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Gibt es bald frisches Blut für die Bartgeier-Population auf der Frutt?

Nach einer Pause will die Stiftung Pro Bartgeier im Frühjahr weitere Jungtiere am Huetstock auswildern.
Philipp Unterschütz
Bartgeier Johannes, der 2017 auf Melchsee-Frutt ausgewildert worden ist. (Bild: Hansruedi Weyrich/PD, Melchsee-Frutt, 11. Juli 2017)

Bartgeier Johannes, der 2017 auf Melchsee-Frutt ausgewildert worden ist. (Bild: Hansruedi Weyrich/PD, Melchsee-Frutt, 11. Juli 2017)

Nach vier Mal in Folge verzichtete die Stiftung Pro Bartgeier dieses Jahr auf die Auswilderung von Bartgeiern im Wildtierschutzgebiet Huetstock in der Nähe der Melchsee-Frutt. «Wir benötigen Jungtiere, die zur noch kleinen genetischen Diversität des Bestandes beitragen. Dieses Jahr bekamen wir keine geeigneten Tiere, die dieser Zielsetzung entsprachen», erklärt Daniel Hegglin von der Stiftung.

Dennoch sei die Wiederansiedlung der Bartgeier auf der Frutt über die ganze Periode seit 2015 ein grosser Erfolg. Die genetische Diversität im Alpenraum sei aber nach wie vor deutlich zu klein, auch wenn der Bestand aus eigener Kraft langsam anwachse. Im Frühjahr 2020 ist deshalb geplant, die Auswilderungen wieder aufzunehmen. Sie sollen neue Blutlinien in den Bartgeierbestand der Alpen bringen. «Es besteht sonst ein erhebliches Risiko, dass in wenigen Generationen Inzuchtprobleme dem Bartgeierbestand zu schaffen machen», erklärt Daniel Hegglin.

Geschäftsführer Daniel Hegglin (links) von der Stiftung Pro Bartgeier bei einer Auswilderung im Mai 2016. (Bild: Romano Cuonz, 29. Mai 2016)

Geschäftsführer Daniel Hegglin (links) von der Stiftung Pro Bartgeier bei einer Auswilderung im Mai 2016. (Bild: Romano Cuonz, 29. Mai 2016)

Erst im Frühjahr kann die Stiftung Pro Bartgeier definitiv bestätigen, ob es im Frühjahr erneut eine Aussiedlung von zwei Bartgeiern am Huetstock gibt. «Welche Tiere es sein werden, ist noch nicht entschieden.» Im Auge habe man besonders Nachkommen von Tieren aus den Pyrenäen und aus Griechenland, die eine Genetik hätten, welche im Alpenraum noch wenig vertreten ist.

Die Bewilligungen vom Bund und vom Kanton Obwalden für die Auswilderungen in den nächsten fünf Jahren werden noch diesen Winter erwartet. Falls sie im Frühjahr tatsächlich stattfinden, wird auch der Infostand am Henglirain auf der Frutt wieder betreut.

Ideale Bedingungen in den Schweizer Alpen

Dass die Auswilderungen in Obwalden wieder aufgenommen werden, ist laut einer Mitteilung der Stiftung Pro Bartgeier kein Zufall. Die Bedingungen in den Schweizer Alpen seien ideal. Dieses Jahr sind in der Schweiz elf Jungtiere aus Wildbruten ausgeflogen. Im gesamten Alpenbogen waren es 38. Aktuell leben 21 der alpenweit 51 Brutpaare in der Schweiz. Sie ziehen ihre Jungtiere hier auf, weil die hohen Bestände wilder Huftiere den Bartgeiern und ihrem Nachwuchs genug zu fressen liefern. Zudem gibt es wenig Wilderei und bisher kaum Hinweise auf Giftköder. Solche werden trotz strengen Verboten immer noch in vielen Ländern gegen verwilderte Hunde, Füchse und Wölfe eingesetzt, und sind ein Hauptgrund, dass in vielen Regionen Geier stark bedroht sind.

Wie die Stiftung Pro Bartgeier weiter schreibt, pflanzen sich Bartgeier nur langsam fort und brüten durchschnittlich erst im Alter von acht Jahren erstmals erfolgreich. Zudem ziehen sie jährlich höchstes ein Jungtier auf, und auch das gelingt nicht jedes Jahr. Bartgeier können sich langfristig nur halten, wenn die Sterblichkeit gering ist.

www.bartgeier.ch

Internationaler Bartgeier-Beobachtungstag

Um den Erfolg der Wieder­ansiedlung der Bartgeier langfristig sicherzustellen, ist eine sorgfältige Überwachung der Brutvögel und des gesamten Bestandes nötig. Ein wichtiges Element dazu, sind auch die alljährlich statt­finden Internationalen Bartgeier-Beobachtungstage. Dieses Jahr finden sie vom 12. bis am 20. Oktober statt. Die Stiftung Pro Bartgeier sucht aus diesem Anlass Freiwillige, die bei dieser Aktion mithelfen. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter:
www.bartgeier.ch/beobachtungstage

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