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Nach Seilbahnunglück am Titlis: Die ersten Betroffenen arbeiten schon wieder

Die Verletzten des Unfalls am Titlis vom Mittwoch sind ausser Lebensgefahr. Derweil wurden Revisionsarbeiten des Titlis Xpress wieder aufgenommen.
Matthias Piazza
Die von der Polizei abgesperrte Unfallstelle nach dem Unglück bei den Revisionsarbeiten, fotografiert am Mittwoch, 5. Juni 2019. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)

Die von der Polizei abgesperrte Unfallstelle nach dem Unglück bei den Revisionsarbeiten, fotografiert am Mittwoch, 5. Juni 2019. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)

Der Schock sitzt tief bei den rund 400 Mitarbeitern der Titlisbahnen. Sie trauern um ihren Arbeitskollegen, einen 58-jährigen Nidwaldner, der 32 Jahre lang für das Unternehmen gearbeitet hatte und am Mittwochmorgen bei Revisionsarbeiten des Titlis Xpress sein Leben lassen musste. Zwei weitere Titlis-Mitarbeiter wurden schwer, drei leicht, ein Mitarbeiter einer externen Firma mittelschwer verletzt. Sämtliche Verletzten sind mittlerweile ausser Lebensgefahr.

Schon am Tag des Unglücks wurde die Belegschaft laufend informiert. Am Abend versammelten sich die Mitarbeiter bei der Talstation. «Alle sind sehr betroffen, gestandene Mitarbeiter weinten», sagt CEO Norbert Patt. Wer wollte, durfte am Donnerstag zu Hause bleiben. «Die meisten erschienen aber zur Arbeit, weil sie so das Unglück besser verarbeiten können», erklärt Patt.

Die Revisionsarbeiten am Titlis Xpress wurden am Donnerstag wieder aufgenommen. Die Bahn kann so am Samstag, einen Tag später als geplant, ihren Betrieb wieder aufnehmen. «Wir wollen gerade wegen des tragischen Ereignisses nicht in diesem Modus der Revisionsarbeiten verharren», begründet Norbert Patt das Vorgehen. «Die Verarbeitung dieses Unglückes hat aber gerade erst begonnen und wird wohl noch sehr viel Zeit in Anspruch nehmen.» Wichtig bei der Bewältigung des Ereignisses sei auch, die Unfallursache klären zu können. Ob es eine öffentliche Trauerfeier geben wird, ist noch nicht klar.

Bergbahn ist der grösste Arbeitgeber in der Gemeinde

Auch in der Gemeinde Engelberg ist man sehr betroffen, wie Talammann Alex Höchli sagt: «Wir standen unter Schock, unsere Gedanken sind bei den Familien der Verletzten und insbesondere bei den Angehörigen, die einen lieben Menschen verloren haben.» Die Gemeinde ist eng mit den Titlisbahnen verbunden. Fast jeder der 4400 Einwohner kennt jemanden, der bei dem Unternehmen, dem grössten Arbeitgeber der Gemeinde, arbeitet. «So, wie ich die Engelberger kenne, werden sie den betroffenen Angehörigen in dieser schweren Zeit zur Seite stehen», sagt Alex Höchli. Der Gemeinderat stehe in engem Kontakt mit den Titlisbahnen.

Wie in solchen Situationen üblich, ist das Care-Team Nidwalden/Engelberg ausgerückt. 6 der 17 Mitglieder betreuen seit Mittwochmorgen die Direktbetroffenen und deren Familien. Menschen würden unterschiedlich auf ein solch traumatisches Ereignis reagieren, erklärt der stellvertretende Leiter, Marino Bosoppi-Langenauer. «Einige weinen oder schreien, andere schweigen, wenn die Bilder wieder hochkommen.» Das sei ganz normal. «Unsere Aufgabe ist es, den Betroffenen zuzuhören, für sie da zu sein, sie zu begleiten und ihnen dadurch wieder auf die Beine zu helfen, sodass ihr Leben weitergehen kann.» Es sei wie bei einem Autounfall. «Man muss möglichst bald wieder ins Auto steigen, um nicht im Schock zu verharren. Wenn uns das gelingt, ist die Aufgabe der Caregivers, welche übrigens keine Therapeuten sind, erfüllt», erklärt Bosoppi.

Er unterstütze darum das Vorgehen der Titlisbahnen, welche die Revisionsarbeiten wieder aufgenommen haben, um so baldmöglichst wieder in den Betriebsalltag zurückzukehren.

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