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SARNEN/LAUSANNE: Bundesgericht lässt die Kantonalbank im Regen stehen

Nun ist es definitiv: Die Obwaldner Kantonalbank (OKB) baut ihren neuen Hauptsitz im «Feld». Das Bundesgericht hat die Baubewilligung für das Projekt «Dreigestirn» im Dorf aufgehoben – wegen des Ortsbildschutzes.
Christoph Riebli
Vom Dorf raus auf die grüne Wiese: Bankdirektor Bruno Thürig auf dem 2015 erstmals vorgestellten Ersatzplatz im Feldquartier. (Bild: Corinne Glanzmann (Sarnen, 25. November 2015))

Vom Dorf raus auf die grüne Wiese: Bankdirektor Bruno Thürig auf dem 2015 erstmals vorgestellten Ersatzplatz im Feldquartier. (Bild: Corinne Glanzmann (Sarnen, 25. November 2015))

Christoph Riebli

christoph.riebli@obwaldnerzeitung.ch


In diesen Tagen hat sich das Bundesgericht in Lausanne bereits zum zweiten Mal mit dem Neubauprojekt der Obwaldner Kantonalbank (OKB) im Sarner Dorf befasst. Dies aufgrund von Beschwerden einer Nachbarin und mit einem klaren Urteil: Die Bundesrichter haben die 2011 von der Gemeinde erteilte Baubewilligung für das Projekt «Dreigestirn» an der Bahnhofstrasse aufgehoben. Das Urteil wurde am 21. März gefällt und den Parteien am Mittwoch zugestellt: «Natürlich sind wir enttäuscht», erklärt OKB-CEO Bruno Thürig auf Anfrage, «jedoch weniger über den Entscheid als vielmehr über die lange Verfahrensdauer und den Prozess, der dazu führte.»

Rund 3 bis 4 Millionen Franken habe die OKB seit dem Projektwettbewerb 2007 in das Neubauprojekt und den juristischen Streit investiert. Weitere 5,5 Millionen waren es für das Provisorium an der Rütistrasse, das die Bank im Oktober 2012 hoffnungsfroh bezogen hatte. Obwohl der Umzug zurück an den alten Hauptsitz nun ins Wasser fällt, schaut Thürig optimistisch in die Zukunft: «Jetzt wissen wir, was Sache ist, und können uns ausschliesslich auf den Plan B konzentrieren.» Dazu hatte die OKB bereits im November 2015 im Sarner Feldquartier 8000 Quadratmeter Bauland im Baurecht für die nächsten 100 Jahre erworben. Dort entsteht nun definitiv der neue Kantonalbank-Hauptsitz – mit 10-jähriger Verspätungsgeschichte.

Das Killerkriterium zuletzt gefunden

Zur Begründung des Bundesgerichts sagt Thürig: «Die Beschwerde wurde gutgeheissen, weil das Verwaltungsgericht als Vorinstanz das Natur- und Heimatschutzgesetz bundesrechtswidrig angewendet habe. Weiter heisst es, dass das Bauprojekt zu einer Beeinträchtigung des Ortsbilds von nationaler Bedeutung führe und die Baubewilligung gar nie hätte erteilt werden dürfen.» Bitter ist für die OKB, dass die ursprüngliche Kritik der Einsprecherin respektive Beschwerdeführerin (Stichworte: Grundwasser, Erschliessung, Klostermauer) nichts damit zu tun hat: Der Ortsbildschutz sei argumentativ weder 2011 auf Stufe Gemeinde noch später auf Stufe Regierung oder Verwaltungsgericht zum Zuge gekommen. «Erst in letzter Instanz wurde dieses entscheidende Kriterium eingebracht, welches das Projekt beerdigte», schlägt Thürig klare Worte an.

Der Ortsbildschutz sei zudem ein weicher Faktor. «Er kann nicht berechnet werden und wurde im Prozess nur anhand von Gutachten beurteilt. Niemand kann genau sagen, wo die Grenzen liegen, was man darf und was nicht.» Konkret gerügt wurden die Höhe und das Volumen des Projekts «Dreigestirn». Für Bruno Thürig ist es deshalb besonders wichtig festzuhalten: «Baurechtlich war alles konform, was wir machten. Es kann heute nicht gesagt werden, wir hätten damals falsch geplant.» Thürig ist deshalb überzeugt: «Dieses Urteil betrifft nicht nur die OKB, sondern auch künftige Bauten in der Sarner Kernzone.»

«Feld» könnte 2021 bezugsbereit sein

«Im ‹Feld› haben wir nun ganz neue Möglichkeiten», steht für Bruno Thürig fest. Als Nächstes will die OKB dazu einen Studienauftrag lancieren. Dazu werden nur Obwaldner Architekten eingeladen. Ein Fachgremium soll voraussichtlich bereits im Herbst ein Siegerprojekt küren. «Bis 2021 könnte unter normalen Vor­aussetzungen alles fertig sein», schätzt Thürig.

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