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Schlachthof kommt in Kerns indirekt an die Urne

Mit einer Einzelinitiative wollen die Gegner des geplanten Schlachthofs im Kernser Industriegebiet Sand die Auswirkungen stark störender Betriebe auf die Arbeitszeiten beschränken. Davon wäre auch das Schlachthaus betroffen.
Franziska Herger

Projektstudie für das neue Schlachthaus (Anbau vorne) im Industriegebiet Sand. (Repro Robert Hess (Kerns, 24. Januar 2018))

Projektstudie für das neue Schlachthaus (Anbau vorne) im Industriegebiet Sand. (Repro Robert Hess (Kerns, 24. Januar 2018))

Diesen Sommer wollte die Genossenschaft Schlachthaus Ei ein Baugesuch einreichen für ein neues solches Gebäude im Kernser Industriegebiet Sand. Nach jahrelanger Suche hatte man dort einen Standort gefunden für das in die Jahre gekommene einzige Schlachthaus im Kanton in der Sarner Ei. Geplant ist in Kerns ein Schlachthof mit Notschlachtstelle auf 1900 Quadratmetern an der Industriestrasse, der zwischen fünf und sechs Millionen Franken kosten soll. Doch ein Baugesuch ist bei der Gemeinde bisher nicht eingegangen.

«Das Projekt steht mittlerweile und wir sind kurz vor der Baueingabe», sagt André Windlin, Genossenschafts- und auch Kernser Gemeindepräsident. Die Abklärungen über Einrichtungen und Materialen hätten etwas länger gedauert als ursprünglich gedacht. Mit dem forschen Auftreten der Gegner der Schlachthofpläne in Kerns habe die Verzögerung aber nichts zu tun, so Windlin.

Doch diese geben nicht auf: Nachdem eine Aufsichtsbeschwerde Anfang Jahr gescheitert war, reichten sie im Sommer ein Umzonungsgesuch ein. Dieses habe man aber wieder zurückgezogen, sagt Erwin Odermatt, Inhaber der an das Schlachthaus-Grundstück anstossenden Odermatt Gebäudesanierung AG. «Die Gemeinde wies uns darauf hin, dass eine Sondernutzungszone nicht für ein einzelnes Grundstück verlangt werden kann.» Stattdessen haben Odermatt und sein Mitstreiter Heinz Egger, der im Industriegebiet Sand ein Fachgeschäft für Kosmetik betreibt, nun eine Einzelinitiative eingereicht, die eine Änderung des Baureglements verlangt.

Ist das Schlachthaus ein stark störender Betrieb?

Konkret sollen neu in der Industriezone stark störende Betriebe nur zulässig sein, wenn ihre Auswirkungen auf die üblichen Arbeitszeiten beschränkt sind. Andere Gemeinden, etwa Sachseln und Alpnach, kennen eine solche Regelung bereits heute. Den beiden Nachbarn Erwin Odermatt und Heinz Egger ist das geplante Schlachthaus unter anderem wegen der Anlieferung mit Lastwagen, Traktoren und Autos mit Anhängern ein Dorn im Auge. Die Zufahrt sei nicht breit genug und der Langsamverkehr durch das Dorf Kerns sei auch aus Umweltgründen nicht zumutbar, finden sie.

Das Schlachthaus wird aber in der Initiative mit keinem Wort erwähnt. Mit Absicht, sagt Erwin Odermatt. «Es geht uns um das ganze Industriegebiet. Mit der heutigen Regelung könnte sich jeder Betrieb hier ansiedeln, unabhängig von Lärm- oder Geruchsemissionen oder der Verkehrsbelastung.» Man werde daher unabhängig von einem Baugesuch an der Initiative festhalten.

Im November wird abgestimmt

Trotzdem wäre auch der Schlachthof von der verlangten Regelung betroffen, zumal die Anlieferung und die Schlachtungen früh am Morgen stattfinden. «Momentan beginnt die Anlieferung um 5.30 Uhr morgens jeweils am Montag, ein Start um 6 Uhr wäre aber allenfalls vorstellbar», sagt André Windlin. Die Grundsatzfrage sei aber, ob der Schlachthof ein störender Betrieb sei. Nein, findet Windlin: «Die ganzen Abläufe der Schlachtung laufen intern ab.» Was den Verkehr betrifft, sei die genügende Erschliessung bei der Zonenplanänderung nachgewiesen worden. «Das dürfte auch für einen Schlachthof gelten.»

Am 25. November stimmen die Kernser an der Urne über die Initiative ab. Ob sie zur Annahme oder zur Ablehnung empfohlen werden soll, diskutiere der Gemeinderat am Montag, sagt Gemeindevizepräsident Beat von Deschwanden auf Anfrage. «Ich will der Diskussion nicht mit Spekulationen vorgreifen.» André Windlin ist als Gemeindepräsident bei allen schlachthofrelevanten Themen in Ausstand getreten, ebenso wie Gemeinderat Daniel Blättler, der Vorstandsmitglied der Genossenschaft ist.

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