STRASSENBAU: Planung für A8-Ausbau wieder aufgenommen

Die Obwaldner Regierung hat die Planung für den Ausbau der A8 am Brünig auf Wunsch des Parlaments wieder an die Hand genommen. Der Regierungsrat äussert aber weiterhin seine Bedenken.

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Visualisierung des geplanten Südportals des Tunnels Kaiserstuhl. (Bild: PD)

Visualisierung des geplanten Südportals des Tunnels Kaiserstuhl. (Bild: PD)

Der Regierungsrat hatte im November 2013 entschieden, die Planung für den vier Kilometer langen und 295 Millionen Franken teuren Nationalstrassenabschnitt zwischen Lungern Nord-Giswil für fünf Jahre zu stoppen. Er wollte günstigere Lösungen prüfen. Im September 2014 pochte der Kantonsrat mit 42 gegen 6 Stimmen aber in einer dringlichen Motion auf die Weiterplanung.

Das Geschäfte liege zwar in der Kompetenz der Regierung und nicht des Parlaments, schreibt der Regierungsrat in einer Mitteilung vom Mittwoch. Er komme jedoch dem Auftrag aufgrund des klaren Entscheids im Parlament nach.

Die Regierung vergab nun Planerleistungen und Bauingenieurarbeiten an eine Ingenieursgemeinschaft aus Regensdorf ZH und Basel. Weitere Arbeiten etwa für den Umweltverträglichkeitsbericht, die Betriebs- und Sicherheitseinrichtungen, die Geologie, die Vermessung und die Verkehrstechnik müssten noch ausgeschrieben werden.

Bedenken der Regierung bleiben bestehen

Der Regierungsrat hat weiter Bedenken bezüglich der Konsequenzen des Strassenprojekts auf den ganzen Kanton. So befürchtet er nach einem Ausbau der A8 am Brünig unter anderem mehr Transitverkehr durch Obwalden und mehr Stau am Lopper.

Der Regierungsrat will deswegen in den nächsten Planungsphasen ein besonderes Augenmerk auf die Aspekte «Auswirkungen auf die Verkehrsentwicklung» sowie «Kosten-Nutzen» richten, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Der Bundesrat hat das generelle Projekt im Sommer 2013 genehmigt. Die Planauflage ist gemäss Mitteilung frühestens im Herbst 2017 möglich. Der Strassenabschnitt ist ein Projekt der Fertigstellung des Nationalstrassennetzes des Bundes. 97 Prozent der Kosten für das Projekt werden von der Eidgenossenschaft getragen. (sda)