SKI ALPIN: Denise Feierabend kämpft auf der Frutt ums WM-Ticket

Denise Feierabend läuft es im Weltcup nicht wie gewünscht. Das heutige Rennen auf der Frutt soll ihr das Vertrauen wieder zurückbringen damit es doch noch was wird mit dem WM-Start.

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Will heute für die Trendwende sorgen: Denise Feierabend. (Bild: Keystone)

Will heute für die Trendwende sorgen: Denise Feierabend. (Bild: Keystone)

Theres Bühlmann

In der Stimme von Denise Feierabend schwingt Vorfreude mit. Beim ersten von zwei Europacup-Slaloms auf der Frutt kann die 25-jährige Engelbergerin heute auf die Unterstützung ihres Fanclubs und der einheimischen Zuschauer zählen. Und das bei einem Rennen, das für sie von besonderer Bedeutung ist. Denn dieses Rennen soll Feierabend wieder die Sicherheit zurückgeben. In vertrauter Umgebung, mit weniger Druck als im Weltcup, will sie auf der Frutt Vertrauen tanken, damit es danach auf höchster Ebene wieder aufwärtsgeht.

Die Absolventin der Sportschule Engelberg arbeitet hart, damit sich bei den Weltcup-Rennen wieder gute Resultate einstellen. Denn dort «kann ich im Moment nicht das umsetzen, wozu ich eigentlich fähig bin». 25 Weltcup-Punkte hat sie sich in dieser Saison geholt. Alle im Slalom mit Rängen zwischen 21 und 25. Einmal schied sie aus, in Zagreb verpasste sie kürzlich den zweiten Lauf. Ihr Selbstvertrauen war folglich schon mal ausgeprägter.

Saisonauftakt weckt Hoffnungen

«Dabei», sagt sie, «war ich mit dem Saisonauftakt zufrieden.» Denn da weckte Platz 9 nach dem ersten Lauf Hoffnungen auf ein Top-10-Resultat. Doch ausgerechnet beim Saisonauftakt in Levi, wo sie 2013 bei ihrer Rückkehr nach einem Kreuzbandriss mit Rang 10 verblüfft hatte, glückte ihr diesmal die zweite Fahrt nicht wunschgemäss. Dennoch lautete das Fazit hinterher: Alles in allem wars für einen Saisonauftakt okay. Aktuell sieht es anders aus. «Ich kann mir auch nicht so richtig erklären, weshalb es nicht rund läuft», sagt sie. Durch intensive Gespräche mit dem Trainerteam versucht sie immer wieder alles zu analysieren, damit sie zurück in die Erfolgsspur findet. Denn dort will sie wieder hin. Immerhin kann sie mehr, als sie in dieser Saison gezeigt hat das beweist auch ihr Palmares.

Ihre Karriere auf internationaler Ebene begann mit ihren ersten FIS-Rennen 2004 und zwei Jahre später mit den Rennen im Europacup. Dann ging es bergauf. Sie debütierte 2008 im Weltcup in Zagreb und holte sich trotz der hohen Startnummer 54 durch den 18. Platz ihre ersten Weltcup-Punkte. Ihr grösster Erfolg ist der 6. Platz im Slalom an der WM 2009 in Val-d’Isere. Überhaupt konnte sie am Ende des Jahres 2009 eine erfolgreiche Bilanz ziehen. Sie gewann in Zakopane ihr erstes Europacup-Rennen und wurde im März in Garmisch-Partenkirchen Juniorenweltmeisterin im Slalom.

Die nächsten Jahre gestalteten sich als ein Auf und Ab. Dank drei Top-15-Platzierungen qualifizierte sie sich aber für die WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen und erreichte in der Super-Kombination den 6. Platz. Als bestes Ergebnis im Weltcup resultierte ebenfalls Platz 6, herausgefahren im Januar 2012 in der Super-Kombination in St. Moritz. Doch fünf Wochen später kam der grosse Bruch: Feierabend erlitt einen Kreuzbandriss und eine Meniskusverletzung am rechten Knie und musste mehr als ein Jahr pausieren. Doch sie kämpfte sich wieder zurück, mit viel Energie und einer Portion Beharrlichkeit, bis zu jenem Wettkampf in Levi, wo sie so überraschend gut fuhr.

Dank ihrer guten Resultate qualifizierte sie sich für die Olympischen Spielen in Sotschi, die sie als «geniale Zeit» bezeichnet. Mit dem 17. Rang im Slalom und Platz 12 in der Super-Kombination reiste sie nach Hause.

Am 13. Januar letzte WM-Chance

Doch nun gehört das alles der Vergangenheit an. Näher liegt die im Februar in den USA stattfindende WM. Qualifiziert hat sich Feierabend mit ihren bisherigen Resultaten dafür zwar noch nicht. Eine Chance bleibt ihr aber noch: In Flachau steht am 13. Januar ein weiterer Weltcup-Slalom an und diese Chance will sie packen.

Sie kann aber auch damit rechnen, von den Selektionären für die WM-Super-Kombination ausgewählt zu werden. Und wenn sie dann schon vor Ort ist, würde unter Umständen die Möglichkeit bestehen, auch gleich noch den WM-Slalom zu bestreiten. «Ich will aber aus eigener Kraft zeigen, dass ich an die WM gehöre, und muss jetzt einfach schnell fahren», sagt sie energisch.

Doch zurück zum Rennen auf der Frutt. Einen konkreten Rang setzt sich Denise Feierabend nicht zum Ziel. Vielmehr ist es ihr grosses Bestreben, einen Schritt vorwärtszukommen, die Un­sicherheiten hinter sich zu lassen und das Tief zu überwinden.

FIS-Europacup-Slalom, Frauen

Heute. 1. Slalom: 11.00 1. Lauf; 13.30 2. Lauf.

Morgen. Nachtslalom: 17.30 1. Lauf; 20.00 2. Lauf.

Piste: Cheselen auf Melchsee-Frutt.

Die Sportbahnen Melchsee-Frutt bieten am Freitag eine vergünstigte Skipass-Abendkarte ab 16 Uhr inklusive Eintritt und Bratwurst für 15 Franken an.

Mehr unter: www.nachtslalom.ch