Sporting Park Engelberg: Dämpfer für den Gemeinderat

Die Stimmberechtigten von Engelberg lehnen den Kredit von 470'000 Franken für die Sanierung und Erweiterung des Sporting Park ab. Der Entscheid fiel bei einer Stimmbeteiligung von fast 55 Prozent mit 572 Ja gegen 837 Nein relativ deutlich aus.

Marion Wannemacher
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Blick in den heutigen Sporting Park. (Bild Corinne Glanzmann (Engelberg, 26. Juli 2017))

Blick in den heutigen Sporting Park. (Bild Corinne Glanzmann (Engelberg, 26. Juli 2017))

Dieses Mal fiel das Abstimmungsergebnis des Urnengangs deutlicher aus als 2012, als es um die Standortfrage des Schwimmbads Sonnenberg ging. Damals hatten nur 26 Stimmen Differenz den Volksauftrag ergeben, den Standort des sanierungsbedürftigen Bades zu verlegen.

Bei einer Stimmbeteiligung von 54 Prozent lehnten die Engelberger gestern den Wettbewerbskredit in Höhe von 470'000 Franken für die Sanierung und Erweiterung des Sporting Parks ab. Emotional wollte sich Talammann Alex Höchli gestern nicht zeigen: «Ich will so nicht von Enttäuschung reden, sondern von einem Volksentscheid. Diesen hat man zu akzeptieren, der Stimmbürger hat immer das letzte Wort. Wir nehmen den Entscheid ernst und schauen in die Zukunft», sagte er. «Uns ist immer bewusst gewesen, dass die Verlegung vom Schwimmbad in den Sporting Park wie ein Damoklesschwert über uns geschwebt hat», verdeutlichte Höchli und wies in diesem Zusammenhang auf den eingangs erwähnten Volksauftrag mit knapper Mehrheit von vor sechs Jahren hin. Die Abstimmung sei durch eine breit angelegte Vernehmlassung, an der Vereine, Tourismus, Parteien, Kloster und Bürgergemeinde beteiligt waren, abgestützt gewesen. Aufgrund der Unterstützung habe man den Urnengang für den Wettbewerbskredit gewählt.

Mit den Gegnern, die 2017 eine Petition für den Erhalt der Sonnenberg-Badi eingereicht hatten, habe man das Gespräch gesucht, am Infoanlass sei die Standortfrage des Schwimmbads nicht thematisiert worden.

Analyse über Gründe für das Nein folgt

Talammann Alex Höchli wollte das Abstimmungsergebnis nicht nur im Zusammenhang mit der Standortfrage sehen. Eine detaillierte Analyse so kurz nach dem Urnengang sei nicht seriös. «Wir müssen das Ganze analysieren und gemeinsam mit der Bevölkerung über das weitere Vorgehen entscheiden», hielt er fest.

Im Moment befänden sich Sporting Park und Schwimmbad im Status quo, ihr Betrieb laufe weiter. Hinsichtlich des Volksauftrags von 2012 sagte Alex Höchli: «Auch das wird Bestandteil unserer Analyse sein.» Jedenfalls werde sich der Einwohnergemeinderat nun mit Hochdruck mit dem weiteren Vorgehen und der Zukunft des Sporting Parks sowie dem Schwimmbad Sonnenberg befassen und unter Berücksichtigung politischer Entwicklungen alles daran setzen, dass die notwendigen Sanierungen und gewünschten Attraktivitätssteigerungen weiter forciert würden.

Der ehemalige Skischulleiter und Tennislehrer Theddy Amstutz, der sich im Vorfeld mit einem Inserat öffentlich gegen den Wettbewerbskredit eingesetzt hatte, zeigte sich gestern «hoch erfreut» über das Ergebnis des Urnengangs. «Das habe ich so nicht erwartet», sagte Amstutz. Er kündigte für den morgigen Dienstag eine Einzelinitiative zur Sanierung des bestehenden Schwimmbads Sonnenberg an (wir berichteten). «Ich werde ausserdem eine Petition dafür starten, dass die Mehrzweckanlage in der Region Wyden und nicht im Sporting Park platziert wird», kündigte er an.

Nach Durchführung des Projektwettbewerbs rechnete der Gemeinderat mit Projektkosten von 48 Millionen Franken. Der Sporting Park sollte in eine Aktiengesellschaft ausgegliedert werden, mit Mehrheitsbeteiligung der Gemeinde. Sie wollte eine Anschubfinanzierung von 15 Millionen Franken leisten, worüber zu einem späteren Zeitpunkt abgestimmt hätte werden müssen.