TESTKÄUFE: Bier für 15-Jährige – die Bussen folgen

Nidwalden top, Obwalden flop – so das Ergebnis der kürzlich durchgeführten Alkoholtestkäufe. Allerdings herrschten in Obwalden erschwerte Bedingungen.

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(Symbolbild Keystone)

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Das Resultat der zweiten Runde von Alkoholtestkäufen kann sich auf den ersten Blick sehen lassen. Während im vergangenen Jahr noch rund die Hälfte aller getesteten Läden und Restaurants Alkohol an Minderjährige verkauft hat, ist es diesmal etwa ein Drittel.

Betrachtet man die Zahlen aber separiert in den beiden Kantonen, fällt ein riesiger Unterschied auf. In Obwalden wurden 20 Testkäufe durchgeführt, in 13 Fällen erhielten die Minderjährigen Alkohol – eine Quote von 65 Prozent.

In Nidwalden verkauften bei insgesamt 24 Testkäufen lediglich ein Restaurant und ein Laden Alkohol an unter 16-Jährige – das ist eine Quote von rund 8 Prozent.

Testkäufe zu unterschiedlichen Tageszeiten
Barbara Etienne, Leiterin der Fachstelle für Gesundheitsförderung und Prävention Ob- und Nidwalden, führt mehrere mögliche Gründe für das Gefälle an. «In Nidwalden wurden die Testkäufe mehrheitlich am Nachmittag durchgeführt, in Obwalden eher am späteren Nachmittag oder Abend.»

Möglich ist aber auch, dass die Nidwaldner Gemeinden in Sachen Alkoholprävention ganz einfach die Nase vorn haben. Immerhin machen zehn Nidwaldner Gemeinden sowie Engelberg beim Projekt «Gemeinden handeln – für eine lokale Alkoholpolitik» mit.

Die Gemeinde Sachseln als Vorreiter
Im Kanton Obwalden hatte die Gemeinde Sachseln in einer Vorreiterrolle bereits früher am drei Jahre dauernden Projekt des Bundes teilgenommen. Dies zwar in «enger Zusammenarbeit mit den kantonalen Behörden», nicht aber mit den anderen Obwaldner Gemeinden, wie die Sachsler Gemeindepräsidentin Margrit Freivogel bestätigt.

Auf die Zusammenarbeit als Grundlage für den Erfolg weist auch Andreas Gander hin, Stanser Gemeinderat und Leiter der Steuergruppe «Gemeinden handeln». Er ist überzeugt: «Arbeiten die Gemeinden zusammen, spart man viele Ressourcen.»

Erste Testkäufe waren schlechter
Die Fachstelle führt die Alkoholtestkäufe nur im Auftrag der Gemeinden durch. Einzig Kerns und Lungern verzichteten in diesem Jahr auf die Testkäufe. «Wir wollen die Händler und Wirte nicht in ein Strafverfahren laufen lassen», sagt der Kernser Gemeindepräsident Arnold Wagner.

Der Gemeinderat habe beschlossen, vermehrt präventiv zu wirken und sich mit den betroffenen Kreisen sowie mit der Fachstelle des Kantons an einen Tisch zu setzen.

Die ersten Testkäufe in Ob- und Nidwalden waren im Sommer 2007 gemacht worden. Damals verkauften mehr als die Hälfte der getesteten Restaurants und rund ein Drittel der Läden Alkohol an Minderjährige.

Adrian Venetz

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Obwaldner Zeitung.