Stromzähler werden auch in Obwalden intelligent

Das Elektrizitätswerk Obwalden läutet ein neues Zeitalter bei der Stromablesung ein. Davon profitieren auch die Kunden.

Matthias Piazza
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Zweimal im Jahr schwärmen sie aus, die 15 Zählerableser, meistens Pensionäre oder Hausfrauen, die im Stundenlohn bei den Obwaldner Haushaltungen den Stromverbrauch erfassen. Das gehört je länger je mehr der Vergangenheit an. In den kommenden Jahren wird das Elektrizitätswerk Obwalden (EWO) die rund 25000 bestehenden Stromzähler in seinem Versorgungsgebiet auf intelligente Stromzähler umrüsten, wie es gestern mitteilte.

Die sogenannten Smartmeter übermitteln künftig die Stromverbrauchsdaten über das Stromnetz laufend ans EWO. «Die Kunden können so ihren Stromverbrauch auf die Viertelstunde genau im Internet abrufen», hebt EWO-Geschäftsführer Thomas Baumgartner als Vorteil hervor. Zusammen mit dem Lieferanten Semax AG werden nächsten Frühling die Smartmeter samt Datenmanagement-Systemen bei Labortests geprüft. Das Zentralschweizer Unternehmen etablierte sich laut EWO als Spezialistin für Smartmeter-Lösungen auf dem Schweizer Markt. Sollte im Sommer 2020 der Testbetrieb bei rund 100 Kunden positiv verlaufen, will das EWO die rund 14 Millionen Franken teure flächendeckende Umrüstung starten.

Bis 2027 mehr oder weniger obligatorisch

Aus Gründen der Arbeitssicherheit wird die Stromversorgung der jeweiligen Liegenschaft während der 30- bis 60-minütigen Montage unterbrochen werden. Das EWO will die betroffenen Kunden jeweils frühzeitig über die bevorstehenden Zählerwechsel informieren.

Damit kommt das Unternehmen auch einer Forderung des im Jahre 2017 vom Schweizer Volk angenommenem Energiegesetzes nach, das verlangt, dass bis Ende 2027 rund 80 Prozent der Stromzähler durch solche Smartmeter ersetzt werden müssen. Gemäss Thomas Baumgartner gehöre das EWO damit schweizweit nicht zu den Pionieren. «Die Umrüstung startete in städtischen Gebieten. Wir liegen mit der Umsetzung im guten Mittelfeld.»