SARNERAATAL: Das Stollenprojekt hat «erhebliche Mängel»

Das Hochwasserschutzprojekt Variante «Stollen Ost» sollte wieder aufgenommen werden. Doch das von der IG Hochwasserschutz Sarnen in Auftrag gegebene Projekt weist erhebliche Mängel auf.

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Das Stollenprojekt würde hier, unterhalb des Wichelsee-Stau­wehrs, erstellt werden. (Bild Robert Hess/Neue OZ)

Das Stollenprojekt würde hier, unterhalb des Wichelsee-Stau­wehrs, erstellt werden. (Bild Robert Hess/Neue OZ)

Die Obwaldner Stimmberechtigten hatten am 25. November 2007 dem Projekt Tieferlegung und Verbreiterung der Sarneraa zugestimmt. Wie es in einer Mitteilung der Staatskanzlei Obwalden heisst, habe der Regierungsrat deshalb bisher keinen Grund gesehen, das Projekt «Stollen Ost» der IG Hochwasserschutz Sarnen zu prüfen.

In der von Kantonsrat Jürg Berlinger eingereichten Motion wurde der Regierungsrat aufgefordert, das Hochwasserschutzprojekt Variante «Stollen Ost» zu übernehmen und bis zur Baureife voranzutreiben, damit ein Vergleich mit der genehmigten Variante Tieferlegung und Verbreiterung der Sarneraa möglich sei.

Prüfung zeigt, dass viele Punkte offen sind
Der Regierungsrat hatte eine Prüfung des Projektes veranlasst. Das Resultat: die vorliegenden Projektunterlagen der IG Hochwasserschutz Sarnen entsprechen formal und inhaltlich nicht dem Detaillierungsgrad eines Bauprojekts gemäss der Bestimmungen.

Es fehlen unter anderem:

  • der Umweltverträglichkeitsbericht
  • Aussagen und Kostenschätzungen über Ausgleichsmassnahmen an der Sarneraa und am Sarnersee
  • Dimensionierungsgrundlagen und –nachweise
  • die Beurteilung der bleibenden Risiken
  • die Notfallplanung
  • Landerwerbspläne

Das Ergebnis der Prüfung zeige weiter, dass die Abklärungen zu den geologischen Verhältnissen nicht ausreichend seien, heisst es in der Mitteilung weiter. Beim vorgesehenen Stollendurchmesser von 5,1 Meter könne ausserdem nicht gewärhleistet werden, dass 70 Kubikmeter Wasser pro Sekunde abfliessen können.

3,4 Millionen Franken Mehrkosten
Um planerisch auf den Stand eines baureifen Projekts zu kommen, ist gemäss Schätzung mit Kosten bis 3,4 Millionen Franken zu rechnen. Auch bei paralleler Planung der beiden Projekte würde die Planungszeit bis zu 1,5 Jahre länger dauern.

Der Regierungsrat beantragt dem Kantonsrat an der Sitzung vom 29. Mai die Motion nicht zu überweisen. Die mit dem Projekt «Stollen Ost» verbundenen Mehrkosten, und die Verzögerung könne sich der Kanton Obwalden nicht leisten, schreibt die Staatskanzlei.

Das von den Stimmberechtigten bewilligte Projekt befinde sich auf Kurs. Die Verzögerung des Terminplans – wovon acht Monate durch das Referendum und der Volksabstimmung verursacht wurden – lasse sich nicht aufholen.

ana