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SPITALVERSORGUNG: Regionalspitäler kritisieren Ausweitung hochspezialisierter Medizin

Neun Regionalspitäler aus der Zentralschweiz und Glarus sorgen sich um die Gesundheitsversorgung der Menschen ausserhalb der Zentren. So würden etwa immer mehr Leistungen der hochspezialisierten Medizin zugerechnet, was den Regionalspitälern Patienten koste.
Möglichst viele Leistungserbringer (im Bild das Kantonsspital Uri in Altdorf sollen sich am elektronischen Patientendossier beteiligen. (Bild Urs Hanhart)

Möglichst viele Leistungserbringer (im Bild das Kantonsspital Uri in Altdorf sollen sich am elektronischen Patientendossier beteiligen. (Bild Urs Hanhart)

Die Vertreter der Spitäler kritisieren, dass sie durch zunehmende Regulierungen daran gehindert würden, die regionale Gesundheitsversorgung der Bevölkerung aufrechtzuerhalten. Die Zentralisierung habe in gewissen Bereichen zwar ihre Berechtigung. Zentralisierte Leistungen auf Kosten der regionalen Versorgung pauschal höher zu gewichten, ziele aber an der täglichen Praxis vorbei.

Gegen diese Entwicklungen tritt der Zusammenschluss "Nähe schafft Gesundheit - Ihr Spital in der Region" an. Diesen hatten 2016 Aargauer Spitäler gegründet und damit eine breite Diskussion über das medizinische Leistungsangebot im Kanton ausgelöst. Ermuntert durch den Erfolg der Plattform traten in diesem Jahr auch das Spital Einsiedeln, das Spital Lachen, das Spital Schwyz, die Kantonsspitäler Zug, Obwalden und Uri, die Hirslanden Klinik St. Anna Luzern sowie die Hirslanden Andreasklinik Zug und das Kantonsspital Glarus bei.

Ihr Unmut entzündete sich unter anderem an der Interkantonalen Vereinbarung über die hochspezialisierte Medizin (IVHSM). Diese müsse sich auf ihre Kernaufgabe zurückbesinnen und die Definition hochspezialisiert nicht ausweiten, fordern sie. Auf Anfrage nannte Fortunat von Planta, Spitaldirektor des Kantonsspitals Uri, das Beispiel Viszeralchirurgie, die in den IVHSM-Katalog aufgenommen worden war. Darunter fällt etwa die Operation am Enddarm. Diesen Eingriff können Regionalspitäler laut von Planta problemlos ausführen.

Erschwerte Personalsuche

Weiter fordern die Spitäler, dass bei einer gesamtschweizerischen Einführung die Leistungsgruppenkataloge regionalisiert werden müssten. So sollen etwa für bestimmte Eingriffe nötige Fallzahlen nicht stetig erhöht werden. "Je weniger Eingriffe wir vornehmen können, umso schwieriger ist es auch, Personal zu finden", sagte von Planta.

Er bemängelt schliesslich, dass zu wenig geschaut werde, welche Qualität die Ergebnisse von Eingriffen in den Regionalspitälern wirklich aufwiesen. Stattdessen würden immer neue strukturelle Vorgaben gemacht. (sda)

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