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Strom verleiht Obwaldner Postauto Schub

Seit dem 9. September 2018 fährt auf der Linie Sarnen–Alpnach das erste Postauto der Zentralschweiz mit Batterie. Die Zwischenbilanz fällt positiv aus. Der Härtetest steht allerdings noch bevor.
Matthias Piazza
Das Elektropostauto ist seit vergangenem Herbst unterwegs. (Bild: Corinne Glanzmann (Alpnach, 16. Januar 2019))

Das Elektropostauto ist seit vergangenem Herbst unterwegs. (Bild: Corinne Glanzmann (Alpnach, 16. Januar 2019))

Fast lautlos legt das Postauto bis zu 18 Mal täglich seine Runden zwischen Sarnen und Alpnach zurück. Statt Dieselgeräusche vernimmt man nur ein leises Surren. Seit dem 9. September des vergangenen Jahres transportiert ein akkubetriebenes Fahrzeug die Fahrgäste. Postauto zieht ein positives Zwischenfazit der ersten vier Betriebsmonate. Das schweizweit erste Elektropostauto fährt in Interlaken. In Saas-Fee setzt Postauto zwei elektrisch betriebene Shuttlebusse für die Wintersportler ein.

«Das Elektropostauto fährt ohne grössere Probleme zwischen den Bahnhöfen Sarnen und Alpnach Dorf», sagt auf Anfrage Eveline Wüest, Projektleiterin alternative Fahrzeugtechnik bei Postauto. «Wir haben bei der Konfiguration der Batterie genügend Reserve eingeplant, damit der Bus den Fahrplan unter allen Bedingungen einhalten kann.» Auch die Steigungen nach Schoried und Kägiswil würden gut bewältigt.

Nicht nur die Verantwortlichen von Postauto, sondern auch die Fahrgäste haben offenbar Freude am neuen Fahrzeug. «Wir haben anhand von Rückmeldungen den Eindruck, dass das Elektrofahrzeug sehr beliebt ist. Fahrgäste haben sich bereits nach dem Elektropostauto erkundigt, wenn es einmal nicht im Einsatz war, weil es in der Garage stand oder zu Schulungszwecken für das Personal eingesetzt wurde», sagt Eveline Wüest.

Der zwölf Meter lange Bus mit einer Batteriekapazität von 180 Kilowattstunden kann pro Ladung bis 90 Kilometer weit fahren und wird über Nacht in der Garage in Sarnen aufgeladen sowie tagsüber während der kurzen Wartezeit beim Bahnhof Alpnach Dorf und im Depot Sarnen. Die Tagesreichweite von 220 Kilometern wird laut Wüest problemlos erreicht. Der Einsatz im restlichen Winter werde nun zeigen, ob dies auch bei tiefen Temperaturen unter schwierigsten Bedingungen der Fall sein werde. Bis jetzt hätten die Akkus den Winter insofern gespürt, als der Stromverbrauch des Postautos wegen der Heizung gestiegen sei. Im Herbst sei der Energieverbrauch kleiner als erwartet gewesen.

Das elektrisch betriebene Postauto ist eine Zentralschweizer Premiere im Linienbetrieb von Postauto. In Interlaken fährt seit Herbst 2017 ein solches Gefährt. In Saas-Fee setzt Postauto zwei elektrisch betriebene Shuttlebusse für die Wintersportler ein.

Postauto will weiter Erfahrungen sammeln

Bei diesen vier Fahrzeugen soll es allerdings nicht bleiben. «Wir wollen mit dem Einsatz des Elektroantriebes Erfahrungen sammeln, um mit alternativen Antriebsformen die CO2-Effizienz zu steigern und langfristig von fossilen Treibstoffen wegzukommen», so Eveline Wüest. Man werde anhand der drei Piloteinsätze in Sarnen, Interlaken und Saas-Fee evaluieren, wie es mit dem Einsatz von Elektropostautos weitergehe. Sicher sei, dass es dafür immer auch das Engagement der Besteller (Kantone und Gemeinden) und Partner brauche, weil die Beschaffungskosten deutlich höher seien als bei einem Dieselfahrzeug. Bis wann alle Postautos elektrisch unterwegs seien, sei noch nicht absehbar.

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