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Sarneraatal: Spatenstich für den Bau des Hochwasserentlastungsstollens

135 Millionen Franken kostet das grösste Hochwasserschutzprojekt des Kantons. Die Schadenssumme, die das verheerende Hochwasser 2005 anrichtete, war fast doppelt so hoch. Seit Montag laufen nun die Bauarbeiten.
Philipp Unterschütz
Die Obwaldner Regierungsraete Maya Buechi-Kaiser, links, und Josef Hess, rechts, anlaesslich des Spatenstich zur realisierung eines Hochwasserentlastungsstollen vom Sarnersee bis zur bestehenden Stauanlage Wichelsee in Alpnach vom Montag 19. Februar 2018. (KEYSTONE/Urs Flueeler) (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Alpnach, 10. Februar 2018))

Die Obwaldner Regierungsraete Maya Buechi-Kaiser, links, und Josef Hess, rechts, anlaesslich des Spatenstich zur realisierung eines Hochwasserentlastungsstollen vom Sarnersee bis zur bestehenden Stauanlage Wichelsee in Alpnach vom Montag 19. Februar 2018. (KEYSTONE/Urs Flueeler) (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Alpnach, 10. Februar 2018))

Zwölfeinhalb Jahre ist es her: Um den Sarnersee und im Bereich der Sarneraa herrschte Land unter. Schäden von weit über 250 Millionen Franken richtete das verheerende Ereignis im August 2005 an. Eine Katastrophe, die sich in die kollektive Erinnerung eingebrannt hat und so nie wieder soll stattfinden können.

Am Montagvormittag fiel nun der Startschuss zum grössten Hochwasserschutzprojekt Obwaldens. Die Gesamtkosten betragen 135 Millionen Franken, rechtskräftig genehmigt sind bisher 117 Millionen. Am Standort des künftigen Auslaufbauwerks des Hochwasserentlastungsstollens – des Herzstücks des Projektes – am Wichelsee auf Alpnacher Gemeindegebiet wurden die Bauarbeiten von Frau Landammann Maya Büchi und Baudirektor Josef Hess offiziell eröffnet. Dies im Beisein von Regierungs- und Gemeinderäten, involvierten Behörden, Planern und Bauunternehmern sowie etlichen Medienvertretern.

Die Tunnelbohrmaschine startet im Herbst 2019

Dass bis zum gestrigen Spatenstich über 12 Jahre vergangen sind, sei ein notwendiger Prozess gewesen, «um eine breit abgestützte Lösung zu finden», sagte Maya Büchi. Und Josef Hess, der nochmals Revue passieren liess, wie er die dramatischen Stunden im August 2005 erlebt hatte, ergänzte: «Varianten wurden geprüft. Mit Anstössern, Fachstellen und weiteren Involvierten wurden Lösungen gesucht. Erkenntnisse, die während der Planung gewonnen wurden, haben zu teilweise grundlegenden Projektänderungen geführt und das Projekt verbessert.» Das habe alles seine Zeit gebraucht.

Projektleiter Raphael Von­aesch erläuterte, welche Arbeiten nun unmittelbar bevorstehen. Bevor sich ab Herbst 2019 eine Tunnelbohrmaschine mit einem Durchmesser von über sechs Metern rund sechseinhalb Kilometer vom Wichelsee bis zum Sarnersee durch den Untergrund fressen wird, sind einige Vorarbeiten nötig. In den nächsten Monaten wird laut Vonaesch insbesondere im Bereich der beiden Portale des Hochwasserentlastungsstollens gearbeitet. Als Erstes werden die Baustellenzufahrt zum Auslaufbauwerk und die neue Etschi-strasse im Hinterbergwald erstellt. Im April 2018 werden Vorarbeiten für die Zufahrt Einlaufbauwerk in Sachseln entlang des Bahntrassees ausgeführt. Den Zuschlag für die Erstellung der temporären Zufahrt ab dem A8-Anschluss Alpnach Süd erhielt kürzlich die Baufirma Bürgi in Alpnach. Die Arbeiten an der Baugrube des Auslaufbauwerks in Alpnach starten im Sommer 2018, und ein gutes Jahr später wird hier durch den beauftragten Totalunternehmer, die Arbeitsgemeinschaft Arge HWS Marti aus Moosseedorf die Tunnelbohrmaschine installiert.

Genehmigungen für weitere Projektteile fehlen noch

Er sei zuversichtlich, dass Kosten und Termine eingehalten würden, sagte Josef Hess. «Beim Stollen gibt es höchstens die im Tunnelbau üblichen geologischen Risiken.» Es sei aber sehr wichtig, dass alle Projektteile zeitlich gut aufeinander abgestimmt realisiert werden können. «Diesbezüglich ist der Zeitplan schon ambitiös.» Die Massnahmen an der Sarneraa sind noch in der Phase der Einsprachenbehandlung und werden voraussichtlich im Herbst 2018 durch den Regierungsrat genehmigt. Aktuell sind gegen diese Projektteile noch elf Einsprachen hängig. «Beim Landerwerb haben wir schon über 50 Prozent geregelt.» Der Bauabschluss der Massnahmen an der Sarneraa ist im Jahr 2025 vorgesehen, der Stollen soll um 2023 fertig sein.

Visualisierung Auslaufbauwerk des Hochwasserentlastungsstollens in Alpnach unterhalb des Wichelsee. Im Hintergrund rechts ist die bestehende Wehranlage der Kraftwerk Sarneraa AG (Stauanlage Wichelsee) ersichtlich. Links vorne sieht man den künftigen Stollenauslauf mit dem Tosbecken. Blickrichtung gegen Süden, Sarneraa flussaufwärts. (Bild: PD)

Visualisierung Auslaufbauwerk des Hochwasserentlastungsstollens in Alpnach unterhalb des Wichelsee. Im Hintergrund rechts ist die bestehende Wehranlage der Kraftwerk Sarneraa AG (Stauanlage Wichelsee) ersichtlich. Links vorne sieht man den künftigen Stollenauslauf mit dem Tosbecken. Blickrichtung gegen Süden, Sarneraa flussaufwärts. (Bild: PD)

Visualisierung Einlaufbauwerk des Hochwasserentlastungsstollens am Sarnersee in Sachseln. (Bild: PD)

Visualisierung Einlaufbauwerk des Hochwasserentlastungsstollens am Sarnersee in Sachseln. (Bild: PD)

Mit einer solchen Tunnelbohrmaschine wird am Projekt gearbeitet. (Bild: PD / Kissling + Zbinden AG)

Mit einer solchen Tunnelbohrmaschine wird am Projekt gearbeitet. (Bild: PD / Kissling + Zbinden AG)

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