SCHULE: Obwalden plant Schulausschluss für Auffällige

Verhaltensauffällige Schüler sollen befristet vom Unterricht ausgeschlossen werden können und gemeinnützige Arbeit verrichten. Dies könnte im Kanton Obwalden bald möglich sein.

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Eine Möglichkeit eines Time-Outs könnte das unbesoldete Mitarbeiten auf einem Bauernhof darstellen. (Archivbild Remo Inderbitzin/Neue LZ)

Eine Möglichkeit eines Time-Outs könnte das unbesoldete Mitarbeiten auf einem Bauernhof darstellen. (Archivbild Remo Inderbitzin/Neue LZ)

Der Obwaldner Regierungsrat unterbreitet dem Kantonsparlament einen Bericht und Beschlussentwurf. Er erfüllt damit einen Postulatsauftrag, in Zusammenarbeit mit den Gemeinden, so genannte Time-out-Lösungen für renitente Volksschüler in einem Leitfaden darzustellen, wie es in einer Medienmitteilung heisst. In diesem Leitfaden wird für die Primar- und die Orientierungsschule aufgezeigt, wie Time-out-Lösungen für besonders verhaltensauffällige Schüler auszugestalten sind.

Arbeiten gehen – und wiederkommen
Ein Time-out wird als auf vier bis höchstens sechs Wochen befristeter Schulausschluss mit dem Ziel der Reintegration in die angestammte Klasse definiert. Orientierungsschüler sollen während des Schulausschlusses vorübergehend in einem Betrieb, in einer Institution oder auf einem Bauernhof eine unbesoldete, begleitete Arbeitsleistung erbringen können. Für Primarschüler werden vor allem Teilausschlüsse, zum Beispiel Kleingruppenunterricht, vorübergehende Beurlaubung in einzelnen Fächern und begleitende Unterstützung durch Beratungspersonen vorgesehen.

Im Wesentlichen sollen zeitlich begrenzter Unterricht in Kleingruppen, Arbeitseinsätze in Betrieben und auf Bauernhöfen durch die Gemeinde und durch Elternbeiträge finanziert werden, während Time-out-Platzierungen in spezialisierten Institutionen im Rahmen der Sonderschulfinanzierung durch Kanton, Gemeinde und Eltern finanziert werden sollen.

scd