Ähnlich gute Filmerlebnisse erwartet sie sich für dieses Jahr. Sandra Degelo bringt ihre drei Kinder Annika (8) und die 7-jährigen Zwillinge Lars und Ina zum Kino. «Sie finden es toll. Es ist eine gute Idee, die Kinder lernen so das Kino kennen», lobt die Giswilerin. «Man geht selbst doch viel zu wenig ins Kino.» Sie selber nutzt die Auszeit, um in Ruhe einkaufen zu gehen.

Endlich öffnet sich die Tür, die Kinderschar strömt in den Kinosaal und stürzt sich auf die vorderen Reihen. Nicht alle Plätze werden besetzt. «Es ist schon das zweite Jahr nicht ganz ausverkauft», sagt Michaela Hessler, Präsidentin des Vereins Zauberlaterne Obwalden. «Wir haben dieses Jahr knapp 100 Kinder in der Zauberlaterne.» In anderen Jahren seien auch schon 210 Billette verkauft worden. Diese Spitzenzahlen sind jedoch ohnehin nicht mehr zu erreichen, da es wegen des Kinoumbaus nur noch 130 Kinositze gibt.

«Vielleicht liegt es auch daran, dass eine Zeit lang die Zukunft des Kinos nicht klar war. Oder aber die Freizeitprogramme der Kinder werden immer voller», mutmasst die Präsidentin über den Grund für die geringere Nachfrage. Auf jeden Fall gehe man im Verein fest davon aus, dass künftig wieder mehr Kinder kämen.

Fünf Frauen engagieren sich in Obwalden im Vorstand der Zauberlaterne, etwa für das Sponsoring. Pro Vorstellung kümmern sich vier «Kinotanten» um die Kinder, gehen mit ihnen aufs WC und trösten sie, wenn der Film mal zu furchteinflössend oder beeindruckend wird.

Ältere, spezielle und fremdländische Filme

Michaela Hessler ist vom Konzept überzeugt: «Es ist eine gute Sache. Die Kinder sehen Filme, die sie sonst nicht sehen würden, etwa ältere Filme, sehr spezielle, oder solche aus anderen Ländern. Und das Preis-Leistungs-Verhältnis ist mit 40 Franken für neun Filme auch gut.»

Für die Auswahl der Filme ist die Dachorganisation in Neuenburg zuständig. Ihr gehören rund 80 Filmklubs in der ganzen Schweiz an, davon 30 in der Deutschschweiz. In jeder Saison werden Filme aus verschiedenen Perioden und Kulturen gezeigt, sicher zwei bis drei Stummfilme, teilweise gar mit Pianobegleitung und gelesenen Texten, drei moderne Filme und drei aus der Zeit, als der Farbfilm entstand. Die Auswahl ist eine Überraschung; erst 10 Tage vor der jeweiligen Aufführung werden Klubzeitschriften mit der Beschreibung des Films versendet.

Diese Woche wurde in Sarnen «Hasenherz» gezeigt, ein Film von 1987 aus der ehemaligen DDR. Es geht um Janni, ein Mädchen, das wegen ihres bubenhaften Aussehens verlacht wird. Ihr spezielles Merkmal wird ihr zum Vorteil, als ein Regisseur sie für die Rolle eines Prinzen in einem Film auswählt.

Die Kinder sind im Bann der Leinwand

Das Thema Filmemachen rückt Moderatorin Mia Isenegger im Vorprogramm gekonnt in den Fokus. Sie fragt die jungen Zuschauer, was es so alles für einen Film brauche. Die Palette der Antworten ist breit: «Drehbuch, Geld, Kostüme, Schauspieler», meinen die Kinder. Gemeinsam mit ihnen überlegt Mia Isenegger, bekannt aus dem Theater Sarnen, wie man als Filmemacher zu Geld komme und wie man die richtigen Schauspieler finde. Bald einmal landet sie beim Thema Casting.

Die Tür geht auf, und eine aufgedrehte Karisa L. Meyer kommt in den Kinosaal gesprungen. Sie zeigt Isenegger ein Inserat in der «Obwaldner Zeitung»: «Schauspielerin gesucht». Ihre Bekannte ruft bei der Agentur an, und der Regisseur alias Dario Bollardini nimmt sich das vermeintliche Schauspieltalent im Casting vor. Das Talent vermag ihn nicht zu überzeugen, doch ein glücklicher Zufall verhilft zu echten Emotionen. Erst als ihr jemand auf den Fuss tritt, gerät die Schauspielerin aus Wut in echte Rage. Der Regisseur ist begeistert, die Rolle ist ihr sicher. Dann geht das Licht aus, die Buben und Mädchen sind im Bann der Leinwand: Film ab für «Hasenherz».

Hinweis

Noch etwa 30 Billette für die Zauberlaterne sind an den Schaltern der Obwaldner Kantonalbank erhältlich. Weitere Informationen unter www.magic-lantern.org.

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