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Mit 17 Jahren in der Hauptrolle am Sarner Theater

Sie ist «mittlerweile schon ein alter Hase», sagt die Regisseurin über Mirjam Kafader. Sie spielt das Vreneli in «Vrenelis Gärtli».
Marion Wannemacher
Szene aus dem Stück «Vrenelis Garten»: Vreneli (Miriam Kafader), mit ihrem Vater, dem Fessisbauer (Florian Sulzbach). (Bilder: PD)

Szene aus dem Stück «Vrenelis Garten»: Vreneli (Miriam Kafader), mit ihrem Vater, dem Fessisbauer (Florian Sulzbach). (Bilder: PD)

Zurzeit besteht das Leben von Miriam Kafader aus Arbeiten, Sport und Theater. «Ja, meine Tage sind ausgefüllt», sagt die Sarnerin, die dieses Jahr die Matura bestanden hat. Traurig ist sie darüber nicht. Immerhin hat sie die erste Hauptrolle in ihrem Leben, und das mit 17 Jahren.

In der diesjährigen Produktion des Theaters Sarnen «Vrenelis Gärtli» von Tim Krohn spielt Miriam Kafader das Vreneli. «Ich habe mich sehr geehrt gefühlt, als mich die Regisseurin anfragte», erzählt sie. Von ihrer Zusage hing schliesslich ab, ob das Theater die Rolle aus eigenen Reihen im Verein würde besetzen können.

Ganze Familie vom Theatervirus infiziert

«Miriam hat schon häufig gespielt und häufig sehr gut, sie fasst schnell auf und kann schnell umsetzen. Ausserdem ist sie sehr beweglich und hat für das Stück genau das richtige Alter. Sie kann den Wechsel von der pubertierenden zur jungen Frau spielen», freut sich Co-Regisseurin Ursula Reiser über die gelungene Besetzung. Bereits als Zehnjährige stand Miriam Kafader auf der Bühne mit ihrem Vater Urs. Er spielte den Seiler, sie seine Tochter. «Sie war herzig in dieser Rolle und sie hatte keinerlei Berührungsängste», erinnert sich Ursula Reiser. «Mein Vater war mein Vorbild in Sachen Schauspiel», erzählt Miriam Kafader. Aber auch der Rest der Familie hat das Theatervirus: Der ältere Bruder spielte im Kollegitheater und im Theater Sarnen, die Mutter Brigitta Mehmann Kafader hat im Theater Sarnen die Finanzen unter sich.

Miriam Kafader ist in einer Familie aufgewachsen, die dem Theatervirus verfallen ist.

Miriam Kafader ist in einer Familie aufgewachsen, die dem Theatervirus verfallen ist.

Miriam selbst spielte die maximal mögliche Zeit, fünf Jahre, im Kollegitheater Sarnen, die Kellerassel in «Blutiger Honig», den Knappen im «Parzival» oder die böse Königin in «Alice im Wunderland» und nun das Vreneli im Theater Sarnen. «Ich kenne sie von klein auf», erzählt Co-Regisseurin Reiser. «Mittlerweile ist sie sehr selbstbewusst geworden. Miriam ist eine, die mitdenkt und sich einbringt, mittlerweile ist sie schon ein alter Hase.»

Im Stück, für das Anita Augustin und Jonas Knecht die Bühnenfassung schrieben, geht es um ein Mädchen, das in der Abgeschiedenheit der Glarner Berge ohne Mutter aufwächst, die vor langer Zeit gestorben ist. Ihr Vater, der Fessisbauer (Florian Sulzbach), muss für einige Zeit seine Tochter dem Bersiäneli (Helena Steffen) überlassen, die zu ihr schaut. Das Vreneli hat wie die verstorbene Mutter einen Hang zur Zauberei, der ihr zum Verhängnis wird. Vom Mädchen wird es zur Frau. Vreneli verliebt sich in Melk (Christoph Blum), doch die bäuerliche Gesellschaft hat Vorbehalte gegen diese Verbindung.

Beziehung von Spielerin zur Rolle intensivierte sich

«Eine wirkliche Botschaft gibt es nicht im Stück», findet Ursula Reiser. Immer wieder befinde sich die Handlungsebene in einer «Schwebe zwischen Realität und Magie». Der Zuschauer frage sich, ob das Geschehen real sei oder nicht. Die Figur des Vreneli macht im Stück eine Entwicklung durch. Auch Spielerin Miriam fand zu ihrer Rolle einen immer intensiveren Zugang: «In den Proben habe ich immer mehr herausgefunden, es kam immer mehr dazu, das Vreneli hat sich entwickelt.» Eine grosse Hilfe dabei seien ihr die Regisseurinnen gewesen. «Sie lassen dich ausprobieren, wenn sie aber merken, dass es für dich nicht stimmt, greifen sie ein.» Ihr Vreneli verstehe sie als rebellische Figur, vor allem gegen den Vater, aber es gebe auch die naturverbundene Seite, wenn sie beim Zaubern ihren Körper verlässt und als Füchslein über Berge und Gletscher streift.

«Das gefällt mir am Spielen so, dass man sich mit einer anderen Person identifiziert», sagt sie. Verändert habe sie die Rolle aber nicht. Sie betont:

«Ich habe die Rolle neben mir aufgebaut, nicht über mir.»

Eine Karriere als Schauspielerin sieht die junge Frau für sich nicht. Zurzeit arbeitet sie im Praktikum im Sekretariat der Kardiologie im Luzerner Kantonsspital, kommendes Jahr möchte sie ihr Medizinstudium aufnehmen.

Und wie liegt das Theaterteam bis zur Premiere im Zeitplan? «Zurzeit werden die Bühnenelemente geliefert», erzählt Ursula Reiser. Adrian Hossli hat ein Bühnenbild entworfen, das den Raum auf verschiedenen Niveaus bis zu fünf Meter hoch bespielt. «Nun müssen wir vom Flachen noch bis in die Höhe spielen», erklärt Reiser. Vor jeder Produktion träume sie einmal von einem Flop, gesteht Miriam Kafader. «Den Traum habe ich schon hinter mir», lacht sie. Und nein, Lampenfieber kenne sie nicht, dafür Vorfreude. «Sobald ich in der Rolle bin, ist alles gut.»

Das Theater Sarnen feiert mit «Vrenelis Gärtli» am Samstag, 12. Oktober, Premiere im Alten Gymnasium Sarnen um 20 Uhr.

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