Nid-/Obwalden
Schreinerwettbewerb: Clément Demaurex und Joel Odermatt stehen in der zweiten Runde der «Swiss Skills»

18 Schreinerlernende buhlten an der diesjährigen Sektionsmeisterschaft um eine Nomination für die überregionalen Meisterschaften.

Ruedi Wechsler
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Diese drei schafften es aufs Podest (von links): Joel Odermatt (2. Rang), Clément Demaurex (1. Rang) und Brian Sonderer (3. Rang).

Diese drei schafften es aufs Podest (von links): Joel Odermatt (2. Rang), Clément Demaurex (1. Rang) und Brian Sonderer (3. Rang).

Bild: Ruedi Wechsler (Sarnen, 13. November 2021)

Gross waren die Anspannung, die Ungewissheit und die Nervosität unter den Schreinerlernenden Unterwalden vor der ersten WM-Ausscheidung. Am Nachmittag flossen die ersten Tränen, weil Tina Abächerli – eine von sieben Frauen – den Wettkampf wegen einer Fussverletzung und Schmerzen aufgeben musste. Sie ist arbeitsunfähig und humpelte an Stöcken durch die Innenräume. Trotzdem stellte sich Tina dieser Herausforderung und ergänzte: «Ich nehme die heutige Erfahrung, unter grossem Zeitdruck arbeiten zu müssen, mit auf den weiteren Weg. Wie für alle ist es eine wichtige Vorbereitung für die anstehende Teilprüfung.»

Am BWZ werden 76 Unterwaldner Schreinerlernende in vier Klassen ausgebildet. 16 Lehrlinge aus dem dritten und zwei aus dem vierten Lehrjahr stellten sich der Aufgabe, ein Massivholz-Tablet in Eschenholz anzufertigen. Dabei musste der Bodenrahmen auf Gehrung zugeschnitten, mehrere Schwalbenschwänze eingelegt oder im aufklappbaren Rahmen Messingklappscharniere eingelassen werden. Da wurde mit dem Oberfräser hantiert, mit dem Stechbeitel Feinarbeiten ausgeführt oder mit der Schleifmaschine das Finish angebracht.

Klassenlehrer Ueli Schälin zeigte sich erfreut und beeindruckt vom grossen Zusammenhalt der Klasse und er sagte: «Es ist spannend zu sehen, wie die Lernenden mit dem Leistungsdruck umgehen. Ich stelle auch einen gewissen Niveauunterschied fest und habe zwei bis drei Favoriten.» Beim Rundgang durch den Werkraum fiel die Nummer vier schon bald auf. Tatsächlich konnte man sich vom fortgeschrittenen Werk persönlich überzeugen, welch perfekte Gehrungen dieser junge Mann verleimt hatte. Auch die fein säuberlich eingelegten Doppelschwalbenschwänze liess jedes Holzliebhaber-Herz höherschlagen.

Hauptprobe für die Teilprüfung

Um 16 Uhr zog sich die Jury mit den «Kunstwerken» zurück und die Spannung stieg ins Unermessliche. Draussen trafen Familienangehörige und Freunde ein. Die Bronzemedaille konnte sich Brian Sonderer vom Lehrbetrieb Klosterschreinerei Engelberg umhängen. Brian ist im vierten Lehrjahr und fertigt gerne Fragmente an. Zudem schätzte er die Teilnahme am Wettkampf und ergänzte: «Traditionelle Holzverbindungen mit Massivholz in Handarbeit liegen mir gut. Ich ziehe kleinere Arbeiten Grossaufträgen vor und das sorgt für viel Abwechslung.»

Silber ging an Joel Odermatt vom Schreinerhof Buochs. «Ich startete morgens mit einem mulmigen Gefühl ins Abenteuer. Das Einlegen der Schwalbenschwänze von Hand war für mich die grösste Herausforderung und ich rechnete überhaupt nicht mit diesem Erfolg», so Joel Odermatt. Das exakte Arbeiten bezeichnet er als seine Stärke.

Konzentration, sich nicht zu sehr stressen zu lassen und nicht auf die andern zu schauen, hatte für den Sieger Clément Demaurex am heutigen Tag oberste Priorität. Er ist im dritten Lehrjahr, die Ausbildung absolviert Clément bei der Blättler Schreinerei AG in Hergiswil. Gleichwohl sei er bei Leimarbeiten etwas ins Schleudern geraten und erzählte: «Alle praktischen Arbeiten, sei es mit der Japansäge oder dem Stechbeitel, führe ich sehr gerne aus. Der heutige Anlass war eine gute Hauptprobe für die Teilprüfung.» Der Erfolg gebe ihm viel Motivation für den nächsten Höhepunkt.

2024 geht es in Lyon um die WM-Auszeichnung

Zusammen mit Joel Odermatt ist er nun an den überregionalen Meisterschaften startberechtigt. Die drei Landesregionen mit je 30 Teilnehmern erküren die drei Besten und nur sie kommen in die Nationalmannschaft. An der Schweizer Meisterschaft kämpft das Neunerteam der Rotjacken um die zwei begehrten Plätze für Lyon, wo es 2024 um die WM geht. Es ist also noch ein weiter Weg für die vielversprechenden Talente.

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