SVP wählen in Obwalden vor allem ihre treuen Wähler

Die im Frühjahr gewählten Kantonsräte der SVP konnten deutlich weniger auf Fremdstimmen zählen als jene anderer Parteien. Dafür wählte das SVP-Volk sie treu.

Markus von Rotz
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Im Wahlzentrum werden die Ergebnisse der Wahlen analysiert, vorne CVP-Präsident Bruno von Rotz. (Bild: Roger Zbinden (Sarnen, 4. März 2018))

Im Wahlzentrum werden die Ergebnisse der Wahlen analysiert, vorne CVP-Präsident Bruno von Rotz. (Bild: Roger Zbinden (Sarnen, 4. März 2018))

Die vor kurzem erschienene Statistik zu den Kantonsratswahlen in Obwalden vom 4. März zeigt unteren anderem, welche Gewählten und welche Kandidaten wie viele Fremdstimmen erhielten. Die Tabelle (rechts) zeigt, dass die gewählten SVP-Leute fast alle im letzten Drittel sind bezüglich Prozenten an Kandidatenstimmen ab fremden Listen. Während Spitzenreiter André Windlin aus Kerns (FDP) 71 Prozent seiner Stimmen von anderen Parteien erhielt und somit ein sehr gutes Zugpferd war, haben drei SVP-Kantonsräte weniger als 20 Prozent Fremdstimmen erhalten. Einen tieferen Wert hat einzig noch SP-Kantonsrat Peter Lötscher mit einem Wert von 16,38 Prozent. Auch die tiefsten Werte der Nicht-Gewählten gehören SVP-Kandidaten: 6,99 Prozent erreichte Thomas Michel in Kerns, auf 6,85 brachte es Jessica Rast in Sarnen.

Abgesehen von Peter Seiler in Sarnen hat auch kein SVP-Kandidat in seiner Gemeinde den Spitzenplatz aller Gewählten geholt. Die SVP hat insgesamt 2250 Stimmen durch Panaschieren an andere Parteien verloren. Das sind 7,75 Prozent. Sie ist die einzige Partei, welche in dieser Rechnung Verluste machte. Spitzenreiterin bei den Panaschiergewinnen ist die SP.

Von treuen Wählern am stärksten profitiert

Die SVP konnte dennoch bei den Wahlen von 13 auf 15 Sitze zulegen. Sie ist damit hinter der CVP (16) stärkste Kraft, holte allerdings 4 Sitze nur dank Restmandat. Sie konnte dabei auf eine treue eigene Wählerschaft zählen: Über den ganzen Kanton haben nur 57 Prozent die Wahlzettel der Partei verändert (kumuliert, panaschiert usw.). Im Umkehrschluss heisst das, dass 43 Prozent aller SVP-Wahlzettel unverändert eingeworfen wurden. Nur die SP hat mit 47 Prozent einen ähnlichen Wert. Am parteitreusten haben die SVP-Wähler in Sachseln gehandelt (59 Prozent unverändert), mit 33 Prozent am wenigsten in Alp­nach. Ganz anders bei der CVP: Hier haben über den ganzen Kanton 82 Prozent ihren Wahlzettel abgeändert.

Spitzenreiter bei den Fremdstimmen unter allen Kandidaten ist ein nicht gewählter CVP-Kandidat: Peter Krummenacher aus Sarnen. Er kandidierte für die CVP-Freie Liste und holte 79,91 Prozent der Stimmen von anderen Parteien, ausserhalb der CVP vor allem noch von der SVP.