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Themenanlass in Sachseln: Digitalisierung ist mit Risiken und Chancen verbunden

Die Arbeitsstiftung Obwalden lud zu einer Fachveranstaltung mit dem Thema «Digitalisierung der Arbeitswelt – Auswirkungen auf die Arbeits- und Berufsintegration». Wie die Arbeitswelt in Zukunft aussieht, sei noch nicht klar.
Die Referenten Werner Riedweg (links) und Ivo Willimann von der Hochschule Luzern. (Bild: Birgit Scheidegger (Sachseln, 29. August 2018))

Die Referenten Werner Riedweg (links) und Ivo Willimann von der Hochschule Luzern. (Bild: Birgit Scheidegger (Sachseln, 29. August 2018))

Die zunehmende Digitalisierung und Automatisierung wird aktuell stark thematisiert. Doch wie wird sich dies in Zukunft auf unseren Alltag, die Arbeitswelt und die Gesellschaft auswirken? Im ersten Teil der Veranstaltung «Digitalisierung der Arbeitswelt – Auswirkungen auf die Arbeits- und Berufsintegration» der Arbeitsstiftung Obwalden vom vergangenen Mittwoch im Hotel Kreuz in Sachseln ging es um denkbare gesellschaftliche und arbeitsmarktliche Entwicklungen.

Ivo Willimann, Dozent an der Hochschule Luzern, zeigte dabei unter anderem eine Analyse, die anhand von 67'000 gemachten Telefoninterviews aufzeigte, dass in den städtischen Gegenden bei 27 Prozent Erwerbstätigen 45 Prozent der Arbeitsplätze in 20 Jahren gefährdet seien. In den ländlichen Gegenden liegen die Zahlen bei 24 und 57 Prozent. «Es wird auch Berufe geben, die sich komplett verändern», so Willimann. Er betonte aber auch, dass Menschen mit einer Berufsausbildung immer wieder geschult werden können, sodass sie als Arbeitnehmer erhalten bleiben. «In den heutigen Berufen wie Mediziner, Juristen, Maler oder Bauarbeiter werden irgendwann gewisse Handhabungen durch Drohnen, Roboter oder spezielle Software ersetzt.» Im Industriebereich könnten Computer Tag und Nacht arbeiten, ohne eine Pause einzulegen.

Technologischen Wandel gab es schon immer

«Aussagen über die Zukunft sind noch spekulativ», erklärte der zweite Referent Werner Riedweg, Dozent und Projektleiter für soziale Arbeit an der Hochschule Luzern. Er zeigte die Einschätzung zur kurz- und mittelfristigen Entwicklung sowie Szenarien auf längere Sicht auf. Dabei ging er unter anderem auf die Einschätzung vom Bundesrat und Gewerkschaften ein, die als Ausblick sowohl Chancen wie auch Risiken für die Berufstätigen sehen. «Das Fazit ist, dass es den technologischen Wandel immer schon gegeben hat und dieser immer mit Risiken und Chancen verbunden war, die Schweiz die Transformation aber bisher gut gemeistert hat.» Riedweg zeigte anhand einer Studie auf, wohin die Reise geht. «Es braucht den Mut zur Ungewissheit, Jobs verändern sich oder gehen verloren, die Mitte zwischen guten und schlechter Qualifizierten wird dünner.» Dieses würde natürlich auch das gesellschaftliche Zusammenleben verändern.

Die Panels im zweiten Teil der Veranstaltung im Hotel Kreuz in Sachseln befassten sich mit digitalisierungsbedingten Fragen von Unternehmen und Berufsbildung. Während Stefan Preier, Personalleiter der Maxon Motor AG, die Digitalisierung und die Anforderungen an Mitarbeiter aus der Sicht eines Unternehmers aufzeigte, befasste sich Referent Pius Felder, Vorsteher des Amts für Berufsbildung und Mittelschule Nidwalden, mit der Digitalisierung und der beruflichen Bildung und Qualifizierung.

Astrid Kaiser, Director of Human Resources, Bürgenstock Hotels AG, thematisierte sich mit der Digitalisierung und der Selektion von Mitarbeitern. Sie zeigte, wie sie gemeinsam mit ihrem Team innert kurzer Zeit 450 Mitarbeiter in den verschiedensten Berufen rekrutiert hat und welche Voraussetzungen dafür nötig waren. «Wir haben dabei die verschiedensten Portale genutzt und die Zusammenarbeit mit den Ämtern intensiviert sowie ein Bewerbermanagement eingeführt.» Sie hätte sich aber auch gefragt, ob bei der Digitalisierung nicht manchmal Potenzial übersehen werde, gerade bei älteren Arbeitnehmern. «Nicht alle können sich online bewerben, manchen fehlen die Kenntnisse», so Astrid Kaiser Sie ging noch kurz auf die Zukunft ein: «Digital ja, aber nicht nur. Ein persönliches Gespräch ist immer noch entscheidend», betonte sie.

Die Arbeitsstiftung Obwalden wird dieses Jahr 40-jährig. Im Verlauf der Geschichte war sie eine Arbeitslosenkasse, realisierte ein Beschäftigungsprogramm und betreibt seit 20 Jahren die Kontaktstelle Arbeit Ob- und Nidwalden. Weitere Informationen unter: www.kontaktstellearbeit-ownw.ch

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