«Sprüng sind kum glaublich»

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Italienische Abstammung Schon 1548 beschrieb der Zürcher Pfarrer Heinrich Stumpf in seiner «Schweizer Chronik» den Steinbock als heimisches Wild. Auch bebilderte er ihn mit einem Holzschnitt. Dabei hielt er fest: «Die Wohnung der Steinböck ist in aller Höhe auf den umwandelbaristen Felsen bei den Firn oder Gletscher: Es trägt ein gar schwär Gehürn auf seinem Kopf hinder sich kehrt. Seine Sprüng sind den Unerfahrenen kum glaublich.» Damals aber glaubten die Leute, dass Medizin aus Steinbockhörnern sie stärken oder gar heilen könnte. Wilderei und übermässige Bejagung machten dem Tier den Garaus. 1809 wurde der letzte Steinbock der Schweiz erlegt.

Nur im italienischen Gran-Paradiso-Gebiet lebten noch einige Tiere. Die aber gehörten König Viktor Emanuel II., und der wollte sie nicht einmal auf Bitten des Bundesrates hergeben! Nun begann ein Krimi: Der Wilderer und Schmuggler Josef Berard riskierte für umgerechnet 30 000 Franken Kopf und Kragen. Bei Nacht und Nebel fing er ein Böcklein und zwei Geisslein und schmuggelte sie aus Italien ins Wallis.

Darauf begann im Wildpark Peter und Paul in St. Gallen die konsequente Zucht reinrassiger Tiere. Dieser letztlich haben wir den ganzen heutigen Steinwildbestand in unseren Alpen und Voralpen zu verdanken. (cuo)