SARNEN: Zur Haltestelle gibts noch einen Zug

Die Zentralbahn hat am Mittwoch mit einem Festakt die neue Haltestelle Sarnen Nord der Bevölkerung übergeben. Dabei wurde auch ein neuer Fink-Zug auf den Namen «Sarnen» getauft.

Matthias Piazza/Christoph Riebliredaktion@obwaldnerzeitung.ch
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Zentralbahn-Geschäftsführer Michael Schürch (links) enthüllt zusammen mit dem Sarner Gemeindepräsidenten Paul Küchler den Schriftzug an der neuen Fink-Zugkomposition. (Bild: Christoph Riebli (Sarnen, 7. Dezember 2016))

Zentralbahn-Geschäftsführer Michael Schürch (links) enthüllt zusammen mit dem Sarner Gemeindepräsidenten Paul Küchler den Schriftzug an der neuen Fink-Zugkomposition. (Bild: Christoph Riebli (Sarnen, 7. Dezember 2016))

Die neue rund zwei Kilometer lange Doppelspur zwischen Kägiswil und dem Bahnhof Sarnen ist seit einigen Wochen bereit (wir berichteten). Am Mittwoch nun weihte die Zentralbahn mit der Bevölkerung die neue Haltestelle ein, die parallel dazu entstanden ist: «Sarnen Nord», wiederholte am Festakt eine hymnenartige Lautsprecherstimme. «So wird es bald schon tönen, wenn Sie in der S 5 sitzen und hier durchfahren», erklärte ZB-Sprecher Peter Bircher den zahlreichen Anwesenden. Kurz darauf machte der erste Fink-Zug am Perron Halt, der später auf den Namen «Sarnen» getauft wurde.

Unter den ersten Fahrgästen dieser dreiteiligen Komposition war ZB-Geschäftsführer Michael Schürch, der die Besonderheit betonte, im Hauptort eine neue Haltestelle eröffnen zu dürfen: «So etwas gibt es lange nicht mehr!» Sarnen Nord sei ein wichtiges Puzzleteil im ganzen System, die neue Doppelspur ermögliche einen exakten Halbstundentakt auf der Linie und verbessere so die Fahrplanstabilität. Kostenpunkt für das gesamte Projekt: eindrückliche 31 Millionen Franken.

Für Entwicklung des Gebiets «sehr wichtig»

Es sei ein «denkwürdiger und grosser ÖV-Tag für Sarnen», hielt Gemeindepräsident Paul Küchler erfreut fest. Die neue Haltestelle sei für die Entwicklung der Arbeits- und Wohngebiete auf beiden Seiten der Gleise sehr wichtig. Die Gemeinde habe einen wesentlichen Teil der 3,6 Millionen Franken für die Haltestelle mitfinanziert. Gleichzeitig lobte Küchler die «Vorwärtsstrategie» der Zentralbahn. Baudirektor Paul Federer strich hervor, dass es dem Kanton gelungen sei, «den ÖV näher zu den Kunden zu bringen». Entsprechende Investitionen seien äusserst wichtig. Pfarrer Bernhard Willi segnete daraufhin die neue Haltestelle.

In Betrieb genommen wird die Haltestelle auf den Fahrplanwechsel von übermorgen Sonntag. Ab dann halten die S-Bahn-Züge hier im Halbstundentakt (in beide Richtungen). Die Haltestelle stellt aber nicht den gesamten Fahrplan auf den Kopf. So gibts nur Anpassungen im Minutenbereich auf der Strecke Luzern–Giswil. In Sarnen fährt die S-Bahn künftig in den Minuten x.19 und x.49 nach Luzern (bisher x.17 und x.49). Nichts ändert sich für den Interregio Luzern–Interlaken Ost.

Massiv schneller ins Tessin

Apropos Fahrplanwechsel: Eine spürbare Verbesserung erfahren Reisende aus der Region ins Tessin. Die Fahrzeit am Wochenende verkürzt sich auf zwei Kursen pro Tag fast um die Hälfte. Statt über 3 Stunden sind es von Stans nach Lugano noch 1 Stunde und 41 Minuten. Möglich macht dies der Gotthard-Riviera-Express. Dank einem Postauto-Schnellbus erhalten Reisende ab Stans in Flüelen Anschluss an den Zug durch den Gotthard-Basistunnel, der ebenso am 11. Dezember offiziell in Betrieb genommen wird.

Weiter bedeutet ab Fahrplanwechsel beim Postauto von Flüeli-Ranft nicht mehr Sachseln Endstation, stattdessen fährt der Bus weiter bis Sarnen Bahnhof und schliesst damit die Lücke mit den Haltestellen Sarnen, Seefeld-Park/Spital und Seehof/Brüggi.