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Der neue Präsident des Obwaldner Kantonsrats macht reinen Tisch

Die CVP steht im Amtsjahr 2018/2019 im Kanton Obwalden an der Spitze. Das Parlament hat am Freitag Peter Wälti aus Giswil zum Kantonsratspräsidenten und Justizdirektor Christoph Amstad zum Landammann gewählt. Die SVP erhob den Anspruch auf einen zweiten Sitz in der Ratsleitung.
Philipp Unterschütz
Peter Wälti (CVP, Giswil) wird zum neuen Präsidenten des Kantonsrats Obwalden gewählt – auf unserem Bild gratuliert ihm Regierungsrat Josef Hess. (Bilder: Markus von Rotz (Sarnen, 29. Juni 2018))

Peter Wälti (CVP, Giswil) wird zum neuen Präsidenten des Kantonsrats Obwalden gewählt – auf unserem Bild gratuliert ihm Regierungsrat Josef Hess. (Bilder: Markus von Rotz (Sarnen, 29. Juni 2018))

Zuerst machte der frisch gewählte Kantonsratspräsident Peter Wälti (CVP, Giswil) reinen Tisch. Der Nachfolger von Helen Keiser-Fürrer (CSP, Sarnen) eröffnete sein Amtsjahr an der konstituierenden Sitzung des Kantonsrats am Freitag nämlich mit einem Geständnis. In seinen vergangenen vier Jahren in der Ratsleitung habe er an genau 38 Sitzungen teilgenommen, bis er dem Rat nun vorstehen könne. «Ich weiss das so genau, weil ich bei jeder Sitzung einen Bleistift mitgenommen habe.» Irgendwann habe ihn Ratsweibelin Hanna Mäder darauf aufmerksam gemacht, dass die Bleistifte Eigentum des Kantons seien. So gab er diese am Schluss seiner Antrittsrede zurück mit dem Kommentar: «Das ist mein Beitrag zum Obwaldner Sparpaket.»

Der höchste Obwaldner sei für ihn immer noch der Titlis, meinte der 56-jährige Wälti, der seit 2008 im Kantonsrat sitzt. Er verglich die Arbeit im Parlament denn auch mit einer Expedition, deren Leiter er jetzt sei. «Es geht nicht um mich. Unser gemeinsames Ziel und unsere Aufgabe ist das Wohl des Kantons und der Bevölkerung.» Es sei wie bei seinem Lieblingsgipfel, da führten auch verschiedene Wege hin. Die einen seien zwar schmal aber gut begehbar, auf anderen müsse man sich absichern. «Wir müssen aber immer den Gipfel vor Augen haben.»

Nicht nur Peter Wältis Wahl war unbestritten, sondern auch die der restlichen Ratsleitung mit Vizepräsident Reto Wallimann (FDP, Alpnach), der ersten Stimmenzählerin Cornelia Kaufmann-Hurschler (CVP, Engelberg), dem zweiten Stimmenzähler Christoph von Rotz (SVP, Sarnen) und der dritten Stimmenzählerin Regula Gerig (CSP, Alpnach).

SVP will mehr Gewicht in der Ratsleitung

Für die SVP-Fraktion ist allerdings die bisher geltende Verteilung der Sitze in der fünfköpfigen Ratsleitung überholt. Für diesmal stellte die Partei die Wahlen zwar nicht in Frage, deponierte aber bereits jetzt ihren Anspruch auf einen zweiten Sitz für das nächste Amtsjahr. «Der Wählerwille führte zu zwei fast gleich grossen Fraktionen von SVP und CVP», erinnerte Fraktionspräsident Ivo Herzog (SVP, Alpnach) an die Kräfteverhältnisse. «Die bisherige Verteilung mit einem SVP-Sitz und zwei CVP-Sitzen ist deshalb künftig Makulatur.» Die SVP fordere, dass die drei Sitze, welche die beiden Parteien inne haben, künftig jeweils alternierend besetzt werden. Weiter forderte die SVP, dass bei den übrigen zwei Sitzen auch die SP wieder einmal zum Zuge kommen solle.

Stärkste Partei im Kantonsrat ist die CVP mit 16 vor der SVP mit 15 Sitzen. FDP, CSP und SP haben je 8 Sitze im Parlament. Die Fraktionen werden präsidiert von Marcel Jöri (CVP, Alpnach, bisher), Christian Limacher (FDP, Alpnach, bisher), Ivo Herzog (SVP, Alpnach, neu), Helen Keiser (CSP, Sarnen, neu) und Max Rötheli (SP, Sarnen, bisher).

Amstad: «Das Leben ist wie ein Velo»

Der Obwaldner Kantonsrat wählt Christoph Amstad CVP (rechts) erstmals zum Landammann – hier gratuliert ihm der Sarner Gemeindepräsident Jürg Berlinger.

Der Obwaldner Kantonsrat wählt Christoph Amstad CVP (rechts) erstmals zum Landammann – hier gratuliert ihm der Sarner Gemeindepräsident Jürg Berlinger.

Zum neuen Landammann und Nachfolger von Maya Büchi (FDP) wählte das Parlament CVP-Regierungsrat Christoph Amstad. «Zäme vorwärts», das sei das Motto für sein Amtsjahr, sagte er in seiner Antrittsrede, und verglich die Parlamentsarbeit mit einem Velo, bei dem alle Teile funktionieren müssten, damit es voran gehe. «Das Leben ist wie ein Velo, man muss sich vorwärts bewegen, um im Gleichgewicht zu bleiben», zitierte er Albert Einstein. Zum Landstatthalter wählte der Kantonsrat Baudirektor Josef Hess (parteilos)

Christoph Wieland. (Bild: PD)

Christoph Wieland. (Bild: PD)

Keinerlei Diskussionen gab es bei den Wahlen in die verschiedenen Kommissionen des Kantonsrats oder bei der Staat- oder Jugendanwaltschaft. Zum neuen Staatsanwalt und stellvertretenden Jugendanwalt bestimmte das Parlament Christoph Wieland, Lungern. Wieland tritt sein Amt am 1. Juli an. Der 30-Jährige studierte nach einer Lehre als Möbelschreiner an der Universität Luzern Rechtswissenschaft und schloss 2017 mit dem Master of Law ab. Danach arbeitete er bei der Staatsanwaltschaft Obwalden und in einer Stanser Anwaltskanzlei. Wieland wird Nachfolger von Sandra Christen und in einem Pensum von 50 Prozent tätig sein.

Vereidigt wurden zu Beginn der Sitzung auch die beiden neuen Regierungsräte Christian Schäli und Daniel Wyler. Stehende Ovationen gab es zum Abschied für die abtretenden Niklaus Bleiker und Franz Enderli.

Vereidigung der beiden neuen Regierungsräte Daniel Wyler (vorne) und Christian Schäli.

Vereidigung der beiden neuen Regierungsräte Daniel Wyler (vorne) und Christian Schäli.

Applaus für den eben gewählten Kantonsratspräsidenten Peter Wälti (Mitte) von den Sitznachbarn Monika Rüegger und Leo Spichtig (Bilder Markus von Rotz (Sarnen, 29. Juni 2018))
Vereidigung des Präsidenten.
In seiner Antrittsrede lüftete er das Geheimnis um die «gefilzten »Bleistifte.
Christoph Amstad erhält Blumen zu seiner erstmaligen Wahl als Landammann - und gibt sie aus Platzgründen an Landschreiberin Nicole Frunz Wallimann weiter.
Christoph Amstad bei seiner Antrittsrede.
Vereidigung der beiden neuen Regierungsräte Daniel Wyler, SVP (vorne), und Christian Schäli, CSP.
6 Bilder

Der Obwaldner Kantonsrat traf sich zum grossen Wahltag

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