Sarner Fernwärmenetz steht vor möglichem Ausbau

Die Korporation Freiteil Sarnen hat im vergangenen Jahr eine Vollauslastung der Mietwohnungen erreicht.

Markus Villiger
Merken
Drucken
Teilen
Das Heizwerk in Sarnen hat bereits den Verkauf von 2700 Megawattstunden Energie ermöglicht.

Das Heizwerk in Sarnen hat bereits den Verkauf von 2700 Megawattstunden Energie ermöglicht.

Bild: PD

«Die drei öffentlich-rechtlichen Körperschaften Kanton Obwalden, Einwohnergemeinde Sarnen und Korporation Freiteil dürfen stolz sein auf das gelungene Projekt», hält Freiteilpräsident Niklaus Wirz im soeben erschienenen Jahresbericht 2019 fest. Die Holz-Fernwärme Sarnen AG gehört zu 52 Prozent der Korporation Freiteil und zu je 24 Prozent der Einwohnergemeinde Sarnen und dem Kanton. Ziel des am 1. Oktober 2019 in Betrieb genommenen Heizwerks ist es, nebst den öffentlichen Gebäuden auch möglichst viele private Liegenschaften im Sarner Talboden mit ökologischer Energie zu versorgen. Wichtig ist für Geschäftsführer Patrick Imfeld auch, «faire Preise sowie maximale Versorgungssicherheit für alle Bezüger» zu gewährleisten.

Im Jahr 2019 wurden seit der Inbetriebnahme im Oktober bis Ende Dezember insgesamt 2700 Megawattstunden Heizenergie verkauft. Die Investitionen für den Wärmeverbund werden mit 12,8 Millionen Franken ausgewiesen. Die Baukommission mit Präsident Peter Seiler klärt derzeit gemeinsam mit dem Verwaltungsrat ab, ob und in welchem Ausmass eine Erweiterung des Wärmenetzes realisiert werden soll. Ein solcher Entscheid setzt umfangreiche Vorabklärungen voraus, wie im Jahresbericht erwähnt wird.

Tag der offenen Tür im Herbst

Um den Betrieb der breiten Bevölkerung zeigen zu können, wird die Holz-Fernwärme Sarnen AG voraussichtlich im Herbst einen Tag der offenen Tür organisieren. Der geplante Termin im März musste wegen der Coronapandemie abgesagt werden.

Die Nachfrage nach günstigem und attraktivem Wohnraum ist in Sarnen trotz reger Bautätigkeit nach wie vor hoch. Im vergangenen Jahr konnte daher, abgesehen von kurzen Leerbeständen bei Wohnungswechseln, eine Vollvermietung in den Wohnungen erreicht werden. Insgesamt bestanden per 31. Dezember 2019 total 133 Mietverhältnisse für Wohnungen, Büro- und Gewerberäumlichkeiten.

Das Bundesamt für Rüstung hat, wie schon länger angekündigt, das Mietverhältnis für die Militärunterkunft in Sarnen nun definitiv per 31. Dezember 2020 gekündigt. Somit wird die Unterkunft in absehbarer Zeit nicht mehr für militärische Zwecke genutzt. Mit dem Kanton Obwalden konnte eine Zwischennutzung ab Mitte 2021 vereinbart werden. Der Kanton wird das Gebäude nach der Vornahme von Anpassungsarbeiten als temporären Psychiatriestandort nutzen, damit der bisherige Standort an der Brünigstrasse umfassend renoviert werden kann. Die Dauer der Nutzung wurde auf Ende Dezember 2024 mit einer Verlängerungsoption um ein Jahr festgelegt.

Knapp eine Million Franken Gewinn

Die Jahresrechnung 2019 schliesst nach den Worten von Geschäftsführer Patrick Imfeld wiederum mit einem «sehr erfreulichen Gewinn» von 934'889 Franken ab. Zum guten Ergebnis haben vor allem die Bereiche Liegenschaften und Allmendverwaltung beigetragen. Die erwirtschafteten Mittel werden für die Rückzahlung von Darlehen sowie für künftige Investitionen eingesetzt.

Die ordentliche Freiteilversammlung, die wegen der Coronapandemie im Frühling nicht durchgeführt werden konnte, wird voraussichtlich im Herbst stattfinden.