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Skispringen in Engelberg: Der Glaube der Organisatoren an Magnet Simon Ammann

Die Organisatoren sind gerüstet für die beiden Weltcup-Skispringen in Engelberg. Doch wie steht es um die Gunst der Zuschauer? Simon Ammann und die weiteren Schweizer sind derzeit nur Mittelmass.
Oliver Mattmann
Schweizer Fans sorgen an der Titlis-Schanze für Stimmung. (Bild: Philipp Schmidli (Engelberg, 16. Dezember 2017))

Schweizer Fans sorgen an der Titlis-Schanze für Stimmung. (Bild: Philipp Schmidli (Engelberg, 16. Dezember 2017))

Die weisse Pracht ist inzwischen auch auf natürliche Art eingetroffen, die Schanze ist präpariert und das Festgelände bereit. Ausser Wetterkapriolen steht den beiden Weltcup-Skispringen in Engelberg von morgen und Sonntag eigentlich nichts mehr im Weg. Bloss: Wie steht es um die Gunst des Publikums? Die Schweizer Skispringer hüpfen der Konkurrenz in dieser Saison meistens hinterher, allen voran Aushängeschild Simon Ammann. «Es ist so: Simon ist nach wie vor ein Zuschauermagnet. Ich glaube aber, die Fans halten zu ihm, auch wenn er das Toplevel momentan nicht erreicht», bleibt OK-Co-Präsident Hans Wallimann zuversichtlich. Und wenn Ammann und Co. nicht an der Spitze mitspringen, dann sind es häufig Österreicher, Deutsche oder Polen. «Das ist für uns genauso wichtig. Natürlich freuen wir uns, wenn die Schweizer auf der Heimschanze über sich hinauswachsen. Aber wenn Athleten aus den umliegenden Ländern formstark sind, trägt uns das ebenfalls Fans aus diesen Regionen ein. Deshalb gleicht sich das am Ende wieder etwas aus», hält Wallimann fest.

Auf der anderen Seite macht er keinen Hehl daraus: «Wenn die Schweizer Springer nicht mit Spitzenplätzen für Schlagzeilen sorgen, macht das unsere Suche nach Sponsoren nicht einfacher.» In anderen Nationen geniesse Skispringen einen höheren Stellenwert, in der Schweiz sei es trotz der vier Olympiasiege von Ammann 2002 und 2010 nach wie vor eine Randsportart.

Im Kampf um den Sponsoringkuchen sei der anhaltende Trend mit Negativzinsen zudem wenig förderlich, fügt der ehemalige Finanzdirektor des Kantons Obwalden an. Er hofft auf 10'000 Zuschauer über beide Tage. Auf diese Zahl ist auch das Budget von über einer Million Franken ausgelegt. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Aussage Wallimanns zum Wetter: «Es sollte nicht zu schlecht, aber auch nicht zu schön sein. Das animiert in der Regel am meisten Leute, unsere Veranstaltung zu besuchen und nicht anderswo in die Berge zu gehen oder zu Hause vor dem Fernseher zu bleiben.»

Sturm wie vergangene Woche wäre verheerend

Aus dieser Optik sind die Prognosen indes wenig verheissungsvoll: Für morgen ist Sonnenschein vorausgesagt, für Sonntag ein Mix aus Regen und Schnee. Bleibt dem OK noch eine weitere Wetter-Trumpfkarte. Dazu Hans Wallimann, der derzeit zwischen seinem Wohnort Giswil und Engelberg hin- und herpendelt: «Wenn es unten noch grün ist, zieht es die Leute eher hinauf in den Schnee.» Zumindest hätte er nicht mit dem vergangenen Wochenende mit stürmischen Winden tauschen wollen. «Dann wäre wohl der Worst Case eingetroffen und wir hätten einen oder beide Wettkämpfe absagen müssen.» Für diesen Fall haben die Organisatoren eine Versicherung, die einen Anteil der Ausfallkosten übernimmt, um nicht plötzlich vor dem Aus zu stehen.

«Aber es ist so: Wir können nicht mit der grossen Kelle anrichten», so Hans Wallimann. Im Vorjahr fuhren die Organisatoren ein leichtes Defizit ein. «Wir sind dauernd auf der Suche nach Optimierungen und Einsparungen.» Er hofft unter anderem, dass der benötigte Schnee dereinst bei Bedarf technisch an der Schanze hergestellt werden kann und die Lastwagenfahrten – heuer waren es rund 75 – mit Schnee aus anderen Gebieten aus finanziellen und ökologischen Gründen der Vergangenheit angehören. Umso glücklicher schätze man sich, seitens Behörden, Bevölkerung und Helfer eine «Riesenunterstützung» erfahren zu dürfen.

Die knappen Mittel färben auch auf das eher schmale Rahmenprogramm ab. Man sei sich bewusst, dass etwa das Angebot für Familien mit Kindern ausbaufähig sei, so Wallimann. «Auf der anderen Seite muss man sehen, dass Familien in den Zuschauerreihen ohnehin selten auszumachen sind.» Immerhin: In diesem Jahr unterhält Zauberer und Ballonkünstler Tomini die kleinen Besucher des Skispringens.

www.weltcup-engelberg.ch

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