Skigebiet Mörlialp braucht dringend Anschub

Beim Skigebiet Mörlialp stehen Investitionen an. Gemeinde und Banken sollen dem Unternehmen unter die Arme greifen. Wenn nicht, ist die Zukunft gefährdet.

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Das Familienskigebiet Mörlialp bei Giswil. (Bild: PD)

Das Familienskigebiet Mörlialp bei Giswil. (Bild: PD)

Mit einem jährlichen Umsatz von mittlerweile 1,2 Millionen Franken gehört das Skigebiet Mörlialp oberhalb von Giswil sicher nicht zu den grossen Skigebieten in der Zentralschweiz. Das sei aber weder möglich noch das Ziel, sagt André Strasser, Verwaltungsratspräsident der Skilifte Mörlialp AG. «Wir sind ein Nischenplayer. Bei uns findet man keine Halfpipes und Funparks.» Stattdessen setze Mörlialp auf die Karte Familien und Skischulen.

Das Geschäftsmodell, sich als Nischenplayer von den «Grossen» abzuheben beziehungsweise sich gegenüber ihnen behaupten zu können, scheint aufzugehen. In den vergangenen zwölf Jahren stieg der Jahresumsatz, mit Ausnahme von einigen «Ausreissern». Auf rund 180'000 Franken stieg der Cashflow (Reingewinn vor Abschreibungen) in den letzten guten Jahren. «Sicher keine komfortable Lage, auf Rosen sind wir nicht gebettet. Aber wir sind mit diesem soliden Wert zufrieden, zumal der Gewinn bei uns nicht an oberster Stelle steht», kommentiert André Strasser die Zahlen. «Kleine Skigebiete begehen finanziell immer eine Gratwanderung.»

Auf Unterstützung angewiesen
Trotz dem Erreichten ist jetzt Hilfe der öffentlichen Hand und der Banken gefragt. Die Pistenfahrzeuge brauchen eine Garage, sind zudem in die Jahre gekommen und müssen ersetzt werden. Zudem soll das vor Jahren eingeführte und beliebte Kinderland massiv ausgebaut werden. Die Investitionen belaufen sich auf 750'000 Franken. «So viel Geld können wir mit unseren eigenen Mitteln unmöglich aufbringen», erklärt André Strasser.

Die Gemeinde Giswil und die Korporationen sollen nun ein Aktienkapital in der Höhe von je 200'000 Franken zeichnen. Innerhalb von zehn Jahren sollen die Aktien der Gemeinde abgeschrieben sein. Und Banken sollen sich mit weiteren Darlehen engagieren.

Die Giswiler stimmen am kommenden Mittwoch an ihrer Gemeindeversammlung über die «Finanzspritze» ab. André Strasser ist zuversichtlich, dass das Geschäft angenommen wird. «Bei einem Nein müssten wir wohl oder übel die dringend notwendigen Investitionen zurückstellen.» Die Banken ihrerseits hätten ihre Zustimmung zum Darlehen bereits gegeben, allerdings unter der Auflage, dass die Gesamtfinanzierung zu Stande komme.

Matthias Piazza

Den ausführlichen Artikel zu diesem Thema finden Sie in der «Zentralschweiz am Sonntag» vom 20. November.