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Sauerbrut befällt Alpnacher Bienenvolk

Ein Bienenstand musste unter Sperre gestellt, ein ganzes Volk getötet werden. Es war von der ansteckenden Sauerbrut befallen. Einen Impfstoff dagegen gibt es nicht.
Matthias Piazza
Larven mit Sauerbrut verfärben sich gelblich und fallen in sich zusammen. (Bild: PD)

Larven mit Sauerbrut verfärben sich gelblich und fallen in sich zusammen. (Bild: PD)

Eingefallene und gelblich verfärbte Larven: Das, was eine Alpnacher Bienenzüchterin im vergangenen Monat entdeckte, liess sie nichts Gutes vermuten. Ihr schlimmer Verdacht sollte sich bestätigen: Eines ihrer Bienenvölker, zwischen 20'000 und 30'000 Bienen, war von der Sauerbrut befallen. Der zugezogene Obwaldner Bieneninspektor liess Proben im Laboratorium der Urkantone in Brunnen untersuchen, welches den Befund bestätigte. Die Bienen sind von der heimtückischen Brutkrankheit befallen, ausgelöst durch Bakterien.

«Ein gesundes Volk kann mit einzelnen Bakterien fertig werden. Doch die Bienen in Alpnach waren vermutlich geschwächt, zum Beispiel durch Milbenbefall oder andere Ursachen, und damit anfälliger», sagt dazu Martin Grisiger, stellvertretender Kantonstierarzt beim Laboratorium der Urkantone.

Sperrgebiet für mindestens einen Monat

Ohne Massnahmen würde sich die Krankheit, die für Menschen völlig ungefährlich ist, rasch auf benachbarte Bienenvölker und Stände übertragen. Das betroffene Volk wurde darum abgeschwefelt, also vernichtet und der Bienenstand unter Sperre gestellt. Der entsprechende Honig darf nicht mit anderen Bienen in Kontakt kommen, weil er Bakterien enthalten kann. In einem Sperrgebiet von einem Kilometer ist unter anderem das Ein- und Ausführen von Bienen und Waben verboten. Dies sei ausreichend, da Bienen im Normalfall nicht viel weiter fliegen, so Martin Grisiger. Der Obwaldner Bieneninspektor Sepp Windlin kontrolliert in diesem Radius sämtliche Bienenvölker auf die Sauerbrut.

Die Sperrmassnahme wird 30 Tage nach Vernichtung aller Bienenvölker und Waben des verseuchten Standes aufgehoben, wenn die Kontrollen im gesperrten Stand und im Sperrgebiet keinen neuen Verdacht ergeben haben. Betroffene Imker werden vom Laboratorium der Urkantone entschädigt. «Für den einzelnen Imker ist ein solcher Befall natürlich nichts Schönes, andererseits muss er auch damit leben, das kann immer wieder vorkommen», gibt Martin Grisiger zu bedenken.

Alpnach ist ein Einzelfall – zurzeit

Der weltweit verbreitete Erreger wird hauptsächlich durch Bienenzukauf, Waben oder Geräte, die verseucht sind, oder durch den Imker selber übertragen. Gegen die Sauerbrut gibt es keinen Impfstoff.

Zurzeit ist die Lage in Nid- und Obwalden gemäss Martin Grisiger nicht dramatisch. Seines Wissens sei mit Ausnahme der Alpnacher Imkerin keine der rund je 100 Imker in den beiden Halbkantonen von der meldepflichtigen Sauerbrut betroffen.

Allerdings sei die Krankheit Schwankungen unterworfen. Das zeigt auch ein Blick auf den Urner Talboden. Dort häufen sich momentan Fälle der Sauer- und Faulbrut ausserordentlich stark. Seit ein Imker in Silenen Anfang Mai erstmals Sauerbrut in seinem Bienenstand feststellte, entdeckte der Urner Bieneninspektor bei seinen Kontrollen wöchentlich neue mit den Erregern verseuchte Völker.

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