Sohn von Neuseeland-Auswanderern tauft seine Jodel-CD

In Alpnach hat der in Stansstad wohnhafte Peter Arnold am Sonntag Konzertbesucher begeistert.

Robert Hess
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Solojodler Peter Arnold – am Akkordeon begleitet von seiner Frau Ursula – in der Pfarrkirche Alpnach.Bild: Robert Hess (22. September 2019)

Solojodler Peter Arnold – am Akkordeon begleitet von seiner Frau Ursula – in der Pfarrkirche Alpnach.Bild: Robert Hess (22. September 2019)

«Peter Arnold singt direkt in die Herzen der Menschen», sagte die Obwaldner Jodlerdirigentin Silvia Windlin nach einem Konzert vor drei Jahren. Und im Festbericht des Eidgenössischen Jodlerfestes 2014 in Davos schrieb der Juror: «Der Jodler (Peter Arnold) begeistert die Zuhörenden und die Jury mit seiner von tiefer Heimatverbundenheit geprägten Darbietung.»

Ob solcher Lorbeeren verwundert es nicht, dass die Pfarrkirche Alpnach bei der Taufe der ersten CD von Solojodler Peter Arnold am vergangenen Sonntagnachmittag praktisch vollbesetzt war. Selbstverständlich trugen auch die Gastformationen Höibode Chörli, Luzern, Schii-Cheerli, Alpnach, die Ländlermusik Beggriäder-Gruäss sowie Peter Arnolds Duett-Partner Gery Wolfisberg, die alle auch auf der CD zu hören sind, viel zum gelungenen Anlass bei.

Das Jodeltalent vom Vater geerbt

Näheres zur Heimatverbundenheit des heute 70-jährigen Peter Arnold erklärte Moderator Hansruedi Niederberger. Für alle, die es noch nicht wussten, berichtete er, dass Vater Sepp Arnold mit Frau und sechs Kindern 1961 vom Heimwesen «Rengg» in Alpnachstad nach Neuseeland auswanderte, wo sich die Familie in der Nähe von Auckland eine Milchfarm aufbaute. Peter war damals 12-jährig und hatte das Jodeltalent von seinem Vater geerbt, der «ein grossartiger Jodler und Komponist» und Gründungsmitglied des Jodlerklubs Alpnach war, wie Niederberger berichtete.

Während eines halben Jahrhunderts war Neuseeland Peter Arnolds Heimat. 2012 kehrte er mit seiner 1985 geheirateten Frau Ursula in die Schweiz zurück, heute wohnen sie in Stansstad. Sie stammt aus Frauenfeld und begleitet Peter seit vielen Jahren als Dirigentin, Komponistin und Akkordeonistin. «Ohne Ursula wären wir heute nicht hier», sagte er am Sonntag.

Gäste extra aus Neuseeland angereist

Fast andächtiger als bei einem Gottesdienst hörten die Besucher in der Pfarrkirche die berührenden Vorträge wie «Echo von Ferne», «I mynä Bärge» oder den von Sepp Arnold komponierten «Ränggjuiz» (zusammen mit Gery Wolfisberg) sowie den «Steigli-Juiz» des gleichen Komponisten.

Sichtlich gerührt dankte Peter Arnold seinen beiden in Auckland wohnhaften Töchtern, die mit je drei Kindern aus Neuseeland angereist waren, für ihr Kommen. Zu den Gästen aus der Ferne gehörten auch Peters Schwester Heidi sowie Bruder Kurt, die Gotte und Götti der neuen CD sind. Mit dem neuen, von Ursula Arnold komponierten Lied «De Vater» und dem Liebeslied «Pokarekare ana», in der neuseeländischen Landessprache Maori gesungen, verabschiedete sich Peter Arnold; vom stürmischen Beifall des begeisterten Publikums begleitet.