Sarner bewilligen Kredite von über 3,9 Millionen Franken

Die Sarner Einwohner behandelten eine Rekordzahl von Geschäften im Eilzugtempo. Zu reden gab der Kauf von Fotovoltaikanlagen.

Romano Cuonz
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Unter strengster Einhaltung von Coronasicherheitsmassnahmen befanden rund 100 Sarner Einwohnerinnen und Einwohner über Kredite von alles in allem 3,9 Millionen Franken. Gemeindepräsident Jürg Berlinger und der Rat hatten an diesem Abend keine allzu grosse Mühe, das Volk von Notwendigkeit und Nutzen ihrer Kreditbegehren zu überzeugen. Einzig, als es darum ging, 839'000 Franken für den Kauf der Fotovoltaikanlagen Werkhof/Entsorgungshof und Mehrzweckgebäude Kägiswil zu bewilligen, kam von liberaler Seite Widerstand auf. Alt Regierungsrat Paul Federer stellte einen Ablehnungsantrag. Eine Investition, die im besten Fall einen Gewinn von 3900 Franken pro Jahr bringe, sei eine schlechte Geldan­lage, begründete Federer sein Nein dazu.

An der Gemeindeversammlung von Sarnen ging es unter anderem um die Nutzung von Sonnenenergie.

An der Gemeindeversammlung von Sarnen ging es unter anderem um die Nutzung von Sonnenenergie.

Bild: Pius Amrein (30. April 2017)

Gleichzeitig warnten er und Kantonsrat Branko Balaban (FDP) vor Folgekosten bei allfälligen Schäden, etwa durch Hagel. Zudem könne die bei solchen Anlagen früher oder später notwendige Entsorgung hohe Kosten verursachen. Balaban gab auch zu bedenken:

«Es kann doch nicht die Aufgabe der Gemeinde sein, unternehmerisch in den Strommarkt einzusteigen.»

Gemeinderat Peter Seiler, der den Kauf der Anlage vertrat, meinte: «Wir sind uns bewusst, dass es sich hier, rein punkto Gewinn, um ein sehr knapp berechnetes Geschäft handelt, doch die Freude, als Energiestadt weiterhin vorbildlich zu sein, überwiegt bei uns.» Schützenhilfe erhielt Seiler von seinem Gemeinderatskollegen Raphael Disler und dem alt Gemeindepräsidenten Ludwig Krummenacher. «Solche umweltfreundlichen Anlagen werden in Zukunft immer mehr zum Standard, und es kommt Sarnen gut an, diese selber zu betreiben», meinte Krummenacher. Das Stimmvolk befolgte seinen Ratschlag und stimmte der Übernahme der Anlagen zu. 74 Ja standen bei 8 Enthaltungen 11 Nein gegenüber.

Kauf des Provisoriums der Obwaldner Kantonalbank

Alle andern Geschäfte gingen ohne jegliche Voten aus der Versammlung über die Bühne. Die Rechnung 2019 mit einem Ertragsüberschuss von 9,1 Millionen und einem Vermögen pro Kopf von 2359 Franken wurde Finanzchef Beat Odermatt mit viel Applaus verdankt. Das OKB-Provisorium auf der Chermatte darf man für 2,1 Millionen Franken übernehmen und zu einem Gemeindehausprovisorium und Schulräumen umbauen.

Das Provisorium der Obwaldner Kantonalbank in Sarnen.

Das Provisorium der Obwaldner Kantonalbank in Sarnen.

Bild: Romano Cuonz (13. August 2020)

An die Sanierung des Hallenbades Obwalden zahlt Sarnen 480'000 Franken, zusätzlich jährlich 31'900 Franken an die Betriebskosten. Auch der Kredit von 450'000 Franken für 400 Notebooks der Schulen Sarnen blieb absolut unbestritten.

In der Geschäfts- und Rechnungsprüfungskommission wurde als Nachfolger des langjährigen Präsidenten Peter Jakober der Betriebs- und Volkswirtschafter Stephan Piller vorgeschlagen. Das Präsidium der GRPK übernimmt neu der CVP-Mann Patrick Imfeld. Zum Schluss der Versammlung stand nochmals Corona im Zentrum. Doch nun wartete Gemeindepräsident Jürg Berlinger mit einer erfreulichen Mitteilung auf: Weil der obligate Apéro ausfiel, erhielten alle, die ihre Bürgerpflicht wahrgenommen hatten, ein grosszügiges Lunchpaket mit auf den Heimweg!

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