SNOW-VOLLEYBALL: Das Wetter vermiest die Party

Der Tour-Auftakt in Engelberg wird verregnet. Ein ehemaliger Nationalspieler aus Sarnen lässt sich den Termin dennoch nicht entgehen.

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Duell auf Schnee: Das deutsche Duo mit Daniel Thoma (am Ball) und Joscha Feuerstein (rechts) gegen die Tschechen Thomas Pala und Marcel Mysliveceke (ganz hinten). (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)

Duell auf Schnee: Das deutsche Duo mit Daniel Thoma (am Ball) und Joscha Feuerstein (rechts) gegen die Tschechen Thomas Pala und Marcel Mysliveceke (ganz hinten). (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)

claudio Zanini

Es war kein einfaches Unterfangen für die 62 Athleten aus 14 verschiedenen Nationen, die in Engelberg das erste Turnier der Snow-Volleyball-Tour 2015 bestritten. Mit dem launischen Wetter auf dem Brunni blieben auch die erhofften Menschenmassen aus. Und so wurde es schwierig für die Snow-Volleyballer, ihre noch sehr junge Sportart zu bewerben. Bei den Qualifikationsspielen am Samstag zählte das Drehkreuz der Brunni-Bahnen noch rund 1500 Personen. Gestern sah es bedeutend schlechter aus: Noch gut 300 Menschen kamen auf den Berg hinauf die wenigsten unter ihnen dürfen aber als Zuschauer bezeichnet werden.

Ursprung in Salzburg

Doch auch bei strahlendem Wetter kämpft Snow-Volleyball weiterhin um Anerkennung. Erst 2009 begann die Bewegung in Salzburg (Ö), seit 2012 existiert die Tour. Engelberg ist dabei nach 2013 und 2014 zum dritten Mal Austragungsort. Und eigentlich war auf dem Brunni alles angerichtet für packende Snow-Volleyball-Spiele. Denn in und um die beiden Spielfelder ging einiges: Cheerleaders animierten die wenigen Zuschauer unter lauter Musik, und dank Barbetrieb, Liegestühlen, Whirlpool mangelte es an nichts.

Die Profi- und Amateurvolleyballer zeigten nichtsdestotrotz grossen Einsatz. Alle Spieler üben normalerweise ihren Sport in der Halle oder auf dem Sand aus. Die Regeln entsprechen denen des Beachvolleyballs. Schnee-Erfahrung haben die wenigsten. Der Österreicher Martin Kaswurm, Pressesprecher der Snow-Volleyball-Tour, erklärt: «Die meisten Spieler nutzen die Übergangsphase zwischen der Hallen- und der Beachvolleyball-Saison für die Snow-Volleyball-Tour.»

Schweizer gehen leer aus

Um es vorwegzunehmen: Sportlich konnten die Schweizer nur bedingt überzeugen. Das Zürcher Duo Christian Busin und Raphael Bühler spielte in dessen Vierergruppe zwar stark, aufgrund der schlechten Punktedifferenz schafften sie es aber nicht in den Halbfinal. Bei den Männern gewannen schliesslich die beiden vierfachen bayerischen Volleyballmeister Max Hauser und Bene Doranth. Bei den Frauen triumphierte das deutsch-amerikanische Team Swiechowska/Olinyk.

Ein anderer Schweizer konnte nach der Gruppenphase ebenfalls nicht in die Endspiele vordringen. Doppelt schade, da es Raphael Zurgilgen aus Sarnen war der einzige Obwaldner im Teilnehmerfeld. Er verlor mit seinem deutschen Teampartner Andreas Urmann sämtliche Gruppenspiele gegen die Teams aus Tschechien, Italien und Deutschland. Für die Sportart an sich fand der ehemalige Schweizer Nationalspieler nur positive Worte: «Es macht sehr viel Spass und ist äusserst ähnlich wie Beachvolleyball, bis auf die glitschige Unterlage.» Seinen normalen sportlichen Alltag bestreitet Zurgilgen beim VBC Luzern, wo er sich derzeit auf die NLB-Aufstiegsspiele konzentriert.

Auf einem der restlichen fünf Snow-Volleyball-Tourstopps in Tschechien, Deutschland, Italien wird Zurgilgen höchstwahrscheinlich nicht mehr anwesend sein. Der Aufstieg und sein Pensum als Sportlehrer haben Priorität. «Aber ich werde sicher wieder hier nach Engelberg kommen», sagt der Sarner, während er sich im Whirlpool direkt neben dem Center Court von den Wettkämpfen entspannt.