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SKISPRINGEN: Licht und Schatten über Engelberg

Bestens gelaunt standen 7800 Zuschauer gestern am frühen Nachmittag an der Titlis-Schanze. Eine Trychlergruppe und eine Guuggenmusig sorgten für die akustische Stimmung. Mindestens eine Top-Ten-Platzierung eines Schweizers lag in der Luft.
Klatscht mit seinen Fans ab: Simon Ammann, der mit seinem 21. Platz natürlich nicht zufrieden war. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Klatscht mit seinen Fans ab: Simon Ammann, der mit seinem 21. Platz natürlich nicht zufrieden war. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Peter Prevc aus Slowenien lässt sich für den Schanzenrekord von 142 Metern feiern. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Die Besten am Sonntag: Der zweitplatzierte Michael Hayboeck (links) aus Österreich, Sieger und Peter Prevc (Mitte) aus Slowenien und Kenneth Gangnes aus Norwegen. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Er sprang auch am Sonntag zum Sieg: Peter Prevc. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
Domen Prevc, der Bruder von Peter Prevc, nimmt am Sonntag ebenfalls am Wettkampf teil. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Eine Schrecksekunge erlebte der Deutsche Richard Freitag. Er stürzte bei der Landung, konnte danach aber aufstehen und das Wettkampfgelände verlassen. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Der zweifache Sieger und neuer Schanzenrekordhalter Peter Prevc aus Slowenien im Zielgelände. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Auch am Sonntag nimmt der Slowene Domen Prevc am Wettkampf teil. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Simon Ammann bei einer Landung im Wettkampf am Sonntag. Beim zweiten Springen in Engelberg war er der einzige Schweizer Finalteilnehmer. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Kenneth Gangnes aus Norwegen nach einem seiner Sprünge am Sonntag. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Das Brüder-Duo aus Slowenien am Samstag an der Spitze: Domen Prevc (links) wird Zweiter und sein älterer Bruder Peter Prevc ist Sieger des Springens am Samstag. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Peter Prevc aus Slowenien siegt am Samstag vor seinem Bruder. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
Der Slowene Domen Prevc springt am Samstag auf den zweiten Platz. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
Der Japaner Noriaki Kasai wird am Samstag Dritter. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
Der Japaner Noriaki Kasai freut sich über den dritten Platz beim ersten der beiden Springen in Engelberg. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Der Schweizer Simon Ammann springt am Samstag auf Platz 21. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
Das Skispringen fand bei schönstem Wetter statt. (Bild: Keystone/ALEXANDRA WEY)
Der Schweizer Gregor Deschwanden erreicht am Samstag Platz 30. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
Gregor Deschwanden aus einer anderen Sicht. (Bild: Keystone/ ALEXANDRA WEY)
Der Schweizer Gregor Deschwanden nach dem Sprung am Samstag. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Der Schweizer Simon Amman nach einem Sprung am Samstag. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Er scheint mit seinem Sprung zufrieden zu sein: Kenneth Gangnes aus Norwegen beim ersten der beiden Sringen in Engelberg. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Die Schweizer Fans rücken mit Jochrinklern an. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Die Schweizer Fans lassen sich nicht lumpen und bekennen Farbe. (Bild: Keystone /)
Ein "Give-me-Five" mit dem Sportstar: Simon Amman klatscht sich durch die Hände der Zuschauer. (Bild: Keystone /)
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Skispringen Engelberg

Das dachte sich auch Ex-FCL-Spieler Daniel Wildisen (53), der als ehemaliger Trainer des Engelberger Sportclubs wie jedes Jahr das Weltcup-Skispringen vor Ort mitverfolgte. An seiner Seite ESC-Ehrenpräsident Heinz Imboden und dessen Ehefrau. Helen Imboden hoffte: «Vielleicht springt Simi Ammann nach vorne.»

Regierungsräte treffen Bundesrat

Im VIP-Zelt kümmerte sich die frühere Frau Talammann Martha Bächler wie stets sehr engagiert um die 560 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Sport. Der prominenteste und zugleich wichtigste Gast war zweifellos Bundesrat Ueli Maurer (65). Er nutzte den Anlass, um sich mit den Regierungsräten der sechs Zentralschweizer Kantone zu treffen. Der Bundesrat hat zugesagt, die Bewerbung für die Universiade 2021 in Luzern und in der Innerschweiz zu unterstützen. Maurer: «Das ist ein sehr gutes, wohl überlegtes Projekt. Für Luzern eine Chance, sich als Universitätsstadt sportlich und infrastrukturell zu profilieren.» Es dürfte nur eine Formsache sein, dass die Zentralschweiz am 5. März 2016 den Zuschlag für den internationalen Sportanlass bekommt.

Ex-Skispringer Maurer gefällt es

Doch dann wandte sich der SVP-Bundesrat wieder der Schanze zu. Als einstiger Junioren-Skispringer (Bestweite 61 Meter) und Noch-Chef des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) steht er Simon Ammann und Gregor Deschwanden nahe. «Als Sportsoldat ist Gregor noch für ein paar Tage mein Angestellter. Simon ist seit Jahren ein guter Freund», sagte Maurer, der ab 1. Januar dem Finanzdepartement vorsteht.

Maurer glaubte ebenfalls an eine gute Rangierung von Ammann. «Engelberg liegt Simon.» Er ahnte aber, dass es kein Podestplatz wird. «Für die ersten drei reicht es noch nicht.» So war es denn auch. Maurer übergab am Schluss die Siegerpreise an die slowenischen Brüder Peter und Domen Prevc und an den 43-jährigen Japaner Noriaki Kasai.

Trotz dem enttäuschenden Abschneiden der Schweizer – Platz 21 von Ammann und Platz 30 von Deschwanden – meinte Maurer, der Weg nach Engelberg habe sich für ihn wie immer gelohnt. «Mir gefällt hier dieser spezielle Dorffest-Charakter.» Dazu passte, dass im Festzelt nebenan «ChueLee» der örtlichen Jugend einheizte.

Obwohl die Stimmung beim Grossteil des Publikums abkühlte, gab es doch immer noch einigen Sonnenschein auf den umliegenden Bergen – und auf den Gesichtern einzelner Zuschauer. So zog zum Beispiel der Zuger Brandschutzspezialist Walter Oeschger zufrieden an seiner grossen Zigarre und beobachtete die Flüge der Springer. «Wir haben hier ein Ferienhaus und gehen jedes Jahr ans Springen», sagte er lächelnd.

Ammann-Fan hofft auf heute

Etwas ernüchtert war dagegen der Simon-Ammann-Fan Felice Pastorino. Er war extra aus Steffisburg im Berner Oberland angereist, um seinen Liebling im Einsatz zu sehen. Neben der Skijacke und dem Käppi, die er letztes Jahr vom zweimaligen Doppel-Olympiasieger geschenkt bekommen hatte, trug er eine Simi-Fahne bei sich. Zum Konterfei des Idols hatte er mit wasserfestem Filzstift geschrieben: «Bester Schweizer Skispringer aller Zeiten.»

Für den 74-jährigen Pensionär Pastorino bleibt Ammann trotz der gestrigen Enttäuschung ein Idol zum Anfassen: «Simon fasziniert mich wegen seiner Persönlichkeit. Er ist offen und immer zugänglich.» Und ausserdem bleibt die Hoffnung für das zweite Springen von heute. Pastorino reist wieder an. Wie zigtausend andere Zuschauer auch.

Die kleinen Schritte des Schweizer Topspringers

1. springen dw. Während die Schweizer mit Simon Ammann (21.) und Gregor Deschwanden (30.) für das schlechteste Ergebnis in Engelberg seit 2012 sorgten, konnten sich zwei andere Nationen über hervorragende Leistungen ihrer Athleten freuen. Das Brüderpaar Peter (23) und Domen Prevc (16) feierte einen Doppelsieg für Slowenien. Der immer noch topfitte Japaner Noriaki Kasai (43) sprang im zweiten Durchgang mit einem 134-Meter-Satz von Platz 12 auf 3.

Eine Klasse für sich war aber Peter Prevc. Vor allem mit seinem ersten Sprung auf 139,5 Meter deklassierte er den Rest des Feldes. Dabei fehlten ihm nur 2,5 Meter zum Schanzenrekord von Sigurd Pettersen aus Norwegen im Jahr 2008 (142 Meter).

Der ältere der beiden Prevc-Brüder baute damit seine Führung im Weltcup auf Severin Freund (27) aus. Der deutsche Weltmeister und letztjährige Gesamtsieger wurde lediglich Achter.

Die besondere Geschichte am ersten der beiden Springen in Engelberg schrieben aber der älteste und der jüngste Teilnehmer. Als Noriaki Kasai 1999 zum ersten und bis gestern einzigen Mal auf das Podest der Titlis-Schanze sprang, war Domen Prevc gerade mal ein halbes Jahr alt. 16 Jahre später ist er hinter seinem Bruder erstmals auf ein Weltcup-Podium gesprungen – und Kasai schaffte es als 43-Jähriger auch unter die ersten drei.

Enttäuschter Deschwanden

Der Kontrast könnte grösser nicht sein: hier das Milchbubi-Gesicht des Jünglings, dort das vom Leben gezeichnete Antlitz des Japaners. Kasai genoss es sichtlich, im Mediencenter vor die Journalisten zu treten: «Ich liebe Engelberg und die netten Leute hier.» Kasai versprach, dass er nächstes Jahr wieder als Starter kommen wolle. 44 Jahre ist ja dann für ihn immer noch kein hohes Spitzensportleralter ...

Angefressen war dagegen Simon Ammann wegen seines 21. Platzes: «Ich war zu früh am Absprung.» Entschuldigend meinte er: «Es sind halt kleine Schritte, die ich mache. Die Resultate sind nicht befriedigend.»
Noch schlechter war der Horwer Gregor Deschwanden klassiert. Auf Rang 30 belegte er den letzten Platz im Finaldurchgang, für den er einen Weltcup-Punkt bekam. Scherzhaft meinte er: «Das ist immerhin ein Punkt mehr als im Vorjahr.» Damals war er wie heuer Killian Peier (33.) und Luca Egloff (38.) nicht für den zweiten Sprung qualifiziert. Für Deschwanden ist das natürlich nur ein schwacher Trost: «Ich bin enttäuscht, habe heute meinen guten Sprung nicht gefunden. Jetzt bleibt mir nur noch die Hoffnung auf Besserung am Sonntag.»

Skispringen in Engelberg

Weltcup. Grossschanze. Schlussklassement:
1. Peter Prevc (Sln) 297,1 (139,5 m/134 m). 2. Domen Prevc (Sln) 283,5 (133,5/134). 3. Kasai (Jap) 273,5 (131,5/134). 4. Freitag (De) 272,3 (132,5/128,5). 5. Gangnes (No) 271,6 (127/135). 6. Fannemel (No) 271,5 (133/128). 7. Kraft (Ö) 269,8 (132,5/127,5). 8. Freund (De) 265,7 (133/126). 9. Hayböck (Ö) 264,7 (129/129). 10. Fettner (Ö) 264,3 (131,5/130,5). – Ferner: 20. Stoch (Pol) 246,8 (130,5/118). 21. Ammann (Sz) 245,8 (128/125). 30. Deschwanden (Sz) 233,7 (122,5/120). – Nicht im Finaldurchgang: 33. Peier (Sz) 114,8 (124). 38. Egloff (Sz) 108,6 (120). – u. a. nicht am Start: Schlierenzauer (Ö).
Stand nach dem 1. Durchgang: 1. Peter Prevc 151,4 (139,5). 2. Freitag 138,5 (132,5). 3. Domen Prevc 138,2 (133,5). 4. Kraft 137,8 (132,5). 5. Fannemel 137,7 (133). 6. Freund 135,5 (133). – Ferner: 18. Ammann 123,9 (128). 28. Deschwanden 118,7 (122,5).

Weltcup-Stand (9/32): 1. Peter Prevc 464. 2. Freund 359. 3. Gangnes 310. 4. Tande (No) 251. 5. Forfang (No) 234. 6. Freitag 179. – Ferner die Schweizer: 17. Ammann 99. 23. Deschwanden 52. 50. Peier 2.

Programm

Heute, 12.45: Qualifikation. – 14.15: 1. Durchgang, anschliessend Finaldurchgang der besten 30.
Rahmenprogramm: Rund ums Skispringen gibt es weitere Events und Partys auf dem Wettkampfgelände und im Dorf. Die Festwirtschaft auf dem Schanzengelände ist heute ab 10.30 geöffnet. Ticketpreise. Stehplätze. Erwachsene: Pro Wettkampftag 35 Franken. Jugendliche (12 bis 15 Jahre): Pro Wettkampftag 25. Kinder: In Begleitung Erwachsener gratis.

Daniel Wyrsch

Am Ende eines Prachtstages in Engelberg war die Titlisschanze nicht der Ort, wo die Schweizer Fans ihre Athleten feiern konnten. (Bild: Philipp Schmidli)

Am Ende eines Prachtstages in Engelberg war die Titlisschanze nicht der Ort, wo die Schweizer Fans ihre Athleten feiern konnten. (Bild: Philipp Schmidli)

Gratuliert dem drittplatzierten Domen Prevc (links): Bundesrat und Ex-Skispringer Ueli Maurer. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Gratuliert dem drittplatzierten Domen Prevc (links): Bundesrat und Ex-Skispringer Ueli Maurer. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

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