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TCS: Gute Verkehrserschliessung in Obwalden muss sein

Die TCS Untersektion Obwalden will den fast täglichen Stau in Richtung Luzern nicht einfach hinnehmen. Auf gute Verkehrsverbindungen ist auch der Bergtourismus angewiesen.
Robert Hess
In angeregter Diskussion: (von links) Martin Bürgi, neuer Obwaldner Kantonsingenieur; Clemens Sidler, Vizepräsident TCS Obwalden; Norbert Patt, CEO Bergbahnen Engelberg-Trübsee-Titlis AG und Hubert Schumacher, Präsident TCS Obwalden. (Bild: Robert Hess, Sarnen, 22. Februar 2019)

In angeregter Diskussion: (von links) Martin Bürgi, neuer Obwaldner Kantonsingenieur; Clemens Sidler, Vizepräsident TCS Obwalden; Norbert Patt, CEO Bergbahnen Engelberg-Trübsee-Titlis AG und Hubert Schumacher, Präsident TCS Obwalden. (Bild: Robert Hess, Sarnen, 22. Februar 2019)

Die Gelegenheit, sich zu Fragen der Mobilität und der damit zusammenhängenden Politik zu äussern, bot am Freitagabend die 80. Generalversammlung der TCS Untersektion Obwalden im Hotel Metzgern in Sarnen. In seinem Jahresbericht kritisierte Präsident Hubert Schumacher die Reduktion von Parkplätzen trotz ständig wachsendem Fahrzeugbestand: beispielsweise in der Stadt Luzern oder auch in Sarnen, «wo in den vergangenen zehn Jahren per Saldo keine neuen öffentlichen Parkplätze mehr entstanden, sondern im Gegenteil abgebaut worden sind». Und auf den Hauptverkehrsachsen von Obwalden/Nidwalden in Richtung Luzern «sind tägliche Staus zu einer betrüblichen Tatsache geworden. Damit wollen wir aber nicht einfach leben», sprach Schumacher Klartext. Hier setze die Mobilitätspolitik des TCS ein: «Wir sind jeden Tag auf nationaler, interkantonaler, kantonaler und kommunaler Ebene gefordert. Wir müssen uns fast täglich gegen die Benachteiligung des motorisierten Individualverkehrs und die einseitige Bevorzugung des öffentlichen Verkehrs wehren. Wir bleiben aktiv und sind mit konstruktiven Beiträgen dabei», erklärte Vereinspräsident Schumacher vor gut 80 Mitgliedern und Gästen.

Bahn und Strasse sind wichtig

Die Verkehrserschliessung war an der Generalversammlung auch eines der Themen von Gastreferent Norbert Patt, dem CEO der Bergbahnen Engelberg-Trübsee-Titlis AG. «Der Bergtourismus braucht hervorragende Verkehrserschliessungen mit Bahn und Strasse», stellte er klar fest. Die Statistik mit jährlich total rund 1,24 Millionen Besuchern am Titlis stützt die Aussage. Diese Zahl setzt sich aus rund 400'000 Schneesportlern, 450'000 Gruppengästen und rund 300'000 Individualgästen zusammen, die mit der Bahn, Bussen und Personenwagen anreisen. An vier/fünf absoluten Spitzentagen seien 2017/18 über 11'000 Personen ins Gebiet gekommen. «Spitzen mit rund 8000 Besucher können wir bewältigen», erklärte Patt, «doch was darüber ist, bringt auch uns an die Grenzen.» Beispielsweise bei den Parkplätzen: Laut Statistik fahren im Winter im Durchschnitt 867 Personenwagen und 12 Busse pro Tag an, im Sommer sind es durchschnittlich 414 PW und 51 Busse. Die Titlisbahnen verfügen über rund 1150 eigene Parkplätze, total stehen in Engelberg rund 3000 Parkplätze zur Verfügung. Nach Zermatt und dem Jungfraugebiet sind die Titlisbahnen das drittgrösste Bergbahnunternehmen in der Schweiz.

Qualität soll im Vordergrund stehen

Norbert Patt benützte die Gelegenheit, an der TCS-Generalversammlung das 100-Millionen-Projekt «Titlis 3020» der Architekten Herzog & de Meuron in den Grundzügen vorzustellen. Die Titlisbahnen wollten damit nicht möglichst viele zusätzliche Gäste ins Gebiet bringen, sondern «die Qualität unseres Produktes in jeder Beziehung verbessern. Denn ein gutes Produkt ist das beste Marketing», ist der CEO der Titlisbahnen überzeugt.

Mit dem Grossprojekt, das im günstigsten Fall im Jahr 2025 vollständig eröffnet werden könnte, sollen zum Teil veraltete Anlagen im Bahn-, Stations- und Restaurantbereich ersetzt, umgebaut und erweitert werden. Dazu gehört beispielsweise die 1967 erstellte Bergstation, die seither mehrmals umgebaut wurde. Ins Projekt einbezogen wird auch der rund 200 Meter von der Bergstation entfernte ehemalige Richtstrahlturm. Das im November 2018 vorgestellte Projekt ist selbstverständlich viel mehr als nur renovieren und sanieren. Als «Leuchtturmprojekt» ist es bezeichnet worden und soll eine grosse Qualitätssteigerung des Produktes Titlis sein. «Weltweit sollten die Leute sagen, wir wollen auf den Titlis kommen, um das zu sehen», meinte CEO Norbert Patt augenzwinkernd.

Diskussionslos wurden die ordentlichen Geschäfte der GV genehmigt. Mit grossem Beifall wurde Präsident Hubert Schumacher für ein weiteres Jahr bestätigt. 18 Jubilare können auf 50 Jahre Mitgliedschaft zurückblicken. Sechs davon waren an der GV anwesend und wurden mit einem feinen Tropfen belohnt.

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