Schützenswerte Ortsbilder: Obwaldner Regierung wehrt sich gegen Bund

Grundsätzlich begrüsst der Obwaldner Regierungsrat die Stossrichtung der Totalrevision der Verordnung über das Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder. Er wehrt sich aber in seiner Stellungnahme gegen neu vorgesehene Kontrollfunktionen.

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Blick auf den Lungerer Ortsteil Obsee - auch er ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder. (Archivbild: Romano Cuonz)

Blick auf den Lungerer Ortsteil Obsee - auch er ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder. (Archivbild: Romano Cuonz)

(sda) Dies, weil verlangt wird, dass der Kanton die Wiederherstellung der Ortsbilder im Sinne des Bundesinventars der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (Isos) als Daueraufgabe aktiv bewirtschafte, schreibt die Staatskanzlei.

In seiner Stellungnahme unterstreicht der Regierungsrat die Bedeutung des Bundesinventars Isos fürs baukulturelle Erbe der Schweiz und begrüsst die Stossrichtung der Vorlage: Die grundlegende Überprüfung einer derart bedeutenden Planungsgrundlage sei nach über 30 Jahren angezeigt. Dennoch kritisiert er den Zeitpunkt der Vernehmlassung. Schlüsselbegriffe wie «Bundesaufgabe» oder «nationales Interesse» seien nicht eindeutig definiert. Bei Bauvorhaben in einem Isos-Bereich sei es für Bauwillige wie für die Behörden heute beispielsweise nahezu unmöglich zu entscheiden, ob das Bauvorhaben «Bundesinteressen» tangiere oder nicht.

«Diese Unsicherheit hat in Obwalden in Einzelfällen dazu geführt, dass jahrelang in die falsche Richtung geplant oder vor Gerichten gestritten wurde», hält die Regierung fest. Sie fordert den Bund deswegen auf, aktiv auf die Kantone zuzugehen und dringlich die nötige Klarheit zu schaffen. Sie unterstützt die angestrebte Vereinheitlichung der Methodik, weil sie auch die Transparenz erhöhe.