Siebenkämpferin Sandra Röthlin will beim Werfer-Meetin in Sarnen den Heimvorteil nutzen

Am Sonntag findet im Leichtathletikstadion Seefeld in Sarnen das OKB-Werfer-Meeting statt. Siebenkämpferin Sandra Röthlin aus Kerns tritt dabei in drei Disziplinen an.

Stefanie Barmet
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Das OKB-Werfer-Meeting, das am Sonntag im Leichtathletikstadion Seefeld unter Einhaltung des von Swiss Athletics ausgearbeiteten Covid-19-Schutzkonzeptes stattfindet, wird vom Athletik Zentrum Sarnen-Unterwalden organisiert. Der Anlass richtet sich in erster Linie an Mitglieder des Schweizer Wurf- und Mehrkampfkaders. Mit rund 180 Disziplinenstarts verspricht das erstmals durchgeführte und von der Obwaldner Kantonalbank als Hauptsponsor unterstützte Meeting ein Erfolg zu werden.

Neben zahlreichen Teilnehmenden aus der von Thomi Rymann geführten Trainingsgruppe des Athletik Zentrums sowie Einzelathleten aus dem nahen Ausland sind mit Géraldine Ruckstuhl (Speer/Kugel) und Chantal Tanner (Diskus) auch zwei amtierende Schweizer Meisterinnen am Start.

An den Bestleistungen kratzen

Ihren Heimvorteil nutzen möchte die letztjährige U23-EM-Teilnehmerin Sandra Röthlin von der LA Nidwalden. Die Siebenkämpferin tritt im Speer- und Diskuswerfen sowie im Kugelstossen an. «Ich freue mich auf qualitativ hochwertige Wettkämpfe. Da die Felder nicht gross sind, können lange Wartezeiten zwischen den einzelnen Versuchen verhindert werden, was für uns Athletinnen sehr angenehm ist. Dass das Mehrkampfkader der Frauen so stark vertreten ist, ehrt uns.»

«Mein Ziel ist es, in allen drei Disziplinen an meinen Bestleistungen zu kratzen.»
Die Mehrkämpferin Sandra Röthlin aus Kerns will den Heimvorteil nutzen.

Die Mehrkämpferin Sandra Röthlin aus Kerns will den Heimvorteil nutzen.

Bild: Hanspeter Roos (Meilen, 20. Juni 2020)

Im Kugelstossen steht der Bestwert der Zierpflanzengärtnerin bei 12.53 Metern, jener im Diskus bei 39.99 und derjenige im Speerwerfen bei 38.77 Metern. Bei den ersten Meetings der Saison kam sie mit 12.30 Metern im Kugelstossen sowie 37.04 Metern im Speerwerfen bereits sehr nahe an diese Werte heran. «Ich habe eine sehr harte Trainingsphase hinter mir. Dennoch sind die ersten Wettkämpfe, die ich in Langenthal und Meilen bestritten habe, gut verlaufen und ich darf mit den gezeigten Leistungen zufrieden sein.»

Abgesehen von der Einhaltung der Abstände, der Registrierung aller Athleten sowie Betreuungspersonen im Vorfeld der Anlässe und den fehlenden Zuschauern seien die ersten Meetings nach der coronabedingten Wettkampfpause nicht aussergewöhnlich gewesen. «Man hat gemerkt, dass die Athleten Wettkämpfe bestreiten wollen und sich dementsprechend auch an die Regeln halten. Auch die gegenseitige Unterstützung war sehr gross.»

Die U23-Europameisterschaften als Fernziel

Den Lockdown empfand Sandra Röthlin als grosse Herausforderung. Beruflich ging die Arbeit als Zierpflanzengärtnerin im 80-Prozent-Pensum nahtlos weiter, während es im Trainingsalltag einige Änderungen gab. «Wir konnten nicht mehr in der Gruppe sowie auf der Anlage trainieren. Wir haben uns jedoch gut organisiert und konnten beispielsweise im Keller einer Trainingskollegin einen eigene Kraftraum einrichten.»

Vor allem im Rumpfbereich habe sie in dieser Zeit stark profitiert. An Hoch- oder Weitsprungtraining war auf Grund der gesperrten Anlagen hingegen nicht zu denken. Die Obwaldnerin, die in ihrer Freizeit verschiedene Kaninchenrassen züchtet, wusste die gewonnen Zeit zu nutzen.

«Statt Wettkämpfe zu bestreiten den Frühling mit Kollegen zu verbringen, habe ich für einmal sehr genossen.»

Das Heimmeeting am Sonntag dient der 21-Jährigen als wichtige Zwischenstation auf dem Weg an die Schweizer Mehrkampf Meisterschaften, die am 8. und 9. August in Langenthal ausgetragen werden. «Auch an den Nachwuchsmeisterschaften, die zwei Wochen später in Frauenfeld stattfinden, möchte ich gute Leistungen zeigen. Mein Fernziel sind die U23-Europameisterschaften, welche hoffentlich in einem Jahr in Norwegen zur Austragung kommen.»

Vor einem Jahr verpasste die Kernserin die Limite für die U23-Kontinentalkämpfe im Siebenkampf um mickrige zehn Punkte, sprang über die Kurzhürden im letzten Moment aber doch noch auf den EM-Zug auf. Ende Saison konnte sie ihre Siebenkampfbestleistung dann um 134 Punkte auf ein Gesamttotal von 5524 Punkten steigern.