STEUERGESETZ: Die dritte Revision in drei Jahren

Der Kanton Obwalden revidiert sein Steuergesetz erneut. Es werden vor allem Bundesvorgaben umgesetzt. Neuerungen gibt es etwa für ausländische Künstler.

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Wenn die Klostertaler künftig in Obwalden auftreten, müssen sie eine Quellsteuer bezahlen, die nicht mehr von ihren Tageseinkünften abhängt. (Bild Adrian Baer/Neue LZ)

Wenn die Klostertaler künftig in Obwalden auftreten, müssen sie eine Quellsteuer bezahlen, die nicht mehr von ihren Tageseinkünften abhängt. (Bild Adrian Baer/Neue LZ)

Der Regierungsrat hat die geplante neueste Steuergesetzrevision gestern in die Vernehmlassung bis zum 22. August geschickt.

Nach den beiden weit über die Kantonsgrenzen hinaus Aufsehen erregenden Revisionen 2007 und insbesondere 2008 mit Einführung der Flat Rate Tax ist die Revision 2009 bedeutend weniger spektakulär.

Wenig finanzielle Auswirkungen
Die Steuergesetzrevision 2009 enthält aber auch Massnahmen auf kantonaler Ebene mit dem Ziel, das Steuerrecht zu vereinfachen. «Die vorgelegte Steuergesetzrevision führt jedoch zu praktisch keinen spürbaren finanziellen Auswirkungen für Kanton und Gemeinden», erklärt Steuerverwalter Branko Balaban.

«Teilweise stossend»
Heute kann im kantonalen Steuergesetz bei einem Zweitverdienerehepaar jeder Ehepartner einen Abzug geltend machen. Dies führte zu «stossenden Resultaten, wenn die Abzüge grösser waren als das zusätzliche Einkommen», erklärte Balaban.

Zur Korrektur will der Kanton deshalb bei der Regelung des Zweitverdienerabzuges ab 1. Januar 2009 die Bundessteuerlösung übernehmen. Diese sieht vor, dass der Zweitverdienerabzug nicht mehr bei beiden Erwerbseinkommen der Ehegatten vorgenommen werden kann, sondern nur beim niedrigeren Einkommen.

Sportler, Künstler, Referenten
Weiter soll der Quellensteuersatz für Künstler, Sportler und Referenten so ausgestaltet werden, dass die Höhe der Tageseinkünfte für die Höhe des Steuersatzes künftig keine Rolle mehr spielt. Heute müssen solche ausländischen Steuerpflichtigen je nach ihren Tageseinnahmen zwischen 9,2 und 13 Prozent Quellensteuer bezahlen.

Gemäss dem Grundsatz, dass im kantonalen Steuergesetz vermehrt Einheitssätze angewendet werden sollen, schlägt die Regierung in ihrem Vernehmlassungsentwurf vor, für (ausländische) Künstler, Sportler und Referenten einen einzigen Quellensteuersatz von 10 Prozent festzulegen. «Klassische Form» von solchen Quellensteuerpflichtigen: die «Klostertaler», die am Innerschweizerischen Schwingfest 2002 in Giswil auftraten.

Weniger Steuern für Vereine
Ferner soll der Gewinnsteuersatz von 6 Prozent auf weitere Bereiche angewendet werden. Mit der Revision 2007 war die Gewinnsteuer für Kapitalgesellschaften und Genossenschaften auf 6 Prozent gesenkt worden. Auf 1. Januar 2009 soll nun die Gewinnsteuer für die übrigen juristischen Personen wie Vereine, Stiftungen, Korporationen und Anlagefonds auch auf 6 Prozent des Reingewinns gesenkt werden.

Die gestern in die Vernehmlassung geschickte Steuergesetzrevision soll auf 1. Januar 2009 in Kraft treten.

Robert Hess

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Obwaldner Zeitung.