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Sicherheit steht an erster Stelle

Fast 2 Millionen Franken investieren die Sportbahnen Melchsee-Frutt jedes Jahr in die Revision ihrer Anlagen. Gestern haben die Hauptarbeiten an der Gondelbahn begonnen.
Philipp Unterschütz
Per Helikopter werden die 2,5 Tonnen schweren Rollenbatterien zur Talstation Stöckalp geflogen. (Bild: PD (Kerns, 14. Mai 2018))

Per Helikopter werden die 2,5 Tonnen schweren Rollenbatterien zur Talstation Stöckalp geflogen. (Bild: PD (Kerns, 14. Mai 2018))

Gut zwei Meter Schnee liegen noch auf Melchsee-Frutt. Die Wintersaison ist aber seit dem 8. April beendet. Dann haben die Sportbahnen Melchsee-Frutt den Betrieb eingestellt – Hotels und Restaurants sind geschlossen, die Strasse ist eingeschneit und der Ferienort in der Zwischensaison. Den Betriebsunterbruch nutzen die Sportbahnen in den nächsten drei Wochen für wichtige Servicearbeiten. «Etwa 20 Prozent des Umsatzes oder rund 1,8 Millionen Franken investieren wir jedes Jahr, um unsere Anlagen und Gebäude in Stand zu halten», sagt Geschäftsführer Daniel Dommann.

Die Gondelbahn beispielsweise, die im Dezember 2012 in Betrieb ging, hat mittlerweile 16 000 Betriebsstunden geleistet – bis 22 000 Stunden erreicht sind, müssen alle Rollenbatterien komplett zerlegt, geprüft und revidiert werden. Schwerpunkt der diesjährigen Revisionsarbeiten sind deshalb die acht Batterien der Masten 3 bis 6. Gestern flog ein Helikopter die je 2,5 Tonnen schweren Teile zur Werkstatt bei der Talstation Stöckalp. Die noch schwereren Batterien (bis 3,5 Tonnen) der oberen 11 Masten kommen in den nächsten beiden Jahren dran.

Für 1,5 Millionen Franken werden Steuerungen ersetzt

«Ausser den Materialkontrollen, für die wir mit zertifizierten Prüfbetrieben zusammenarbeiten, machen wir alles selber», betont der technische Leiter Beat von Deschwanden. «Wir wollen, dass unsere Leute die Bahnen nicht nur betreiben, sondern auch verstehen.» Revisionsarbeiten seien zudem für jeden Seilbahn-Mechatroniker ein Höhepunkt. Böse Überraschungen werden die 20 Personen des technischen Dienstes kaum erleben. «Wir haben bereits letztes Jahr die Batterien an den besonders neuralgischen Stellen mit den höchsten Belastungen und Vibrationen revidiert und dabei festgestellt, dass die Anlage in gutem Zustand ist», erklärt Beat von Deschwanden. «Wäre das nicht so gewesen, hätten wir dieses Jahr alle 15 Masten revidiert.»

Oberstes Ziel sei, dass die Anlagen immer in sicherem Zustand seien, ergänzt Geschäftsführer Daniel Dommann und erwähnt den finanziellen Druck, unter dem ein grosser Teil der Branche steht. «Es gibt Unternehmen, bei denen aus finanziellen Gründen beim Unterhalt auch mal gebremst werden muss. Letztlich kommt man dadurch aber noch mehr unter Druck.» Beat von Deschwanden bestätigt, dass man in den letzten 25 Jahren bei den Sportbahnen Melchsee-Frutt kein einziges Mal Revisionsarbeiten aufgeschoben habe. Erst im Februar hat die Besitzerin, die Korporation Kerns, beschlossen, die alten Steuerungen der beiden Sesselbahnen Stöckalp–Cheselenfirst–Bettenalp in den Jahren 2018 und 2021 für total knapp 1,5 Millionen Franken zu ersetzen.

Betriebsunterbruch ideal für Rettungsübung

Den Betriebsunterbruch nutzt die Bahn morgen Mittwoch auch für eine Rettungsübung gemeinsam mit der Rettungsflugwacht Rega und der Alpinen Rettung Schweiz ARS. Ziel der Rettungsübung mit etwa 30 Personen und einem Helikopter am Sessellift Stöckalp-Cheselen im bewaldeten Gebiet ist unter anderem die Bergung von Passagieren. «Es geht darum, dass die Retter die Geräte und ihre persönlichen Rettungsausrüstungen einsetzen, sowie Rettungsabläufe unter möglichst realen Bedingungen durchspielen», erklärt Daniel Dommann. Die Übung habe man speziell mit der Rega koordiniert, weil es zugleich auch darum gehe, die Kommunikation vor Ort, die Aufgaben und die Kommandostruktur zu prüfen und allenfalls zu optimieren.

Ausser einer Rettungsaktion 2014 nach einem Getriebeschaden am Sessellift waren auf der Melchsee-Frutt bisher keine grösseren Rettungen nötig. «Hoffen wir, dass es bei Übungen bleibt», sagt Daniel Dommann.

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