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Er hilft Kindern auf der ganzen Welt: Junger Sarner von der Unicef ausgezeichnet

Der 12-jährige Aurel Riek aus Sarnen ist offiziell Jungbotschafter der Unicef. Gemeinsam mit Geschwistern und Freunden lädt er jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit Freunde und Nachbarn zum Musikcafé nach Hause ein.
Marion Wannemacher
Aurel Riek (Trompeter, Mitte), seine Freunde und seine Geschwister veranstalten jedes Jahr einen Anlass, um Geld für Unicef zu sammeln. (Bild: Manuela Jans-Koch (Sarnen, 27. März 2019))

Aurel Riek (Trompeter, Mitte), seine Freunde und seine Geschwister veranstalten jedes Jahr einen Anlass, um Geld für Unicef zu sammeln. (Bild: Manuela Jans-Koch (Sarnen, 27. März 2019))

Im «Weltbürger-Pass» hat Aurel Riek den sechsten Stempel. Am Samstag erhielt er im Verkehrshaus Luzern an einer Preisverleihung von Unicef-Botschafter Kurt Aeschbacher die Ernennung zum Jungbotschafter der Unicef. Insgesamt 68 Kinder aus der ganzen Schweiz dürfen sich seit diesem Jahr so nennen. Darunter sind auch Lilly Deicher (13) aus Buchrain und Ariyah Arnold (15) aus Inwil. Seit 2004 haben sich über 100 000 Kinder in der Schweiz für Unicef-Projekte für Kinder in der ganzen Welt während der «Sternenwoche» in der Vorweihnachtszeit engagiert. 6,6 Millionen Franken kamen auf diese Weise zusammen.

Aurel und seine Geschwister sind bereits seit mehr als acht Jahren fleissig dabei. Gemeinsam laden sie jeweils an einem Adventssonntag Nachbarn aus dem Quartier, Freunde und Verwandte zum Musikcafé nach Hause in den Spitalmattenweg ein. Für einen Medienbericht machten sie diese Woche eine Ausnahme und organisierten ein zusätzliches Musikcafé mitten im Frühling.

Kulinarische und musikalische Genüsse

Im Flur duftet es nach Kuchen. Auf einem Teller türmen sich Beerenmuffins, Mutter Dominque Riek berieselt den Schokoladekuchen mit Puderzucker-Schnee. Im Wohnzimmer der Rieks richten sich Aurel an der Trompete, seine grosse Schwester Julia (14) und seine kleine Schwester Johanna (9) an der Geige, Cousine Ava an der Harfe und Mithurhia am Marimbafon ein. Fürs Zeitungsfoto müssen sie keinen hörbaren Auftritt hinlegen. Es klingt ein bisschen durcheinander wie beim Einstimmen eines Orchesters. Dass sie musikalisch etwas drauf haben, beweisen später die beiden jungen Violinistinnen, die Harfenspielerin und der Cellist mit der irischen Ballade «Danny Boy». Kaum in Fahrt gekommen, erfüllt der Titanic-Song das Wohnzimmer.

Bis zu 80 Leute besuchen die Rieks an einem «normalen» vorweihnachtlichen Musikcafé einmal im Advent. Sie geben sich die Klinke in die Hand. Der Anlass ist als Open-House gestaltet, jeder kommt, wann er möchte. Die Kinder spielen ihr Musikprogramm in drei Durchläufen und servieren dazwischen Kaffee und Kuchen.

«Die Leute haben sich immer sehr gefreut», kommentiert Julia, die Grosse. Die Herausforderung sei jeweils, mit den rund zehn Kindern, die mitmachten, Probetermine zu finden. «Manche sind noch im Orchester, andere machen Sport», erzählt sie. Das Repertoire dagegen ergibt sich von selbst: Weihnachtslieder stehen auf dem Programm.

Tradition hat auch pädagogische Zwecke

Jeder der Sternenwochen-Gruppe hat seine Aufgaben. Johanna ist mit Freundin Katharina für die Einladungsflyer zuständig. Darauf ist einerseits der Spendenzweck zu finden – vergangenes Jahr ging es um sauberes Wasser für Bolivien – und das Spendenergebnis vom Vorjahr.

Die Rieks wollen ihren Kindern etwas mitgeben. Sie wachsen in einer natürlichen Umgebung auf. Draussen im Garten scharren Hühner in einem Pferch. Auf dem Kompost haben die drei Spitzmäuse gefangen, die als vorübergehende Gäste in einer Holzkiste im Haus geduldet sind.

Die Tradition der Unicef-Aktion in der Familie hat auch pädagogische Zwecke: «Es ist schön, wenn die Kinder merken, dass sie zusammen mit ihren Freunden andern Kindern helfen können», sagt Vater Roland Riek. Durch die Unicef-Kinder komme richtig viel Geld zusammen. «Damit kann man etwas mittragen. Aber Selbstmachen ist wichtig», sagt er schlicht. In den letzten Jahren kamen pro Musikcafé mehr als 1000 Franken zusammen.

Die Riek-Kinder sind ganz «normale» Kinder: Aurel geht in Sarnen in die sechste Klasse. Besonders gesprächig zeigt sich der Zwölfjährige nicht bei seinem ersten Interview als Unicef-Botschafter. Unter Hobbys zählt er auf: «Volleyball, Badminton, Trompete und lesen, vor allem Krimis.» Und ja, über die Urkunde freue er sich sehr.

«Der Eifer muss von den Kindern kommen, am schönsten ist es, wenn unter den Kindern eine Eigendynamik entsteht», betont Dominique Riek. An die zehn Kuchen backt sie jeweils gemeinsam mit den Kindern. Sie habe schon manches Jahr vor der Sternenwoche geäussert: «Nein, bitte, dieses Jahr nicht.» Klar, für Mütter ist diese Zeit im Jahr am stressigsten. «Die Kinder haben immer protestiert: ‹Nein, das ist doch super.›» Herumgekriegt haben sie ihre Mutter noch immer.

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