Titlis-Bahnen mit Rekordergebnis dank Asiaten

Gute Schneeverhältnisse und viele Touristen aus Asien: Die Bergbahnen Titlis-Rotair schreiben 2010 1,3 Millionen Franken Gewinn - trotz dem Betrugsskandal.

Drucken
Teilen
Norbert Patt (links) hat die Führung der Titlis-Rotair vom abtretenden Geschäftsführer Albert Wyler übernommen. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Norbert Patt (links) hat die Führung der Titlis-Rotair vom abtretenden Geschäftsführer Albert Wyler übernommen. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Die Bergbahnen Engelberg-Trübsee-Titlis erzielten im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 51,9 Millionen Franken. Dies sei so viel wie noch nie und entspricht einer Zunahme von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie es in einer Mitteilung heisst.

Betriebsergebnis 84 Prozent höher als im Vorjahr

Das gute Ergebnis sei «dank ausgezeichneten Schnee-und Wetterverhältnissen im Winter sowie einer massiven Zunahme an asiatischen Touristen im Sommer» zustande gekommen. Allein die Zahl transportierter Gäste aus China nahm um über 50 Prozent zu. Für Besucher aus China und Indien ist der Titlis zu einem Höhepunkt einer Europareise geworden. Das Betriebsergebnis liegt bei knapp 12 Millionen Franken und ist 84 Prozent höher als im Vorjahr. Dank dem guten Betriebsergebnis resultiert trotz des Betrugfalls (siehe Box) ein Reingewinn von 1,3 Millionen Franken. Die Bergbahnen schütten eine Dividende von 60 Franken aus.

Optimistisch in die Zukunft

Das neue Geschäftsjahr habe gut begonnen, heisst es weiter. Der starke Schweizer Franken hat sich bisher nicht spürbar auf die Umsätze ausgewirkt. Die Buchungen aus Asien geben Anlass zur Hoffnung, dass das Sommergeschäft noch ausgebaut und der Jahresumsatz gehalten werden kann. Positiv auf das Betriebsergebnis hätten sich auch die hohen Investitionen der letzten Jahre (Verbesserung der
Infrastruktur und der Gastronomie, sowie die zielgerichtete Marktbearbeitung) ausgewirkt.

rem

Betrugsfall: Untersuchung läuft

Der massive Betrugsfall, wonach der Finanzbuchhalter 10,4 Millionen Franken veruntreut hatte, sei ein dunkles Kapitel im vergangenen Geschäftsjahr, schreiben die Bergbahnen. Sie reichten beim Verhöramt des Kantons Obwalden Strafklage ein. Der Fall ist hängig.

Als Folge wurde das Verbuchungssystem geändert und der Verwaltungsrat hat zur strengeren Überwachung der Geschäftsleitung ein «audit committee» gebildet. Die Stellen des Geschäftsleiters und des Finanzchefs sind neu besetzt worden. Norbert Pattamtet als CEO und seit Anfang Jahr hat Esther Schneider die Leitung des Finanzbereichs übernommen. Wegen des hohen Schadens werden keine Boni ausbezahlt. Ob und in welchem Umfang die veruntreuten 10,4 Mio. Franken wieder zurückgeschafft werden können, ist derzeit noch unklar.