SPRECHSTUNDE MIT GEMEINDEPRÄSIDENTEN: «Komm doch auf einen Kaffee vorbei»

Sarnen und Alpnach bieten eine «Sprechstunde mit dem Gemeindepräsidenten» an. Alle anderen Gemeinden sehen kaum Bedarf dafür.

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Michael Siegrist, Gemeindepräsident Alpnach. (Bild pd)

Michael Siegrist, Gemeindepräsident Alpnach. (Bild pd)

Bei seinem Amtsantritt als Alpnacher Gemeindepräsident war für Michael Siegrist klar, dass er vermehrt den Kontakt zum einzelnen Bürger suchen und ein offenes Ohr für die «kleinen Anliegen» haben will. Deshalb hat er vor zwei Monaten die «Sprechstunde des Gemeindepräsidenten» eingeführt. Jeweils am ersten Montag im Monat dürfen die Alpnacherinnen und Alpnacher von 13.30 bis 15 Uhr ohne Voranmeldung an Siegrists Büro anklopfen. Bereits zwei Sprechstunden hat der Gemeindepräsident hinter sich.

«Ich habe das Gefühl, das Angebot wird sehr geschätzt», sagt Siegrist. Offenbar sei die Hemmschwelle, gewisse Sorgen zu deponieren, niedriger, wenn dafür extra ein Zeitfenster eingeplant werde. Die Anliegen drehten sich um verschiedenste Dinge, so Siegrist. «Das können beispielsweise Güselsäcke sein, die mal liegen bleiben, oder Pflanzen auf dem Gemeindegebiet, die jemanden stören.»

In Sarnen ist am 30. Oktober wieder Gelegenheit
Ebenfalls noch nicht lange im Amt als Gemeindepräsident ist Paul Federer aus Sarnen. Auch er will die direkte Kommunikation mit den Bürgern künftig intensiver pflegen. Jeweils an einem Donnerstag pro Monat empfängt er die Sarnerinnen und Sarner im Gemeindehaus. Das nächste Mal am 30. Oktober.

Bereits unter Gemeindepräsident Werner Stauffer kannte man in Sarnen eine solche Sprechstunde. «Anfangs wurde das Angebot öfter genutzt», erinnert sich Federer, der bereits damals im Gemeinderat sass. In den vergangenen Monaten sei aber kaum mehr jemand vorbeigekommen, weil man das Angebot nicht mehr publik gemacht habe.

Nidwalden kennt keine offizielle Sprechstunde
In den anderen Obwaldner Gemeinden gibt es keine offizielle Sprechstunde. Was aber nicht heisst, dass man hier die Anliegen der Bürger nicht zur Kenntnis nimmt. Der Kernser Gemeindepräsident Arnold Wagner beispielsweise sagt: «Bei mir kann man jederzeit anrufen, wenn man etwas auf dem Herzen hat.»

In Nidwalden hat keine Gemeinde eine offizielle Sprechstunde mit dem Gemeindepräsidenten oder der Gemeindepräsidentin eingeführt. Man sei aber natürlich jederzeit bereit, einen Termin zu vereinbaren, um mit den Einwohnern über Probleme und Anliegen zu sprechen, lassen sie verlauten.

Adrian Venetz

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Obwaldner Zeitung.