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Tageshaus Obwalden gibt den Stab weiter

Vorerst wird es im Kanton Obwalden ausserhalb von Seniorenheimen keine Tagesbetreuung für Personen mit Demenz geben. Der Vorstand des Fördervereins hat sein Konzept weitergegeben.
Marion Wannemacher

«Wir sind nicht enttäuscht, wir stehen mit beiden Beinen auf dem Boden. Das Thema ist in Obwalden angekommen. Wir haben viele Ohren geöffnet», sagt Alexander von der Marwitz vom Vorstand des Fördervereins Tageshaus Obwalden.

Dieser wurde vor vier Jahren mit dem Ziel gegründet, ausserhalb von Heimen ein ambulantes Angebot für Personen mit Betreuungsbedarf aufzugleisen. Bis heute konnte der Verein jedoch keine Trägerschaft finden. Nun hat der Vorstand das Konzept in die Obhut des SRK Unterwalden und Pro Senectute Obwalden gegeben, der Verein löst sich auf.

Ambulantes Angebot von Heimstrukturen trennen

Laut Konzept soll das Tageshaus Obwalden pflegende Angehörige von Personen mit Demenz auf ambulanter Basis entlasten. Wichtig ist dem Verein, dass ein solches Angebot klar von Heimstrukturen getrennt ist, aus gutem Grund: «Wir wissen genau, dass sonst der weitere Weg ins Heim vorgezeichnet ist», sagt von der Marwitz. Er war vor seiner Pensionierung im deutschen Memmingen 30 Jahre geschäftsführender Vorstand eines diakonischen Werks und hat Erfahrung mit dem Aufbau derartiger ambulanter Einrichtungen.

Ganz nüchtern zieht von der Marwitz seine Bilanz: «Es gab viel Verständnis und Schulterklopfen für dieses Vorhaben, aber konkret in die Verantwortung wollte kein Träger gehen, es sei denn, es gäbe eine klare Finanzierungszusage vom Kanton. Da kamen wir als Förderverein natürlich an unsere Grenzen.» Und wie würde der ideale Träger für das Tageshaus Obwalden aussehen? «Unser Traum wäre gewesen, die Einrichtung an eine Spitex anzulehnen. Doch in Obwalden sind wir nicht weiter gekommen. Es sei nicht zu bezahlen, hiess es.» Von der Gemeinde Sarnen habe der Verein sehr gute Unterstützung erhalten. Auch vom kantonalen Gesundheitsamt sei dem Projekt viel Verständnis entgegengebracht worden, aber schliesslich sei auf die Finanzen des Kantons verwiesen worden.

Auch ein Finanzkonzept habe der Förderverein erarbeitet. «So haben wir nachgewiesen, dass man Tageshäuser auch schrittweise aufbauen kann, entsprechend dem Bedarf und der Nachfrage. Im Vergleich sind stationäre Pflegeheimplätze um ein Vielfaches teurer als ambulante Plätze in einem Tageshaus.» Die Versorgung rund um die Uhr sei erheblich teurer, so von der Marwitz. Tageshäuser brauche man nur zu zahlen, wenn man sie in Anspruch nehme. «Menschen wünschen sich, so lange wie möglich in ihrem vertrauten Zuhause zu leben. Das funktioniert aber nur dann, wenn sich die Angehörigen zuverlässig entlasten können. Andernfalls kommen sie schnell an ihre Grenzen, weil alle anderen Wünsche zurückstehen müssen», mahnt das Vorstandsmitglied.

Zwei Einrichtungen betrachtet von der Marwitz als beispielhaft: «Immomänt in Malters und die Tagesbetreuung der Stiftung Der rote Faden in Luzern». Vor allem in Skandinavien, aber auch in Österreich und Deutschland gebe es ebenfalls sehr viele Vorzeigeeinrichtungen.

Von Seiten der Spitex zeigt man sich erstaunt über die Erwartungen des Vorstands an die Organisation. «Wir sind überrascht, dass der Vorstand von uns eine Trägerschaft erwartet. Vor über zwei Jahren wurde uns das Konzept vorgestellt, das wir konstruktiv kritisch zusammen angeschaut haben. Danach haben wir von ihnen nichts mehr gehört», sagt Werner Amport vom Vorstand der Spitex Obwalden. Grundsätzlich erhalte die Spitex den Leistungsauftrag von den Gemeinden, weshalb ein solches Anliegen mit diesen abgesprochen werden müsse. «Einen konkreten Antrag haben wir so nicht wahrgenommen», versichert Amport.

«Steht nicht zuoberst auf unserer Agenda»

Für das SRK Unterwalden sagt Geschäftsführerin Franziska Schöpfer: «Wir haben das Konzept gern angenommen, ohne konkret etwas geplant zu haben. Es wird sicher wieder aufs Tapet kommen, steht aber nicht zuoberst auf unserer Agenda.»

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