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Spital Sarnen im Zentrum der Diskussion

Das Gesundheitswesen steht im Umbruch – auch in Obwalden. In Sarnen haben Experten nun Lösungen aufgezeigt.
Kurt Liembd
Das stetig teurer werdende Gesundheitswesen gab bei den Experten zu reden. Bild: Kurt Liembd (Sarnen, 19. September 2019)

Das stetig teurer werdende Gesundheitswesen gab bei den Experten zu reden. Bild: Kurt Liembd (Sarnen, 19. September 2019)

Das Interesse an Gesundheitspolitik und dem Kantonsspital ist gross. Dies zeigte sich zumindest am Donnerstag, als gut 80 Personen den Weg in die «Metzgern Sarnen» fanden. Obschon es ein Anlass der CVP war, waren Leute jeglicher politischer Couleur zugegen. Wen wundert’s: Denn thematisiert wurden die Zukunft des Kantonsspitals sowie gesundheitspolitische Fragen.

Ins Thema eingeführt haben Ständerat Erich Ettlin und Patrick Csomor, Leiter des Gesundheitsamtes Obwalden. «Das Ergebnis des heutigen Abends ist völlig offen», sagte eingangs CVP-Parteipräsident Bruno von Rotz. Damit zeigte er auch, dass seine Partei offen ist, was mit dem Kantonsspital geschehen soll.

Zu Beginn zeigte CVP-Ständerat Erich Ettlin auf, dass die Schere zwischen Löhnen und Krankenkassenprämien stark auseinanderdriftet ist. «So kann es nicht weitergehen.» Die Politik habe hier viel zu spät reagiert. Gemäss Ettlin könnten im Gesundheitswesen 10 bis 40 Prozent Kosten eingespart werden, ohne Qualitätsverlust. Anhand von 38 Massnahmen, die vom Bundesrat vorgeschlagen wurden, zeigte Ettlin auf, wie dies bis 2030 erreicht werden könnte.

Patrick Csomor veranschaulichte seinerseits Einflussfaktoren des Gesundheitswesens. Als Mega-Trends nannte er die Digitalisierung, Ambulantisierung, Ökonomisierung, Individualisierung und Industrialisierung. Sein Fazit: Das Kantonsspital Obwalden ist ein kleines Spital mit kleinem Einzugsgebiet, aber mit grossem Grundversorgungsauftrag. Deshalb appellierte er an einen Paradigmenwechsel zur regionalen Spitalversorgung.

Beim anschliessenden Podiumsgespräch, moderiert von Raphael Disler, diskutierten Fachleute die Zukunft des Spitals und die Chancen eines Obwaldner Kompetenzzentrums im Gesundheitswesen. Ein solches gibt es etwa in Scuol. Davon ist Bruno Krummenacher, Vizepräsident des Spitalrates, nicht abgeneigt. Allerdings könne das Engadiner Konzept nicht einfach so übernommen werden. «Wir dürfen stolz auf unser Spital sein, es hat eine wichtige Funktion und verfügt über bestqualifiziertes Personal.» Lob gab es auch von Urs Keiser, alt Kantonsrat und ehemaliger Präsident der Spitalkommission – auch wenn eine Weiterführung des Spitals im bisherigen Stil wohl nicht möglich sei.

Hausärzte und Spital: Gute Zusammenarbeit

Bruno Dillier, Hausarzt in Giswil, lobte derweil die Zusammenarbeit mit dem Spital. «Wir kämpfen für unser Spital, denn ein gutes Spital kann auch junge Hausärzte nach Obwalden bringen.» Zum akuten Problem werden könnte, wenn von den 38 Hausärzten im Kanton bis 2030 deren 27 pensioniert werden, wie Patrick Csomor sagte. Auch Hansjörg Bucher, Vizepräsident der Spitex Obwalden und Hausarzt, wies auf den Fachkräftemangel hin und erwähnte, dass die Zahl der psychischen Erkrankungen zugenommen habe.

Eindrückliches berichtete auch Hanspeter Kiser, Präsident der Stiftungen «Am Schärme» und «Zukunft Alter – Wohnen und Betreuung». Er zeigte auf, wie sich das Altern stark verändert hat. So gebe es heute etwa 70-jährige Marathonläufer – das Thema bleibe also aktuell.

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