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Steinbruch Oberzingel in Kehrsiten ist ein «Vorzeigeobjekt»

Von aussen fast unsichtbar, werden im Oberzingel jährlich bis 270'000 Tonnen Kieselkalk abgebaut. Das neue Abbauverfahren ist in der Schweiz einzigartig.
Philipp Unterschütz
In der neuen Erweiterung Oberzingel oberhalb Kehrsiten wird der Kieselkalk abgebaut und auf Dumper verladen. (Bild: Eveline Beerkircher, Kehrsiten, 15. Mai 2019)In der neuen Erweiterung Oberzingel oberhalb Kehrsiten wird der Kieselkalk abgebaut und auf Dumper verladen. (Bild: Eveline Beerkircher, Kehrsiten, 15. Mai 2019)


Bis 50 Mal pro Tag bringt der Dumper die Gesteinsladungen von jeweils 36 Tonnen zum Fallschacht ganz in der Nähe. (Bild: Eveline Beerkircher, Kehrsiten, 15. Mai 2019)Bis 50 Mal pro Tag bringt der Dumper die Gesteinsladungen von jeweils 36 Tonnen zum Fallschacht ganz in der Nähe. (Bild: Eveline Beerkircher, Kehrsiten, 15. Mai 2019)



Werkleiter Karl Feierabend erklärt den Betriebsablauf im Oberzingel. (Bild: Eveline Beerkircher, Kehrsiten, 15. Mai 2019)Werkleiter Karl Feierabend erklärt den Betriebsablauf im Oberzingel. (Bild: Eveline Beerkircher, Kehrsiten, 15. Mai 2019)


Der Dumper kippt das Gesteinsmaterial im Oberzingel in den 140 Meter tiefen Fallschacht. (Bild: Eveline Beerkircher, Kehrsiten, 15. Mai 2019)Der Dumper kippt das Gesteinsmaterial im Oberzingel in den 140 Meter tiefen Fallschacht. (Bild: Eveline Beerkircher, Kehrsiten, 15. Mai 2019)


Gleichzeitig mit dem Gesteinsabbau läuft im Oberzingel die Rekultivierung. (Bild: Eveline Beerkircher, Kehrsiten, 15. Mai 2019)Gleichzeitig mit dem Gesteinsabbau läuft im Oberzingel die Rekultivierung. (Bild: Eveline Beerkircher, Kehrsiten, 15. Mai 2019)


Am Fuss des Fallschachts entnimmt ein Bagger den Kieselkalk und lädt ihn auf einen Dumper, der das Gestein ins Schotterwerk ausserhalb des Bergs fährt. (Bild: Eveline Beerkircher, Kehrsiten, 15. Mai 2019)Am Fuss des Fallschachts entnimmt ein Bagger den Kieselkalk und lädt ihn auf einen Dumper, der das Gestein ins Schotterwerk ausserhalb des Bergs fährt. (Bild: Eveline Beerkircher, Kehrsiten, 15. Mai 2019)


Werkleiter Karl Feierabend erklärt den Betriebsablauf am Schachtfuss. Rechts Roger Dällenbach von der Geschäftsleitung Holcim Schweiz.Werkleiter Karl Feierabend erklärt den Betriebsablauf am Schachtfuss. Rechts Roger Dällenbach von der Geschäftsleitung Holcim Schweiz.


Durch diesen kurzen Zugangsstollen wird das abgebaute Material vom Fallschacht nach aussen gefahren. (Bild: Eveline Beerkircher, Kehrsiten, 15. Mai 2019)Durch diesen kurzen Zugangsstollen wird das abgebaute Material vom Fallschacht nach aussen gefahren. (Bild: Eveline Beerkircher, Kehrsiten, 15. Mai 2019)



Wie vor jedem Tunnel wacht auch am Portal des Zugangsstollens in Kehrsiten eine Statue der Heiligen Barbara, der Schutzheiligen der Bergleute. (Bild: Eveline Beerkircher, Kehrsiten, 15. Mai 2019)Wie vor jedem Tunnel wacht auch am Portal des Zugangsstollens in Kehrsiten eine Statue der Heiligen Barbara, der Schutzheiligen der Bergleute. (Bild: Eveline Beerkircher, Kehrsiten, 15. Mai 2019)


Der Stansstader Diakon und Gemeindeleiter Arthur Salcher segnet die Statue der Heiligen Barbara. (Bild: Eveline Beerkircher, Kehrsiten, 15. Mai 2019)Der Stansstader Diakon und Gemeindeleiter Arthur Salcher segnet die Statue der Heiligen Barbara. (Bild: Eveline Beerkircher, Kehrsiten, 15. Mai 2019)


In einer bescheidenen Feier mit Segnung der Heiligen Barbara und der Anwesenden wurde das neue Schotterwerk in Kehrsiten offiziell in den Regelbetrieb überführt. (Bild: Eveline Beerkircher, Kehrsiten, 15. Mai 2019)In einer bescheidenen Feier mit Segnung der Heiligen Barbara und der Anwesenden wurde das neue Schotterwerk in Kehrsiten offiziell in den Regelbetrieb überführt. (Bild: Eveline Beerkircher, Kehrsiten, 15. Mai 2019)


Projektbeteiligte, Geschäftsleitung und Mitarbeitende der Holcim. (Bild: Eveline Beerkircher, Kehrsiten, 15. Mai 2019)Projektbeteiligte, Geschäftsleitung und Mitarbeitende der Holcim. (Bild: Eveline Beerkircher, Kehrsiten, 15. Mai 2019)


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Steinbruch Kehrsiten: Das Vorzeigebauwerk ist in Betrieb

Ideen, Visionen und viel Fachwissen – das habe es gebraucht, bis das rundum erneuerte Schotterwerk der Holcim in Kehrsiten nun offiziell den Regelbetrieb aufnehmen konnte. Kernstück des Projekts ist ein 140 Meter tiefer Fallschacht mit Zugangsstollen. «Ich erinnere mich an Luftschlösser und Visionen», sagte Werkleiter Karl Feierabend an einer bescheidenen Eröffnungsfeier diese Woche. Der 56-jährige Engelberger hat das Projekt von Beginn an begleitet und mit seinen Ideen wesentlich mitgeprägt. «Heute haben wir eine durch und durch optimierte Produktionslinie. Es gab keinen Unfall beim Bau. Dafür sind wir sehr dankbar.»

Eine besondere Bedeutung für die Bergleute hat die heilige Barbara. Eine Statue der Schutzpatronin wacht an jedem Tunnel- und Stolleneingang, so auch in Kehrsiten. Zur Feier mit den Projektbeteiligten und den Mitarbeitern gehörte darum am Mittwoch auch die Einsegnung der Statue durch den Stansstader Diakon und Gemeindeleiter Arthur Salcher. «Es ist wichtig, dass die Leute im Berg etwas Greifbares haben. Die Barbara ist immer da, auch wenn man allein im Berg ist – sie gibt Sicherheit», so Arthur Salcher.

Der Schacht wird immer kürzer

Nachdem im Steinbruch Zingel rund 100 Jahre lang Kieselkalk abgebaut worden ist, war das Vorkommen erschöpft. Ohne Genehmigung zur Erweiterung des Steinbruchs hätte das Werk den Betrieb einstellen müssen. Nicht zuletzt wegen des gewählten Abbauverfahrens erhielt Holcim die Konzession zur Erweiterung – für etwa 20 Jahre bleibt der Oberzingel, wie der neue Teil heisst, einer von nur sechs Orten in der Schweiz, wo Kieselkalk abgebaut wird.

«Wir haben einen 140 Meter tiefen Schacht gebaut, in den das oben abgebaute Material gekippt wird. Vom Fuss dieses Schachtes wird es auf einem Dumper ins Schotterwerk gefahren», erklärt Karl Feierabend. Wegen der rund um den oberirdischen Abbauort angelegten Lärm- und Sichtschutzwälle ist der Steinbruch praktisch unsichtbar.

Gleichzeitig mit dem Abbau läuft die Rekultivierung mit Magerwiesen, Hecken und Trockenmauern. Die Rekultivierung bewegt sich gleichzeitig mit dem Abbau abwärts mit. Auch der Schachtkopf, wo das Material hineingekippt wird, wandert nach unten, nach etwa 10 Jahren wird er rund 30 Meter tiefer unten neu gebaut.

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Der Steinbruch in Kehrsiten ist das Vorzeigeobjekt in der Schweiz

Abbaukonzept soll Schule machen

«Konzessionen für offene Steinbrüche zu erhalten ist aus Umweltgründen heute fast unmöglich. Das Abbauverfahren mit Fallschacht wie in Kehrsiten ist für uns deshalb ein Vorzeigeobjekt, das gibt es so in der Schweiz sonst nirgends», betonte Roger Dällenbach von der Geschäftsleitung von Holcim Schweiz. «Wir möchten das Konzept auch für andere Standorte prüfen.»

Investiert hat Holcim in Kehrsiten rund 10 Millionen Franken. Neben Schacht und Zugangsstollen gehören dazu auch ein geschlossener Wasserkreislauf sowie neue Werkstätten und Maschinen. Auch die Arbeitssicherheit für die 11 Mitarbeiter wurde verbessert, wie etwa durch neue Begehungswege auf den teils ziemlich hohen Anlagen. Schotterwerk, Schiffstransporte und die personelle Besetzung sind auf eine Produktionsmenge von maximal 270'000 Tonnen Kieselkalk jährlich ausgelegt.

Kieselkalk ist wegen seiner Härte und Abriebfähigkeit speziell geeignet für Bahnschotter und Strassenbelag. Allein die SBB benötigen jedes Jahr 550'000 Tonnen, wovon 60'000 Tonnen aus Kehrsiten stammen.

Hinweis: Am Samstag, 7. September, findet ein Tag der offenen Tür im Schotterwerk Kehrsiten statt.

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