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Sterbehilfe: Schweizer Ärzte lehnen die neue Regelung ab

Die umstrittene Revision der Richtlinien «Umgang mit Sterben und Tod» ist am Donnerstag von den FMH-Delegierten deutlich abgelehnt worden.
Yasmin Kunz
Die FMH hat die neuen Richtlinien zu Sterbehilfe klar abgelehnt. (Bild: Getty)

Die FMH hat die neuen Richtlinien zu Sterbehilfe klar abgelehnt. (Bild: Getty)

Der Entscheid der Ärztekammer fiel deutlich aus. Für die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) ist er ein herber Schlag. Sie wollte den Geltungsbereich für Sterbehilfe ausweiten. Wäre es nach der SAMW gegangen, hätten Personen, die «unerträglich leiden», assistierten Suizid in Anspruch nehmen können. Nun bleiben die Richtlinien beim Alten: Sterbehilfe in Anspruch nehmen kann nur, wer dem Lebensende nahe ist.

Die revidierte Fassung hatte im Vorfeld heftige Diskussionen ausgelöst, insbesondere wegen des Begriffs «unerträgliches Leiden». Die FMH-Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte monierte, dass der Begriff zu unbestimmt sei und zu stark von der Einschätzung des Patienten abhänge. Ausserdem würden die revidierten Richtlinien von der ursprünglichen Zielsetzung, sterbenskranken Menschen zu helfen, abweichen und den Anwendungsbereich in erheblichem Masse ausweiten, kritisierten diverse Ärztegesellschaften (wir berichteten am 13. Oktober).

Fürsorge bis ans Lebensende soll im Zentrum stehen

Zusätzlich sollte der Geltungsbereich der gesamten Richtlinien explizit auch die Behandlung und Betreuung von Kindern und Jugendlichen jeglichen Alters sowie Patienten mit geistiger, psychischer oder Mehrfachbehinderung umfassen. Dies bedeute aber nicht, dass gleichzeitig auch Suizidhilfe für diese Patientengruppen zulässig ist, hält die Schweizerische Akademie fest. Der Schwerpunkt liege auf dem Gespräch über Sterben und Tod. Für Suizidhilfe sei Urteilsfähigkeit eine unabdingbare Voraussetzung.

Erleichtert über den klaren Entscheid ist man bei der Hippokratischen Gesellschaft Schweiz. Deren Präsident Raimund Klesse sieht den Entscheid als Chance, die Diskussion über eine «Kultur der Sorge» zu vertiefen, die die verschiedenen Aspekte einer würdevollen Fürsorge in den Vordergrund stellt. Er sagt: «Befassen wir uns wieder damit, wie wir alten und kranken Menschen in unserer Gesellschaft Sorge tragen und sie bis zuletzt menschlich und medizinisch sorgfältig und kompetent begleiten können.»

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