Schlichtungsbehörde erledigt 83 Prozent der Fälle

Wenn es Knatsch gibt, schaltet sich die Schlichtungsbehörde ein. Im Jahr 2011 kam es im Kanton Obwalden zu 208 Verhandlungen.

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Roland Bucher ist Präsident der Schlichtungsbehörde im Kanton Obwalden. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue OZ)

Roland Bucher ist Präsident der Schlichtungsbehörde im Kanton Obwalden. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue OZ)

Bei der neu geschaffenen kantonalen Schlichtungsbehörde sind im letzten Jahr 252 Fälle eingegangen, wovon 208 erledigt werden konnten. In 57 Prozent der Fälle konnte die Behörde ein Gerichtsverfahren vermeiden, in Mietstreitigkeiten sogar bei 74 Prozent der Fälle. Die kantonale Schlichtungsbehörde, die nach dem ersten Jahr ein positives Fazit zieht, wurde auf den 1. Januar 2011 mit der neuen eidgenössischen Zivilprozessordnung eingeführt und hat die kommunalen Friedensrichter abgelöst.

Mit Ausnahme der Fälle im Mietrecht, in welchen die Schlichtungsbehörde zusätzlich mit einer Vermieter- und einer Mietervertretung besetzt ist, erledigt Präsident Roland Bucher die Geschäfte alleine. Er versucht, das gegenseitige Verständnis der Parteien zu wecken und so Lösungen für ihre konkreten Anliegen zu finden. Eine rechtliche Prognose kann nur beschränkt abgegeben werden.

Können sich die Parteien nicht einigen, wird dem Kläger die Klagebewilligung ausgestellt, was die Voraussetzung für ein Verfahren vor Gericht ist. Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von 2000 Franken kann die Schlichtungsbehörde selbst entscheiden, falls genügend Beweismittel vorhanden sind. Das Schlichtungsverfahren ist bei Streitigkeiten aus dem Arbeits- sowie dem Miet- und Pachtrecht bis zu einem Streitwert von 30'000 Franken kostenlos, in den übrigen Verfahren sind Verfahrensgebühren geschuldet.

pd/rem