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SARNEN/KÄGISWIL: Sarner Künstler gestaltet Riesenskulptur für Suva-Klinik

Der Sarner Künstler Christian Kathriner hat für die Reha-Klinik der Suva einen monumentalen Zugang erdacht. Form gegeben hat dem 20 Tonnen-Werk die Kägiswiler Schlosserei Andreas Rohrer. Nun reist die Skulptur in den Aargau.
Franziska Herger
Sie haben die Skulptur gebaut (von links): Produktionsleiter Michel Fauth, Inhaber Andreas Rohrer und Projektleiter Joel Koch. (Bild: Corinne Glanzmann (Kägiswil, 6. März 2018))

Sie haben die Skulptur gebaut (von links): Produktionsleiter Michel Fauth, Inhaber Andreas Rohrer und Projektleiter Joel Koch. (Bild: Corinne Glanzmann (Kägiswil, 6. März 2018))

Franziska Herger

franziska.herger@obwaldnerzeitung.ch

Zwei Wände aus fast 20 Tonnen mattgoldenem Stahl, fünf Meter hoch und insgesamt 60 Meter lang: Das neueste Werk von Christian Kathriner ist gigantisch. Doch darum ging es ihm gar nicht. «Grösse ist kein Eigenwert», meint der Sarner Künstler nüchtern. «Unter freiem Himmel wird die Skulptur stimmig aussehen.» Denn was momentan in der Werkhalle der Schlosserei Andreas Rohrer AG in Kägiswil mit aller Sorgfalt teilweise zerlegt und verpackt wird, ziert schon ab nächster Woche den Eingangsbereich der neuen Reha-Klinik der Suva im aargauischen Bellikon.

Bis hierhin war es ein langer Weg. 2013 setzte sich Kathriner mit dem Projekt namens «Aureola» gegen sieben Mitbewerber aus der ganzen Schweiz durch. «Ich hatte den Mut, von der Wettbewerbsaufgabe, einer Wandmalerei, abzuweichen und etwas Plastisches zu schaffen», erklärt der zweimalige Träger des Unterwaldner Preises für bildende Kunst. «Das Risiko hat sich gelohnt.» Es folgten fünf Jahre Planung mit der Schlosserei Andreas Rohrer, die der Künstler schon von früheren Kollaborationen kannte. «Wir haben das Ganze ein Dutzend mal überarbeitet, da auch immer wieder neue Auflagen vom Auftraggeber kamen», erklärt Kathriner. Anfang Januar war es dann soweit: 396 Stäbe aus insgesamt 1,8 Kilometern Stahl wurden einer nach dem anderen wie ein Puzzle zusammengefügt. Das Resultat ist eine Art zweischichtige Palisadenwand, die im Licht gitterartige Schatten wirft.

«Die Skulptur ist mehrdeutig und zeitlos», meint Kathriner. «Sie repräsentiert für mich die Arbeitswelt: Viel Schweiss, Fleiss, aber auch viel Druck.» Schweiss und Fleiss brauchte es auch in der Schlosserei: «Zeitweise arbeiteten von unserer 35-köpfigen Belegschaft 15 Leute an dem Werk», sagt Projektleiter Joel Koch. «Wir hatten viel Freude daran. Es war kompliziert, jeder musste mitdenken.» Inhaber Andreas Rohrer ist die Arbeit mit Künstlern gewohnt. «Wir machen oft aussergewöhnliche Projekte, zum Beispiel die Flügel der Seerose auf dem Vierwaldstättersee.» Ihn beeindrucke Kathriners Konsequenz. «Die Farbe der Skulptur hat er erst vor drei Wochen endgültig bestimmt. Sie musste absolut stimmig sein.»

Nächtlicher Transport durch gesperrte Tunnels

Der Künstler selbst bezeichnet sich als Perfektionist. «Meine Aufgabe war, der Skulptur all die Jahre das Händchen zu halten und meine Vision zu beschützen.» Er geniesse es aber, mit vielen Leuten zusammenzuarbeiten. «Ich bin wie ein Dirigent, ich brauche ein gutes Orchester.»

Die letzte Herausforderung ist nun der Transport nach Bellikon: nachts, mit drei Lastwagen und durch gesperrte Tunnel. Künstler und Schlosser sind ein bisschen froh, das Ungetüm los zu sein. Man habe seit Anfang Januar fast permanent daran gearbeitet, so Rohrer. «Jetzt ist wieder Zeit für andere Projekte», fügt Christian Kathriner an.

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