Sie wollen den Charakter von Obsee erhalten

Die Stiftung Pro Lungern-Obsee feierte an den Tagen des Denkmals ihr 40-Jahr-Jubiläum.

Robert Hess
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Die vier Stiftungsräte von Pro Lungern-Obsee (von links): David Zumstein, Mathias Ming, Niklaus Linder und Präsident Paul Imfeld-Gasser. Im Hintergrund das Blockhaus «z’Kaspers» aus dem Jahr 1711. .

Die vier Stiftungsräte von Pro Lungern-Obsee (von links): David Zumstein, Mathias Ming, Niklaus Linder und Präsident Paul Imfeld-Gasser. Im Hintergrund das Blockhaus «z’Kaspers» aus dem Jahr 1711. .

Bild: Robert Hess (Lungern, 12. September 2020)

Zwei historische Gebäude, ein Top-Video und ein Jubiläumsrundgang lockten am Wochenende viele Besucher aus Nah und Fern ins Lungerer Dörfli Obsee. Angesagt waren die Europäischen Tage des Denkmals und die damit verbundene Feier zum 40-jährigen Bestehen der Stiftung Pro Lungern-Obsee.

Eines der präsentierten Prunkstücke ist ein um 1750 erbautes «Tätschdachhaus» und der dazugehörende Kleinstall. Nachdem das Bauernhaus vor einigen Jahren einer Gesamtrestaurierung unterzogen wurde, ist nun der Stall bis auf die Grundmauern abgebrochen und neu zu Wohnraum aufgebaut worden. Mit Bildern und Plänen wurden Renovation und Umnutzung dokumentiert.

Ein stattliches Doppelwohnhaus

Das zweite präsentierte Gebäude ist das Doppelwohnhaus «z’Kaspers», das 1711 erbaut worden ist. Das stattliche, vor wenigen Jahren restaurierte Gebäude aus der Barockzeit «weist eine besondere Innenausstattung mit bauzeitlichen Kachelöfen, Parkettböden und Buffets auf», heisst es in einer Broschüre zu den Europäischen Tagen des Denkmals. Auch diese Geschichte einer gelungenen Gesamtrestaurierung war auf dem Rundgang mit Bildern und Plänen dokumentiert. Gleichzeitig konnten sich die Besucherinnen und Besucher dort mit Getränken und Lungerer Alpkäse und Brot stärken.

Der dritte Schwerpunkt zur 40-Jahr-Jubiläumsfeier der Stiftung Pro Lungern-Obsee war ein acht Minuten langes Video des jungen Lungerer Filmers Balin Imfeld. Der packende Film mit den Stimmen von Gründermitglied Mathias Ming und Präsident Paul Imfeld-Gasser wurde in der Gaststube des ehemaligen Restaurants Sonne aufgeführt. Die dort noch erhaltenen Eckbänke und das Buffet weckten bei älteren Besuchern schöne und vielleicht auch etwas wehmütige Erinnerungen an die längst geschlossene kleine Wirtschaft. Zum Thema lohnt sich auch ein Blick auf die Website des initiativen Mediamatiker-Lehrlings Balin Imfeld www.balinfilms.ch.

Bauen und Renovieren sind möglich

Präsent an den Tagen des Denkmals waren stets auch Vertreter der jubilierenden Stiftung. Sie ist 1980 auf Initiative des Schweizerischen Bundes für Naturschutz – heute Pro Natura – und des Schweizerischen Heimatschutzes gegründet worden, berichtete Stiftungsratsmitglied Niklaus Linder, «um die bauliche Eigenart und die Charakteristik des intakten Orts- und Landschaftsbildes Lungern-Obsee zu erhalten.» Diese Absichtserklärung bedeutete aber nie, «dass im Gebiet Obsee nicht renoviert oder gebaut werden darf, wir befürworten gute Lösungen», ergänzte Gründungsmitglied Mathias Ming. «Vieles kommt gut, aber leider nicht alles», wandte Stiftungsratsmitglied David Zumstein ein. «Wir haben kein Recht zu Einsprachen, geben aber an Bauherrschaften und Behörden Empfehlungen ab», sagte Paul Imfeld-Gasser, seit 16 Jahren Präsident. «Diese sind für die Baubehörden und auch die Denkmalpflege wertvoll», meinte Gemeindepräsidentin Bernadette Kaufmann-Durrer an der kleinen spontanen Gesprächsrunde am Samstag vor Ort.