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Stein und Erde in grosser Vielfalt in Kägiswil

Es ist ungewöhnlich, wie im «Kulturraum» Ausstellungen konzipiert werden: Zuerst setzen die Veranstalterinnen ein Thema – momentan «Stein & Erde» – dann finden sie auch Kunstschaffende dazu.
Romano Cuonz
Die keramischen «Sänger.Grinde» des Ringgenberger Pfarrers Andreas Schiltknecht stossen zurzeit im Kulturraum Kägiswil auf grosses Interesse. (Bilder: Romano Cuonz (Kägiswil, 26. Oktober 2018))

Die keramischen «Sänger.Grinde» des Ringgenberger Pfarrers Andreas Schiltknecht stossen zurzeit im Kulturraum Kägiswil auf grosses Interesse. (Bilder: Romano Cuonz (Kägiswil, 26. Oktober 2018))

«Ich suche Kunstschaffende nicht, schon gar nicht mit der Frage, ob sie erfolgreich seien», postuliert Yvonne Gnos. Zusammen mit der Galeriebesitzerin Elisabeth Hartmann organisiert die Sarnerin im Kulturraum an der Kägiswiler Kreuzstrasse seit einigen Jahren eigenwillige Ausstellungen. Und: Mal für Mal werden diese auch zu Publikumsmagneten. Was ist das Erfolgsgeheimnis? Yvonne Gnos sagt es so: «Zuerst setzen wir ein Thema, das uns fasziniert, dann finden sich immer auch Künstler und Künstlerinnen, die uns mit ihren Arbeiten dazu beeindrucken.» Erst bei der Ausstellung lerne man sich dann wirklich auch kennen.

Dass Yvonne Gnos gerade aufs Thema «Stein & Erde» kam, ist wohl kein Zufall. Ihr Ehemann Josef Gnos interessiert sich seit Jahren für die alte Kunst der Lithografie – des Steindrucks eben. Der Stein, der im Stande sei, Farbe so aufzunehmen, wie dies der Künstler für seine fast musikalisch lebendigen Spielereien benötige, würde nur an einzelnen Orten abgebaut, erklärt Gnos. Die meist neuen Lithografien, die Josef Gnos im Kulturraum zeigt, zeugen von grosser Kunst – aber auch von einem langen, geduldigen Prozess.

Andreas Schiltknecht.

Andreas Schiltknecht.

Ganz direkt mit Stein – mit Marmor oder kantig rotem Lava etwa – arbeitet der Beckenrieder Steinbildhauer Fabian Schumacher. «In kreativer Handarbeit», wie er selber eher bescheiden bemerkt. Seine Werke sind schnörkellos und lassen vor allem den Stein selber sprechen. Eine recht eigentliche Entdeckung sind im Kulturraum derzeit die Werke der Sarnerin Helen Venetz. Ihre keramischen Plastiken und Kompositionen mit Tonen aus Spanien, Irland, England oder dem Westerwald bringen Brennfarben wie Schwarz, Umbra, Lachsrot, Gelb oder Weiss hervor. Sie wirken nach aussen eher kraftvoll und sicher, sind aber nach innen von wundersamer, fast zerbrechlicher Feinheit.

Pfarrer mit «Grinde» für die Kirche

Viel zu reden, zu lächeln und zu staunen geben in der Ausstellung die auf Naturholzstelen gepflanzten «Grinde» von Andreas Schiltknecht. Einfach «gmögig» sind sie: Wie sie einen so angrinsen, oder einem gar etwas vorsingen. Schiltknecht ist reformierter Pfarrer in Ringgenberg (Berner Oberland). Die witzigen Köpfe, die aus Keramik sind und ihre Glasur beim Rakubrand im Feuer erhalten, befinden sich in seiner Kirche oder um sie herum. Dies zur grossen Freude der Gläubigen! «Ich bin Kunsthandwerker in der Freizeit und meine Figuren haben dann und wann auch eine Funktion, wenn ich im Gottesdienst predige», sagt Schiltknecht.

Sieben Kunstschaffende befassen sich in Kägiswil mit den Materien Stein und Ton: Von links: Marianne Döbeli, Helen Venetz, Josef Gnos, Claudia Dillier, Fabian Schumacher, Simone Krähenbühl und Andreas Schildknecht.

Sieben Kunstschaffende befassen sich in Kägiswil mit den Materien Stein und Ton: Von links: Marianne Döbeli, Helen Venetz, Josef Gnos, Claudia Dillier, Fabian Schumacher, Simone Krähenbühl und Andreas Schildknecht.

Erstaunlich und bezaubernd zeigt sich die Auseinandersetzung mit der Erde, auf die sich Marianne Döbeli aus Reinach einlässt. Sie füllt auf Reisen ihre Koffer mit Erde aus den unterschiedlichsten Gegenden der Welt und schleppt sie mit nach Hause. Über 40 verschiedene Erdfarben habe sie schon gefunden, so Döbeli. Im Atelier wird die Erde angefeuchtet, mit Leim vermischt und später «aufgekocht». Mit der gewonnenen Masse fertigt sie stimmige Schichtbilder an. «Wichtig ist», so die Künstlerin, «dass die Erde in meinen Werken so aufscheint, wie sie ursprünglich aussieht.» Ihre Bilder: eine Entdeckung mehr in Kägiswil. Kein Wunder, waren einige schon verkauft, bevor die Ausstellung richtig eröffnet war.

Die Krienserin Simone Krähenbühl ist fasziniert davon, «einem öden Klumpen Ton Form, Farbe und Ausdruck zu verleihen.» Fast afrikanisch muten die Köpfe, Figürchen, reliefartigen Werke oder besonderen Mobiles an, die sie präsentiert. Dies, weil sie vorab aus schwarzem und nur wenig weissem Ton bestehen, auch einmal Federn oder andere fremdartig wirkende Accessoires aufweisen. Ergänzt wird die Ausstellung – wie immer – durch Bücher, die die Buchhändlerin Claudia Dillier zum Thema auswählt und präsentiert.

Kulturraum Kägiswil, Kreuzstrasse 30: Ausstellung von sechs Kunstschaffenden zum Thema «Stein & Erde» bis zum 4. November 2018. Auskunft zu den Öffnungszeiten

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