«Sitzen mit Doris» im Sarner Seefeld

Alt Bundesrätin und Sarner Ehrenbürgerin Doris Leuthard hat ihr eigenes Bänkli am Ufer des Sarnersees erhalten. Gebaut wurde die massive Sitzgelegenheit aus einheimischen Rohstoffen.

Martin Uebelhart
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Doris Leuthard sitzt schon einmal Probe auf ihrer Bank. (Bild: Martin Uebelhart, Sarnen, 29. Juni 2019)

Doris Leuthard sitzt schon einmal Probe auf ihrer Bank. (Bild: Martin Uebelhart, Sarnen, 29. Juni 2019)

Der Slogan «Duschen mit Doris» prägte vor 20 Jahren den Wahlkampf von Doris Leuthard für einen Sitz in den eidgenössischen Räten. Damals wurden im Aargau Duschmittel-Beutel mit ihrem Porträt verteilt. Jetzt nach ihrem Rücktritt aus dem Bundesrat kann Doris Leuthard es etwas gemütlicher nehmen: «Sitzen mit Doris» auf einer ihr gewidmeten Bank im Seefeld am Ufer des Sarnersees. Zumindest sei sie nun wieder die Herrin über ihre Agenda, wenngleich sie schon das eine oder andere Mandat angenommen habe, wie sie vor den rund 50 Personen bei der Enthüllung der Parkbank aus Holz und Stein erwähnte.

Der Sarner Gemeindepräsident Jürg Berlinger meinte am Samstag vor dem Mittag in Sarnen, das Bänkli solle der einheimischen Bevölkerung aber auch den Besuchern zugutekommen. «Es lädt zum Ausruhen ein und zum Geniessen der herrlichen Gegend.» Doch solle die Sitzbank auch daran erinnern, dass Doris Leuthard Sarner Bürgerin und seit diesem Jahr Ehrenbürgerin des Obwaldner Hauptorts sei. Die Gemeindeversammlung hatte der alt Bundesrätin im Frühjahr diese Würde verliehen. Berlinger bedankte sich bei ihr für alles, was sie für das Land, aber auch für Obwalden und Sarnen geleitet habe. Er erinnerte insbesondere an den Hochwasserschutz. «Das ist ein grandioses Geschenk», sagte Doris Leuthard nach der Enthüllung der massiven Bank aus Obwaldner Eichenholz und Rischi-Steinen. «So etwas habe ich noch nie erhalten.» Eine Bank passe gut in die heutige Zeit, fand sie. «Die Leute haben fast nie Zeit. Eine Bank lädt ein, sich auszuruhen und den Ausblick auf den See zu geniessen.» Eine Bank sei auch immer ein guter Ort für Gespräche. Manchmal funktioniere das auf einem Bänkli besser als zu Hause. Dann sei eine Bank aber auch Ort der Begegnung, an dem man andere Menschen kennen lernen könne. «Vielleicht sogar die Liebe des Lebens, wer weiss?», so Doris Leuthard.

Sie hofft, ab und zu auf der Bank sitzen zu können

Holz und Steine passten gut zu Sarnen. Holz werde für die Energiegewinnung genutzt. Das erinnere sie an ihre Tätigkeit und die Energiepolitik. Und auch Steine seien passend. «Manchmal habt ihr ja auch harte ‹Grinde›», sagte sie. Es gelte, zu den einheimischen Rohstoffen Sorge zu tragen. Sie hoffe, die Bank auch ab und zu nutzen zu können. Sie wolle bald mit ihrer Mutter hierherkommen. Es sei ihr am Samstag zu heiss gewesen.

Roger Burch von Burch Holzbautechnik und Thomas Fallegger von Fallegger Rischi Steine, erzählten über die Bedeutung der beiden Rohstoffe für Obwalden.